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Ausgabe Februar 2019
Homöopathie - In Schwingung für die Lebenskraft ... von Nicola Cordes


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© StefanieB. - Fotolia.com

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Auch rund 230 Jahre nach ihrer Entdeckung bewegt Homöopathie die Menschen leidenschaftlich – die einen lieben sie für ihre beeindruckende Wirkung, die anderen verabscheuen sie, weil nicht sein kann, was nicht sein darf.

Was ist Homöopathie?
„Wähle, um sanft, schnell, gewiss und dauerhaft zu heilen, in jedem Krankheitsfall eine Arznei, welche ein ähnliches Leiden für sich erregen kann, als sie heilen soll.“ Samuel Hahnemann, Organon der Heilkunst

Der Begriff „Homöopathie“ stammt aus dem Griechischen und bedeutet „ähnliches Leiden“ (homoios = ähnlich, pathos = Leiden). Die grundlegendste Regel in der Homöopathie lautet entsprechend: „Ähnliches werde mit Ähnlichem geheilt“. Eine Substanz, die bei einem gesunden Menschen bestimmte Krankheitssymptome auslösen kann, ist in der Lage, einen Kranken mit eben diesen Symptomen zu heilen. Bekanntes Beispiel: Das homöopathisch aufbereitete Gift der Honigbiene wird eingesetzt bei roten wässrigen Schwellungen – eben solchen, die einem Bienenstich ähneln.

Aus diesem Grund wird jedes homöopathische Arzneimittel in einer Arzneimittelprüfung ausgiebig geprüft, d. h. der gesunde Prüfer nimmt das Mittel solange ein, bis er Krankheitssymptome entwickelt. Diese schreibt er alle auf. Über die Jahrhunderte wurden auf diese Weise Tausende von Mitteln von Prüfern untersucht. Die Symptome, die viele unterschiedliche Prüfer dabei bestätigen konnten, wurden in den homöopathischen Arzneimittellehren zusammengefasst und diese dienen homöopathisch Therapierenden als Grundlage für die Verschreibung des auf die Symptomlage des Menschen am besten passenden Mittels. Dabei werden homöopathische Arzneien keineswegs nur aus Pflanzen gewonnen, wie oft angenommen wird. Die Arzneien haben als Ausgangssubstanz Pflanzen, Tiere, Metalle und Mineralien sowie Krankheitserreger und zunehmend auch künstliche Stoffe wie Nitroglycerin oder Medikamente.

Kleine Dosis – mit großer Wirkung
Die Art der Zubereitung homöopathischer Arzneimittel, die sogenannte Potenzierung erhitzt naturwissenschaftlich denkende Gemüter. Die Ausgangsstoffe werden nämlich in einzelnen Schritten immer weiter verdünnt und dabei nach festen Regeln immer wieder geschüttelt. Bis sich die Ausgangssubstanz physikalisch nicht mehr nachweisen lässt. Das unterscheidet die Homöopathie von der Heilpflanzenkunde, wo die Pflanzen meist in ihrem Ausgangszustand verwendet werden. Paradoxerweise wirken homöopathische Medikamente sogar immer intensiver und nachhaltiger, je höher sie potenziert, also verdünnt sind. Genau aus diesem Grund steht die Homöopathie immer wieder in der Kritik – wo sich nichts Materielles mehr finden lässt, kann ja nichts wirken. Sicherlich wird künftige Forschung eine plausible physikalische Erklärung finden, warum Homöopathie so gut wirkt. Einstweilen müssen sich die Skeptiker damit trösten, dass evidenzbasierte Medizin vor allem auch Erfahrungsheilkunde ist. Und die Erfahrung der Therapierenden und der Patienten aus den letzten 230 Jahren ist so positiv, dass keine mediale Verunglimpfungskampagne bisher die Erfolgsgeschichte der Homöopathie aufhalten konnte. Homöopathie ist eine wundervolle, sorgfältig fundierte und zutiefst ganzheitliche Heilkunde.

