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Ausgabe Oktober 2001
Geburt - Reise von einer Welt in die andere

Wie sie sich abgespielt haben könnte, erzählt Kola B. Brönner-Foerster vom Verein „Lahar“

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Stellen wir es uns einmal vor: Die Reise beginnt mit der Entscheidung, auf die Erde zu kommen. Wir schauen uns die Erde an und irgendeine Anziehung bringt uns zu den Eltern. In der ersten Zeit ist die Verbindung zu dem unendlichen Raum und Weite präsent, und es ist möglich, zwischen den Welten hin und her zu wandeln. Nach einer längeren Weile können die Grenzen zart gefühlt werden, und die Außenwelt wird in Form von Geräuschen, Farben, Licht und Geschmäckern über die Sinnesorgane erfahren. Die Mutter ist mit ihren Gefühlen, Gedanken und Bewegungen schon sehr vertraut geworden. Langsam, ganz langsam kann die Grenze des Raumes, der uns umgibt, stärker und kompakter abgetastet werden. Schließlich wird es eng und ungemütlich, und dann fällt die Entscheidung, hier heraus zu wollen. Mit einem Mal beginnt sich dieser Lebensraum fest zusammenzuziehen, immer stärker und immer öfter. Es ist klar, dass man hier nicht mehr bleiben kann. Unklar ist, wohin es geht, während der Druck beständig zunimmt. Es scheint ausweglos, doch dann gibt es eine kleine Öffnung und das rhythmische Zusammenziehen schiebt einen genau dorthin.

Eng - atemlos und anstrengend windet man sich durch den Kanal, der nach und nach entsteht. Am Ende begegnet einem helles Licht, es ist viel kälter, fremde Stimmen und unbekannte Berührungen empfangen einen. Es ist geschafft! Dann wird es wieder wärmer und die vertrauten Herztöne der Mutter sind wieder da. Angekommen. Wieder Weite - doch nicht mehr schwerelos. Und nachdem es ruhiger wird, öffnen sich die Augen, um zu schauen, wo man jetzt ist.
So oder ähnlich mag es sich angefühlt haben.
Das Erlebnis der eigenen Geburt prägt die Einstellung und die Gedanken, die jeder Mensch über Geburt hat. Sie beeinflusst die Handlungsweisen der an der Geburt Beteiligten im Umgang mit der Geburt. Die in unserem Verein angebotene Methode der “Positiven Recreation der Geburt” nach Ebba Boyesen bietet die Möglichkeit, die Phase der Schwangerschaft, Geburt und Anbindung noch einmal zu erleben, prägende Erinnerungen ins Bewusstsein kommen zu lassen und neue, unterstützende Erfahrungen zu machen.


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