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Ausgabe November 2008
Die Tiefe des Seins

Eine Rezension von Haidrun Schäfer

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In dem Vortrag, den Eckhart Tolle 2007 in Berlin hielt, geht es darum, das Sein gedanklich zu erfassen. Aber: Das Wasser vom Meer in einen Buddeleimer zu füllen, ist illusorisch. Fangen wir also mit der ersten Person Singular von dem Verb „sein“ an: ich bin. Das Problem des Seins wird zu ich bin und damit ist es nicht mehr abstrakt. Was bedeutet ich bin? Wenn ich mich mit meiner Identität beschäftige, geht es darum, was oder wer ich bin. Aber was bedeutet ich bin? Das, was meine Gedanken über mich erzählen? Das Ich-Bild ist in fast allen Fällen unzulänglich – es genügt nicht. Die meisten Menschen haben sich noch nicht erreicht – im Gegensatz zu Hund, Baum und Katze. Sie haben sich nicht gespalten in das Bild von sich und einer Geschichte. Der normale Geisteszustand ist immer unterwegs zum nächsten Moment – der ist immer wichtiger als jetzt – das ist normal. Das kommt daher, dass wir uns immer auf der Oberfläche des Seins bewegen. Die Zukunft ist nur ein Gedanke. Wenn sie eintritt, ist sie das Jetzt und erst da wird sie Wirklichkeit.

Eckhart Tolle: Leben aus der Fülle des Seins, DVD des Vortrages in Berlin am 15.9.07, 128 Minuten, Kamphausen Verlag, Bielefeld, 2008


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