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Ausgabe Oktober 2001
Die Kraft des Seins

Therapie als westlicher Weg der Erkenntnis - Dr. Heike Buhl

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Der ursprüngliche Seinszustand des Menschen ist kraft- und friedvoll. Doch die Tendenz, sich durch unangenehme Gedanken an Vergangenheit und Zukunft von dem gegenwärtigen Ist-Zustand wegzudenken und sich von Gedanken dominieren zu lassen, verhindert ein glückliches Lebensgefühl. Dr. Heike Buhl versteht Therapie als westlichen Einweihungsweg, um sowohl auf der Ebene des Geistes als auch auf emotionaler und körperlicher Ebene den Weg der Selbsterkenntnis hin zu friedvollem Sein zu beschreiten.

Obwohl viele Menschen unter ihren Lebensumständen leiden, finden die wenigsten den Weg in eine Therapie, denn zu sehr ist dieser Begriff mit dem Makel verbunden, sein Leben selber „nicht auf die Reihe zu kriegen“, während scheinbar alle anderen es doch tun. Wer sich - oft erst unter erheblichem Leidensdruck - dann doch an einen Therapeuten wendet, stellt bald mit Erstaunen fest, dass er seinen Mitmenschen sogar ein ganzes Stück voraus ist: Therapie bedeutet nicht „schmerzhaftes Aufwühlen alter Geschichten“, sondern Heilung und Unterstützung auf dem ureigenen Weg zum höchsten Ziel: der Selbsterkenntnis und dem inneren Frieden.

Östliche Erkenntniswege sind für unsere Kultur nur bedingt anwendbar, da bei uns Verstand und Individualität des Einzelnen stärker im Vordergrund stehen. Doch Therapie stellt eine Art westlichen Einweihungsweg dar: Sie ist ein Zurückführen aus unserem Ego-Bewusstsein zu der in uns allen vorhandenen natürlichen Spiritualität - sie eröffnet uns die direkte Wahrnehmung strömender Verbundenheit mit dem Kosmos und die Erfahrung allumfassenden Einsseins mit der Natur. Durch Selbst-Erkenntnis und Selbst-Gewahrsein öffnet sich ein anderes Bewusstseinsfeld und wir erfahren, dass wir ein Teil von etwas Höherem, Umfassenderem sind. Wir erleben tief in uns selbst, dass wir, so wie wir sind, ganz und vollständig sind.

Aus diesem „Paradies“ vertreiben wir uns immer wieder selbst, indem wir in negative Gedankenmuster und alte Glaubenssätze verfallen. Wir verlassen den gnadenvollen Zustand des Jetzt, indem wir anfangen zu grübeln und uns zu sorgen: Wir erinnern uns an negative Erfahrungen der Vergangenheit und kreieren auf dieser Basis in unserem „Kopfkino“ Bilder einer bedrohlichen Zukunft. Oft empfinden wir es so, als ob „die Gedanken uns haben“ und nicht umgekehrt! Diese Gedankenmuster zu erkennen und zu lenken, verändert unsere Lebensqualität maßgeblich. Gedanken sind Energie, sind Schwingung, sie verbinden sich mit unserem körperlichen und emotionalen Zustand - und dieser wirkt wiederum auf sie zurück. Eine Therapie, die sowohl Gedanken als auch Emotionen und den Körper mit einbezieht, führt daher höchst effektiv zu nachhaltigen Seinserfahrungen.

Im Bereich des Geistes können wir lernen, unsere „Sorgesucht“ und „Kritiksucht“ durch positive Muster zu ersetzen und Glaubenssätze auf ihren Wahrheitsgehalt abklopfen. Eine wunderbare Methode dazu liefert Byron Katie mit „The Work“, die uns dazu anhält, absolut ehrlich zu sein und nur an unserer inneren Wirklichkeit zu arbeiten, statt jahrelang ergebnislos gegen die Windmühlen der Realität anzukämpfen: ein radikaler Ansatz der Eigenverantwortlichkeit, der uns hilft, negative Gefühle unseren Mitmenschen gegenüber aufzulösen. Eine weitere wirkungsvolle Methode, Glaubenssätze zu identifizieren, zu verändern und unser gesamtes kreatives Potential zu nutzen, ist das neuro-linguistische Programmieren, kurz NLP genannt. Angstbesetzte Erinnerungen können durch positive Erfahrungen „entschärft“ werden und so neue Gedanken-Gefühls-Verknüpfungen entstehen lassen, die ein friedvolles Gefühl der Ganzheit hervorrufen.

Auf der Ebene des Körpers und der Emotionen wird eine beeindruckende Anregung und Harmonisierung innerer Schwingungen durch die Orgontherapie des Arztes und Psychoanalytikers Wilhelm Reich hervorgerufen. Sie geht von der Existenz einer den gesamten Organismus durchdringenden Lebensenergie - „Orgon“ - aus, die durch unterdrückte Emotionen, wie z.B. bei Stress, Trauer oder Ärger und durch chronische Muskelanspannung in ihrem ungestörten Fließen behindert, aber durch gezielte Berührung, Atmung und Massage wieder befreit werden kann. Ohne jede explizite spirituelle Schulung können wir hier einen fließenden Übergang zwischen energetischen Körperwahrnehmungen und spirituellen, nicht mehr personalen Erfahrungen bemerken. Wir sind Teil der Natur - in der Orgontherapie wird dies nicht nur gedacht, sondern unmittelbar gefühlt. Dieser Erfahrung einer „tieferen“ Wirklichkeit wohnen starke Heilkräfte inne.

Wegfall von Zeit und von Gedanken, unmittelbares Erleben des Augenblicks, innere Ruhe und Harmonie, ein Gefühl von Geordnetheit und Getragensein - so erleben wir Zustände reinen Seins. Oft ist dies begleitet von dem Gefühl endloser Energie und Kraft, dem Wissen um den eigenen Weg und der Gewissheit, dass dieser sich so erfüllen wird, wie es für uns gut ist. Wir erleben immer wieder, dass unsere Wünsche sich materialisieren, wenn wir durch positive Gedanken und Visualisierungen unsere eigene Welt kreieren - Reichtum, Glück und Gesundheit gehören zu unserem ursprünglichen Seinszustand - wir sollten ihn uns gönnen!


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