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Ausgabe Juni 2018
Die Transformation des Inneren Kindes. ...von Bibiana Wachter

Ein Leben voll von Energie, Liebe und Klarheit

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© Dron - Fotolia.com

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Nie hätte ich mir vorstellen können, dass das möglich sein würde: Ich begleitete meine Mutter die letzten Wochen ihres Lebens und war voller Liebe für sie da, bis sie auf die andere Seite ging. In einem klarem Moment schaute sie mich ganz erstaunt an und sagte ungläubig: „Du bist mir so wohlgesonnen.“ Ja, das ist ein Wunder. Es gab Zeiten in meinem Leben, da war ich voller Hass und Wut für diese Frau. Und jetzt war nur noch tiefe Liebe da, Liebe bei ihr und Liebe bei mir.

Manchmal denke ich, wir wissen gar nicht in welch wundervoller Zeit wir leben. Unsere Übergangszeit erscheint uns schwierig, gleichzeitig haben wir mehr Werkzeuge für die Bearbeitung unserer Schwierigkeiten zur Verfügung als jede Generation zuvor. Und wir wissen gar nicht, wie mächtig wir sind. Denn wenn wir in Liebe sind, ist alles möglich. Ohne Liebe gibt es kein Leben. Das ist die zentrale Botschaft, mit der ich immer wieder konfrontiert werde. Und sie entspricht gänzlich meiner Erfahrung. Denn ohne meine inneren Strukturen durch Liebe zu heilen, wäre ich nicht mehr am Leben.

Welche Macht in uns liegt, erfahren wir normalerweise auf negative Art. Da ist ein Teil in Dir oder in mir, der eine Verletzung erfahren hat, sei es in der frühen Kindheit oder noch während der Schwangerschaft im Bauch der Mutter. Dieses Kind ist wie ein Schwamm. Es saugt alle Erfahrungen in sich auf. Dadurch wird es geprägt mit ganz persönlichen Strukturen und Thematiken. Das ist das Skript, das ich auch als Astrologin erkennen kann.
Weil uns als Erwachsener gar nicht bewusst ist, was unser inneres Kind alles erfahren und erleiden musste, wiederholen wir unbewusst immer wieder Situationen, die von der Energie her genau dieser ersten Erfahrung entsprechen. Nur so kann sich dieser Teil in uns, das innere Kind, bemerkbar machen und zeigen, wie es ihm wirklich geht. Wenn wir als Kind zutiefst geliebt und versorgt worden wären, würden wir auch in unserem Leben nur Liebe und Fülle kreieren. Es geht also darum, uns wieder selbst zu ermächtigen und unsere eigene Göttlichkeit zu leben.

Ich selbst habe vor einigen Jahren mein schlimmstes Kindheitstrauma wiederholt. Mir war damals jedoch die Dimension dieser Verletzung nicht bewusst, da mir die Situation in der Kindheit nicht bekannt war. Ich wurde durch weise Wege und Fügungen zu einer Energiearbeit mit dem inneren Kind geführt, die mir heute ein ganz normales Leben ermöglicht. Diese Arbeit verändert die inneren Strukturen grundlegend. Denn wenn wir unserem inneren Kind die Möglichkeit geben, sich auszudrücken, all den Schmerz, den Verlust, die Verletzungen sein lassen und dieses Kind mit Vergebung und Liebe und anderen Energien auffüllen, so verändern wir die Botschaften, die wir in unseren Zellen tragen. Das ist manchmal kein einfacher Spaziergang, sondern ein tiefer Transformationsprozess. Der Lohn ist deutlich zu sehen, wenn die Außenwelt sich entsprechend verändert. Ich kenne keine andere Arbeit, die so unmittelbar und nachhaltig wirkt.

Seit 13 Jahren bin ich in dieser Arbeit ausgebildet und immer wieder erstaunt und glücklich, wenn ich die Erfolge bei Klienten sehe. Es ist überraschend wie überzeugend, wie simpel die Zusammenhänge sind. Als Beispiel möchte ich erzählen, wie ich einmal acht Monate lang um eine Anhörung bei einer Kommission kämpfte, die mir verwehrt wurde. Ich arbeitete daraufhin mit dem inneren Anteil des Kindes, das nicht gehört wird. Und so war es auch. Ich sah dieses kleine Mädchen schreiend in seinem Körbchen liegen und kein Mensch kümmerte sich. Ich sah meine Mutter hin und her laufen, sie hatte aber andere Dinge zu tun. Ich schrie mir die Seele aus dem Leib, bis ich resigniert aufgab. Diese Situation bearbeitete ich. Drei Tage später erhielt ich ein Schreiben, dass meine Anhörung doch bewilligt wird mit dem entsprechenden Termin.

