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Ausgabe November 2006
Brandon Bays: In Freiheit leben

Sachbuch

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Freiheit ist eine willentliche Entscheidung


In ihrem neuen Buch schreibt Brandon Bays nicht nur über Freiheit, sondern auch über Themen, die unmittelbar mit Freiheit einhergehen wie Dankbarkeit, Liebe, Vergebung und unsere Entscheidungsfreiheit: “Meine persönliche Definition des freien Willens basiert auf wissenschaftlichen Erkenntnissen. In den letzten Jahren haben Wissenschaftler herausgefunden, dass jedes Mal, bevor sich irgendein Gedanke formt, eine winzige Pause entsteht, die dem Gedanken unmittelbar vorausgeht. In jenem Sekundenbruchteil wird Ihnen die Wahl gegeben: Folge ich dem Gedanken, gebe ich ihm meine ungeteilte Aufmerksamkeit, intensiviere ich meine Geschichte von Schmerz und benutze sie, um anderen, mir selbst oder dem Leben die Schuld daran zu geben oder höre ich auf, bleibe offen – habe immer den endlos weiten Himmel des Bewusstseins vor Augen – und erlaube Gedanken, an die Oberfläche zu kommen und von mir unbeachtet durch offenes Bewusstsein zu fließen?
Sie haben die Wahl und zwar in jedem Moment Ihres Lebens. Es liegt an Ihnen, welche Entscheidung Sie treffen. Dies ist eine wahre Definition des freien Willens. Sie sind frei, Ihren Gedanken zu folgen, sich selbst Schmerzen zuzufügen – und Sie sind frei, Ihren Gedanken zu gestatten, mühelos zu kommen und zu gehen, indem Sie sich nicht um sie kümmern.
Im Laufe der Jahre haben mich meine Gedanken immer mehr gelangweilt und ich bin meiner Geschichte so überdrüssig geworden, dass ich heute, wenn Gedanken kommen, das Gefühl habe, es kostet mich schon zuviel Mühe, sie mir auch nur anzuhören, sie zu bemerken oder ihnen überhaupt zu glauben. Ich glaube einfach nicht mehr an die Geschichte, die mein Verstand erfindet. Ich weiß, dass der innere Dialog nichts als eine Kette von Silben ist, die durch das Bewusstsein ziehen und sie haben keine andere Bedeutung als die, die ich ihnen aus freiem Willen zugestehe.
Das Faszinierende und Erstaunliche daran ist, dass aufgrund meines Desinteresses an Gedanken über die Vergangenheit sowie am Konstruieren schmerzhafter Vorstellungen über die Zukunft mittlerweile meine Gedanken mich langweilig finden. Sie merken, dass ich sie weder füttere noch mich von ihnen verführen lasse oder ihnen irgendwelche Energie liefere und daher machen sie sich oft gar nicht erst die Mühe zu erscheinen. Sie erkennen, dass es ihnen nicht gelingt, meine Aufmerksamkeit zu gewinnen, da ich wirklich nicht glaube, dass sie irgendeine Bedeutung haben. So werden lange Perioden in gedankenfreiem Bewusstsein verbracht. Nicht weil ich es angeordnet habe oder mich auf Mantras konzentriert oder Affirmationen wiederholt oder meinen Geist gezwungen oder trainiert habe, sondern einfach, weil ich Gedanken keinen Widerstand entgegensetze. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, welchen Unterhaltungswert es haben könnte, wenn ich durch meine selbst gewählten Gedanken dafür sorge, dass es mir schlecht geht. Daher ruhe ich einfach voller Unschuld in gedankenfreiem Bewusstsein und weil meine Gedanken sich mit mir langweilen und ich mich mit ihnen, tauchen sie gar nicht erst auf.”



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