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Ausgabe Februar 2016
Die Qual der Wahl


In zahlreichen Industrienationen hat das Glück in den letzten Jahrzehnten nicht zugenommen, sondern sogar nachgelassen und wir neigen inmitten steigenden Reichtums immer mehr zu Unzufriedenheit und Depressionen. Der Autor geht mit diesem Buch auf die Suche nach möglichen Antworten und nutzt dafür empirische Studien aus den unterschiedlichsten wissenschaftlichen Disziplinen: von der Psychologie über die Hirnforschung bis hin zu Wirtschaftswissenschaften und Soziologie. Tatsache ist, dass vor allem der Anteil glücklicher Frauen gesunken ist – obwohl sie in den letzten Jahrzehnten so viel an Freiheit erobert haben. Der Autor untersucht dieses Rätsel im Wesen der Freiheit, denn eine Erweiterung der Freiheit und Wahlmöglichkeit hat nicht nur angenehme, sondern auch frustrierende Seiten. Zu viele Wahlmöglichkeiten verderben nicht nur die Geschmacksnerven – wie beispielsweise bei 200 verschiedenen Marmeladensorten – sondern sind auch Auslöser für Zwangsgefühle: ständig Entscheidungen treffen zu müssen und demzufolge schwelende Unzufriedenheit und Schuldgefühle, nicht die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Im Epilog heißt es: Wo das Glück zu finden ist. Fazit: Der sogenannte „Gemeinschaftssinn“ hat offensichtlich einen positiven Einfluss auf unsere Herzfunktion. Was früher die Dorfgemeinschaft war, ist heute der Freundeskreis. H.S.


Bas Kast: Ich weiß nicht, was ich wollen soll, S. Fischer, Frankfurt, 2012, 286 Seiten, 18,99 Euro


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