aktuelle Seite: ARCHIV   
Jahr:
2018 | 2017 | 2016 | 2015 | 2014 | 2013 | 2012 | 2011 | 2010 | 2009 | 2008 | 2007 | 2006 | 2005 | 2004 | 2003 | 2002 | 2001 |

Ausgabe Mai 2018
Das Herz führt immer zum Lebenserfolg. ...von Robert Betz


art94463
© fizkes - Fotolia.com

Vergrößern hier klicken.
Grundlage für ein glückliches, erfolgreiches Leben
Millionen Menschen hätten gerne das, was wir Erfolg nennen und leben mehr oder weniger dafür. Diese Art von Erfolg besteht darin, dass man anderen möglichst viel vorzeigen kann, er besteht im Haben. Menschen wollen zunächst einmal Erfolg haben statt erfolgreich zu sein und dieser Erfolg besteht zunächst in den äußeren Zeichen des Wohlstands, also Haus oder Eigentumswohnung, Autos und Motorrad, alle Arten von technischem Komfort usw. Vor allem unsere Kleidung soll signalisieren, ob wir zu den Erfolgreichen gehören bzw. gehören wollen, je cooler, desto erfolgreicher. Dann wollen wir einen Partner haben, wer einen hat, gilt als erfolgreicher als der, der keinen hat. Wir wollen einen Beruf haben und einen Körper, der gut aussieht. Der Mensch mit gebräuntem, schlank-trainiertem Körper wähnt sich als erfolgreicher als der ohne. Unser Erfolg besteht in den Augen der meisten in dem, worum uns andere beneiden könnten und das ist in erster Linie das Vorzeigbare und Anfassbare. Der Normal-Mensch strebt nach Anerkennung und einem guten Image.

Höchste Zeit, unsere Vorstellung vom Erfolg zu hinterfragen
Mehr und mehr Menschen erleiden mit diesem Konzept jedoch Schiffbruch. Äußerem Wohlstand und Glanz steht immer mehr das innere Elend gegenüber, sei es in Form von Depression, Ängsten, Verlassenheit, Süchten aller Art und einem gequälten, kranken Körper.
Darum ist es höchste Zeit, unsere Vorstellung von Erfolg zu hinterfragen und neu zu bestimmen. Jeder Mensch hat in meinen Augen einen Anspruch auf ein Leben in der Fülle. Nur kann diese Fülle völlig unterschiedlich aussehen. Wer es seiner Umwelt überlässt, was er selbst zu einem glücklichen, erfolgreichen Leben benötigt, der wird unglücklich bleiben. Wer sich an dem orientiert, was der Nachbar, die Kollegin, die anderen haben und vorzeigen und leben, der wird ein geborgtes, aber nicht sein eigenes Leben führen. Das führt zu einem Gefühl der Leere, der inneren Hohlheit, die wiederum gefüllt werden will, sei es mit süßen Dingen oder mit Drogen, mit viel Fleisch vom Metzger oder mit anderen Körpern beim Sex, mit ununterbrochenen medialen Reizen von Bildern und Tönen oder gleich allem zusammen. Der coole Mensch von heute geht nicht mehr „unplugged“ durchs Leben, sondern verkabelt mit MP3 oder iphone mit Handy oder Mini-TV. Das soll Erfolg sein?
Diesem merkwürdigen Erfolgskonzept kehren mehr und mehr Menschen in den letzten Jahren den Rücken zu. Sie suchen, wie vielleicht auch Sie selbst, nach einem Leben, das nicht nur im Außen erfolgreich aussehen soll, sondern auch im Innern als höchst erfüllend, beglückend und zutiefst befriedigend gefühlt werden kann. Von diesem Erfolg soll hier die Rede sein. Diese Menschen machen nicht mehr die Anerkennung der anderen zum Maßstab ihres Erfolgs, sondern den täglich erlebten Genuss eines glücklichen, singenden Herzens in einem gesunden Körper, zusammen mit gleichgesinnten Menschen, die sich gegenseitig unterstützen.

Der Stimme des Herzens lauschen
Wenn wir aufhören, Erfolg von unserem Verstand her zu definieren, rückt unser Herz in den Bereich unserer Aufmerksamkeit. Unser Herz hat eine Schlüsselrolle, wenn es um ein erfolgreiches Leben geht. Wer auf sein Herz setzt, der kann den Erfolg seines Lebens nicht verpassen. Hierzu ist es notwendig zu beginnen, der Stimme des eigenen Herzens zu lauschen. Vielen Kopfmenschen, die bisher versuchten, denkend glücklich zu werden, scheint das eigene Herz ein Buch mit sieben Siegeln zu sein. Das ist nicht verwunderlich, da wir doch alle in unserer Kindheit einmal dieses Herz verschlossen haben, als es zu weh tat, wenn wir zurückgewiesen, kritisiert, domestiziert, missbraucht oder ignoriert wurden.
Jeder von uns hat jedoch diese Instanz, die wir Herz oder innere Stimme oder innere Führung nennen können. Sie sagt uns in jedem Moment, wo es langgeht auf dem Weg zum Glück. Sie signalisiert uns immer, was sich „stimmig“ und was sich „unstimmig“ anfühlt. Wenn Sie in ein neues Restaurant gehen, spüren Sie in der ersten Minute, ob sie hier bleiben wollen oder nicht.

