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Ausgabe Juni 2010
Schreiben als Weg

Seit Urzeiten erzählt man sich Geschichten. Wer sein Leben in Symbole überträgt, berührt einen tiefen seelischen Raum. „Schreiben ist das ideale Fahrzeug, um sich selbst kennenzulernen“, sagt die Autorin Anna Platsch – mehr als das: Wer schreibt, distanzi

Der Blick wird wieder offen für das Hinter-den-Dingen-Liegende, für ungewöhnliche, erfrischende, verspielte Verknüpfungen. Das illustrieren Texte, die Teilnehmer ihrer Schreibwerkstätten verfasst haben – und Platschs Impressionen einer Assisi-Reise, die das Buch durchziehen. Die Übungen in „Schreiben als Weg“ sensibilisieren für den Punkt der meisten Energie im Ideenwust, laden ein, den Zensor auf ein Nebenblatt zu packen. Und entschleunigen das Denken, so dass immer mehr Zwischenräume entstehen, gespeist von der inneren Quelle. Überarbeitung vom Text wird nicht mehr als die Suche nach Fehlern verstanden, sondern als die dynamische Annäherung an das Vollkommene. Mit der Schreibpraxis wächst auch das Vertrauen in die Kraft der „poetic justice“ – im Schreiben sind wir schöpferisch und müssen uns keine Grenzen auferlegen. So ist „Schreiben als Weg“ weitaus mehr als eine facettenreiche Einführung ins Kreative Schreiben. Anna Platsch zeigt eindrucksvoll, dass es sich beim Schreiben um eine universelle Kunst handelt: „Bilder der Wahrhaftigkeit entwerfen, sich in die Unendlichkeit ausdehnen, die Musik der Welt spielen – frei vom Geschmack des trockenen Intellekts, kann sich eine vibrierende Intelligenz entwickeln.“ Eindrücklich plädiert Platsch in Anlehnung an integrale Ideen für eine neue Kultur, die zu einem beherzten, authentischen Selbstausdruck eines jeden Einzelnen gefunden hat. So ist „Schreiben als Weg“ in Zeiten der Anonymität und Reizüberflutung eine überzeugende Vision für einen starken kreativen Ausdruck und ein neues Miteinander.

Anna Platsch, Schreiben als Weg. Von der kreativen Kraft des Wortes, ISBN: 978-3899012439, Theseus 2010, 200 Seiten, 17,50 Euro


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