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Ausgabe März 2013
Schulflucht


Klara ist ein intelligentes Kind, sie ist musikalisch und sie ist unangepasst. Der autobiographische Roman von Liv Haym und ihrer Tochter Klara dokumentiert ausführlich den problematischen Schulalltag – „vielleicht sind Hausaufgaben aber auch nur dazu da, um das Ungenügen des Unterrichts zu kaschieren, die Unfähigkeit der Lehrer, den Lernstoff bereits in den Schulstunden zu erledigen“ – und den mutigen Weg, selber aktiv zu werden und den Unterricht zu Hause zu gestalten. „Statt faul und gelangweilt im immergleichen Klassenzimmermief auf einem unbequemen Stuhl zu sitzen und sich was vom Lehrer vorsetzen zu lassen, bewegt man sich. Wenn ich was schreibe oder was übersetze, kann ich auch mal damit rausgehen, in den Garten, mich auslüften. Und zwar, wann ich das will, nicht etwa, wenn andere das anordnen. Es geht nach meinem Rhythmus und nicht nach dem elektronischen Pausengong.“ Die beiden entscheiden sich für heimliches Freilernen – ein Selbstexperiment mit ungewissem Ausgang. Andere wandern aus, wenige versuchen, es offen zu leben. Liv und Klara machen es heimlich und veröffentlichen ihren Versuch hinterher. H.S.

Liv Haym: Schulflucht, Drachen Verlag, Klein Jasedow, 2012, 318 Seiten, 29,80 Euro


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