Dieses Beispiel mag banal klingen, aber es geht auch komplexer. Eine Klientin, mit der ich schon länger arbeitete, kam an einen Punkt, wo ihr ihre gesamte Situation nicht mehr gefiel. Ihr Mann war vor ihr schon mal verheiratet und hatte bereits zwei Kinder. Entsprechend unterstützte er seine Ex-Frau auch finanziell. Da er aber wegen seiner Liebe - meiner Klientin - seinen Wohnort gewechselt hatte, hatte er nur eine halbe Arbeitsstelle, sein Verdienst ging fast vollständig für den Unterhalt drauf. Ihr war klar, dass sie gerade die Seite an ihm schätzte, die Verantwortung für seine ehemalige Familie übernahm. Das hieß jedoch, dass sie ihn im gemeinsamen Leben finanziell unterstützen musste. Wir waren beide ratlos, wie diese Pattsituation zu lösen sei. Doch die Weisheit des Kosmos ist unendlich. Wir übergaben das Problem der göttlichen Energie und bearbeiteten es. Es stellte sich heraus, dass meine Klientin schon als kleines Kind das Gefühl hatte, das Standbein für ihren Vater ersetzen zu müssen, denn er hatte auf Grund einer Erkrankung in seiner eigenen Kindheit ein amputiertes Bein. So setzte sie ihre Geschichte in ihrer Beziehung fort, das zweite Bein zu sein. Drei Wochen später erhielt ihr Mann ein Schreiben, dass seine Stelle mit entsprechender Gehaltserhöhung aufgestockt wird.

Gar nicht überraschend hingegen ist die Tatsache, dass sich manche Themen durch Generationen hindurch ziehen und, wenn unbearbeitet, immer wiederholt werden. Astrologische Familienaufstellungen machen es sichtbar. Es zu wissen ist eine Seite, es an der eigenen Geschichte zu erfahren, eine andere. Wenn beispielsweise die ursprüngliche Verbindung zur Mutter fehlt, hat das fatale Folgen für alle Beziehungsthemen. Die erste Beziehung, die jeder Mensch erfährt, ist die Beziehung zur Mutter. Sie lehrt uns alles über Liebe, da wir sie schon während der Schwangerschaft erleben. Wenn jedoch die Mutter selbst keine verlässliche und liebevolle Beziehung zu ihrer Mutter erfahren hat, kann sie diese Erfahrung nicht weitergeben. Wenn wir diese Verbindung als Kind aber nicht genug erleben, können wir als Erwachsene auch keine erfüllende Beziehung leben. Wir werden uns immer wieder in Situationen wiederfinden, die dieser ersten Erfahrung gleichen. Sei es als Geliebte eines verheirateten Mannes, ständige One-Night-Stands, in Beziehung mit Verlassenheitsängs-ten oder einem immerwährenden Einsamkeitsgefühl. Wenn wir in der Energiearbeit zu Eltern, Großeltern weitergehen, werden wir dieses Thema in den verschiedensten Variationen wiedererkennen.

Ein Vater, der als Kind zu entfernten Verwandten gegeben wurde, eine Großmutter, die lieber als Junge auf die Welt hätte kommen sollen und daher nicht beachtet wurde, ein Urgroßvater, der in tiefer Sehnsucht nach Nähe seine Frau vergewaltigt. Themen wie Vergewaltigung und Missbrauch ziehen sich immer durch alle Generationen, da ohne Verbindung auch der Schutz nicht gewährt ist, den eine Mutter ihrem Kind gibt, mit allen Folgen.

Diese Themen sind sehr komplex und es dauert einige Zeit das innere Kind zu stabilisieren. Man kann es sich wie ein Gefäß vorstellen, das in tausend Scherben zerbrochen ist. Mit jeder Arbeit fügt man einen Teil ein, man klebt erst den Boden zusammen, dann einen Teil der Wände. Je mehr innerlich geklärt ist und die Anteile des inneren Kindes an ihre zustehenden Plätze gekommen sind, desto stabiler und emotional ausgeglichener werden wir. Das Gefäß, das wir sind, ist kein Loch ohne Boden mehr, es kann die Energie halten. Die geheilten Anteile können in Liebe agieren.

Maria Bibiana Wachter
ist Heilpraktikerin für Psychotherapie und geprüfte Astrologin vom DAV
Infos auf www.BibianaWachter.de


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