Der Begründer der Homöopathie – Samuel Hahnemann
Christian Friedrich Samuel Hahnemann wurde 1755 als Sohn eines Meißener Porzellanmalers in ärmlichen Verhältnissen geboren. Außergewöhnlich intelligent und begabt, konnte er dank eines Förderers ein Medizinstudium absolvieren. Danach praktizierte er als Arzt und Chemiker und aufgrund seiner hervorragenden Fremdsprachenkenntnisse auch als Übersetzer wissenschaftlicher Bücher. 1782 heiratete er seine erste Frau Henriette Küchler, mit der er 11 Kinder hatte. Seine Tätigkeit als Landarzt machte ihn stetig unzufriedener. Die brachialen medizinischen Methoden seiner Zeit geißelte er in flammenden Abhandlungen. Besonders gegen die Aderlässe, die Darmspülungen und hohe Dosen teils giftiger Arzneimittel mit oft schrecklichen Nebenwirkungen protestierte er heftig. Schließlich war er so frustriert, dass er seine ärztliche Tätigkeit vorübergehend einstellte und ausschließlich als Übersetzer arbeitete. Im Zuge dieser Tätigkeit entdeckte er das Grundprinzip der Homöopathie und begann, mit den unterschiedlichsten Substanzen zu forschen. 1810 veröffentlichte Hahnemann sein „Organon der rationellen Heilkunde“, bis heute das Grundlagenwerk aller homöopathisch Therapierenden – und hielt ab 1812 an der Uni Leipzig Vorlesungen in Medizin. Dort führte er gemeinsam mit seinen Studenten und Kollegen eine Vielzahl an Arzneimittelprüfungen durch. Die Ergebnisse veröffentlichte er in der 6-bändigen „Reinen Arzneimittellehre“.

1821 siedelte Hahnemann nach Köthen über, wo er als Leibarzt von Herzog Ferdinand von Anhalt-Köthen endlich in gesicherten Verhältnissen lebte. Mittlerweile war er ein populärer Arzt und führte eine erfolgreiche Praxis.
Nachdem seine erste Frau Henriette nach 47 Ehejahren 1830 gestorben war, lernte er die 34-jährige französische Malerin Mélanie d’Hervilly kennen, die zunächst als Patientin zu ihm kam. Als 80-Jährger heiratete er Mélanie und zog mit ihr nach Paris. Dort führten beide bis zum Tod Hahnemanns im Jahr 1843 eine angesehene homöopathische Praxis, die von Patienten und Patientinnen aus ganz Europa und Angehörigen aller Gesellschaftsschichten aufgesucht wurde.

Der Chinarindenversuch – Die Entdeckung der Homöopathie
1790 übersetzte Hahnemann die „Materia Medica“ des Arztes William Cullen ins Deutsche. Darin beschrieb dieser die Verwendung von Chinarinde gegen Wechselfieber, die Malaria. Hahnemann misstraute der Begründung Cullens, diese helfe aufgrund ihrer adstringierenden Eigenschaften, und entschloss sich zu einem Selbstversuch. Dies sollte nicht nur sein Leben, sondern das unzähliger Menschen weltweit verändern.
Denn zu seinem Erstaunen entwickelte er nach mehrmaliger Einnahme typische Malaria-Symptome. Die Symptome verschwanden nach einigen Stunden und kehrten bei erneuter Einnahme wieder zurück. Er führte diese Prüfung daraufhin an anderen gesunden Menschen durch und schrieb ihre Reaktionen genauestens auf. Dies war die Geburtsstunde der Homöopathie.

Die Lebenskraft – Werden, wie wir gemeint sind
„Im gesunden Zustand des Menschen waltet die geistartige, als Dynamis den materiellen Körper belebende Lebenskraft (Autocratie) unumschränkt und hält alle seine Theile in bewundernswürdig harmonischem Lebensgange in Gefühlen und Tätigkeiten (…)“ Hahnemann, Organon, §§ 9–10

Wenn das Gleichgewicht der Lebenskraft eine Störung erfährt durch psychische oder physische Reize führt diese Dysbalance laut Hahnemann zur Entstehung von Krankheitssymptomen. Die Gesamtheit dieser Symp-tome dient dem Homöopathen als Wegweiser zum passenden Arzneimittel. Entsprechend orientiert sich das Heilmittel immer am ganzen Menschen mit seinen individuellen Symptomen – psychischen wie physischen. In diesem Ansatz liegt für mich der größte Schatz der Homöopathie.

Jeder Mensch trägt in sich Fülle, Kreativität, Gaben und Talente. Wir besitzen die Kraft zum Wachstum und der Entwicklung unserer ganz persönlichen Fähigkeiten. Doch oft gerät diese Lebenskraft ins Stocken. Berufliche und private Dauerbelastungen, Trauer, Traumata und die Schnelligkeit und Reizüberflutung einer Leistungsgesellschaft rauben uns Energie. An diesem Punkt setzt die Gabe eines passenden homöopathischen Mittels einen Impuls, die blockierte Lebenskraft wieder ins Fließen zu bringen – sozusagen als Erinnerungshilfe an unser ursprüngliches Gleichgewicht und Potenzial.



Nicola Cordes M.A., Heilpraktikerin & Systemische Therapeutin, Naturheilpraxis Lebensweise. Ihre Fachgebiete sind Homöopathie, Heilpflanzen und Coaching für Frauen. Sie bietet Veranstaltungen rund um Themen wie z. B. „Natürliche Frauenheilkunde“ sowie „Weibliche Kraft“ an.
Infos auf www.naturheilpraxis-lebensweise.de


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