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Ausgabe Januar 2008
Das Universum ist ein grüner Drache


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Es wird immer deutlicher: Im Zeitalter des Wassermannes fusionieren religiöse und wissenschaftliche Theorien zu einem gemeinsamen Weltbild. Brian Swimme ist ein amerikanischer Physiker und Kosmologe. Sein neues Buch schrieb es als Dialog über die Schöpfung und die mystische Liebe zum Kosmos. Es geht um die neuesten wissenschaftlichen Forschungen, die ergeben, dass der Ursprung des Universums ein Feuer war. Wissenschaftler sind heute in der Lage, das Licht dieses urzeitlichen Feuerballs zu beobachten, denn sie können physikalisch mit Photonen in Wechselwirkung treten, die vom Anfang der Zeit herkommen.
„Diese Entwicklung hat Millionen von Jahren gedauert, doch heute können die Menschen mit der kosmischen Strahlung vom Ursprung des Universums in Beziehung treten. Am unglaublichsten ist die Erkenntnis, dass alles, was es im Universum gibt, von einem gemeinsamen Ursprung herkommt.“ Brian Swimme vertritt die Theorie, dass der Mensch eine Schlüsselfunktion inne hat, denn als denkendes und fühlendes Wesen ist er in der Lage, die Wunder der Schöpfung zu erkennen und zu würdigen. Gegenwärtig beschreitet die Menschheit den Weg in ein neues Zeitalter. „Die Menschen werden eine tiefere Kenntnis der planetarischen und kosmischen Dimensionen begehren, die in ihrem Selbst-Bewusstsein angelegt sind. Aus planetarischer Sicht können wir sagen, dass die Erde zu einem Bewusstsein ihrer eigenen Schönheit, Kraft und zukünftigen Möglichkeiten erwacht. Die Erde erwacht und schaut visionär ihre Entfaltung zu einem selbst-bewussten Wesen.“
Ein weiteres Phänomen wurde jüngst empirisch festgestellt und als „Quantenfluktuation“ bezeichnet. Es besagt, dass der Ort, von dem alles kommt – also auch der urzeitliche Feuerball – ein Reich der Leere ist, „eine geheimnisvoll geordnete Wirklichkeit, ein Nichts, das gleichzeitig die erste und letzte Quelle aller Dinge ist.“ Beweise sind die Elementarteilchen, die aus dem Nichts ins Sein schnellen und dann wieder verschwinden. Auch der Mensch besteht mehr aus fruchtbarer Leere als aus geschaffenen Teilchen. „Aber es ist schön zu wissen, dass wir diese Leere sind, denn diese Leere ist gleichzeitig die Quelle allen Seins. ... Thomas von Aquin und Meister Eckart erfassten schon im Mittelalter intuitiv, dass die Leere die Quelle aller Dinge ist. Sie verstanden dieses Reich des Nicht-Zusammengesetzten als die äußerste Einfachheit der Gottheit. Diese Erkenntnis spiegelt sich auch in Lehre und Leben Buddhas wieder, der erkannte, dass alle zusammengesetzten Dinge aus der Leere stammen und auch im Sein untrennbar mit der Leere verbunden sind.“ In unserem Jahrhundert ist die Zeit reif dafür, „dass die mechanistische Wissenschaft offen wurde für das Mysterium – geradezu für eine Wissenschaft des Mysteriums: Sie musste sich der Endgültigkeit des Nicht-Seins stellen, das zugleich ein Reich voll schöpferischer Potenz ist.“



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