„Gehst du nicht nach innen, gehst du leer aus.“
Um diese solide Basis für ein erfolgreiches Leben in Besitz nehmen zu können – die Stimme des eigenen Herzens – bedarf es des Nach-innen-Gehens. Unsere so extrem außenorientierte, aktions- und reizüberflutete Welt hat uns dazu ge- und verführt, im Außen das Glück zu suchen. Wer in seinem Leben erfolgreich sein, und das heißt für mich auch immer glücklich sein will, der darf sich entscheiden, immer wieder nach innen zu gehen und still zu werden. Das heißt, Zeit mit sich selbst – ohne jede Aktion – in der Stille zu verbringen, ob bei Meditation, QiGong, Yoga, TaiChi, Zen oder anderen inneren Übungen, bei Kontemplation oder Gebet – nur in der Stille finden wir den Weg zu unserem Innersten, von dem die meisten Menschen nicht einmal wissen, dass es so etwas gibt.

Selbstzentriertheit statt Du-Sucht
Nur im Stillen Nach-innen-Gehen kann ich die Signale meiner Seele bzw. meines Herzens erspüren und erlauschen. Mit diesem Nach-innen-Gehen eng verbunden ist die Haltung der Selbst-Zentriertheit, die wir wieder einüben dürfen, nachdem wir von unseren Müttern und Vätern das Gegenteil vorgelebt bekamen: das Sich-ständig- um-andere-Kümmern, das Sich-Aufopfern, das Sich-Einmischen in anderer Angelegenheiten und das Sich-Sorgen -Machen. Nur wer selbst-zentriert sich zunächst einmal gut um sich selbst kümmert, sowohl um seinen Körper wie um seine bisher meist verdrängten Gefühle, um seine Herzenswünsche wie um seine „Baustellen“ im Außen, anstatt sich in der traditionellen Du-Sucht zu verlieren, der hat Aussicht auf ein zutiefst erfolgreich-beglückendes Leben, ob in Partnerschaft oder allein lebend. Der selbstzentrierte Mensch übernimmt seine Verantwortung für alle eigenen Belange sowie für sein gesamtes Lebensglück und erwartet nicht von anderen, dass sie ihn glücklich machen sollen.
Wer Erfolg in seinem Leben haben will, muss selbst als Mensch ein Erfolg sein und sich als solchen empfinden. Frage an Sie: Sind Sie, fühlen Sie sich als einen Erfolg? Und betrachten Sie Ihre gesamte bisherige Lebensleistung als eine erfolgreiche Geschichte?
Sie können nur dann für sich ein Erfolg sein und sich als solchen fühlen, wenn Sie Ihr Herz öffnen für die Liebe zu sich selbst und zu allem, was Sie bisher erschaffen haben in Ihrem Leben. Wer mit sich hadert und grollt, wer sich Vorwürfe macht und sich verurteilt für seine sogenannten Fehler, der stellt die Weichen auf Misserfolg. Ich lade Sie ein, sich alles zu vergeben, was auf Ihrer persönlichen Minus-Liste steht, denn Sie haben hier wertvollste Erfahrungen gesammelt. Erst wer mit seiner Vergangenheit inklusive seiner vielleicht unglücklichen Kindheit bei Vater und Mutter in den Frieden kommt, der lässt seine Vergangenheit los und hat die Hände frei, um die Geschenke des Lebens heute zu empfangen.

Was will ich eigentlich hier in diesem Leben?
Wer Erfolg in seinem Leben haben will, der darf sich erst einmal der Unklarheit in seinem Geist bewusst werden, wenn es um die Antwort auf die Frage geht: Was will ich eigentlich hier in diesem Leben? Wer will ich sein? Was soll mir das Allerwichtigste sein? Dies sind die Grundfragen nach dem Sinn des Lebens, auf die jeder für sich kristallklare Antworten finden darf. "Die meisten Menschen wissen nicht, was sie wollen und die anderen glauben nicht dran", sagt Paul Ferrini so schön in seinem herrlichen Buch „Stille im Herzen“.

Arbeit ist sichtbar gemachte Liebe"
Das Herz führt immer zum Erfolg. Erfolg ist immer das, was mich zutiefst glücklich macht und erfüllt, nicht der Oberflächenreiz unserer Ha-Ha-Ha-Spaßgesellschaft. Um diesen Erfolg zu ernten, brauchen Sie weder Rhetorik-Kurse noch Farb- und Stilberatung noch aufpushende Motivationskurse. Was Not tut, ist das Verstehen unseres Herzens und das Wieder-Öffnen desselben für die Liebe zu uns selbst und zu allem, was wir tun. So will auch unsere Arbeit mit Liebe getan sein, denn „Arbeit ist sichtbar gemachte Liebe“. Wer aber ohne Liebe und ohne Freude und nur mit Widerwillen arbeitet, dem ruft Khalil Gibran in seinem „Propheten“ zu: „Dann lasst besser eure Arbeit und setzt euch ans Tor des Tempels und nehmt Almosen von denen, die mit Freude arbeiten. Denn wenn ihr mit Gleichgültigkeit Brot backt, backt ihr ein bitteres Brot, das nicht einmal den halben Hunger des Menschen stillt. Und wenn ihr die Trauben mit Widerwillen keltert, träufelt eure Abneigung ein Gift in den Wein...“. Dasselbe gilt auch für unsere Arbeit von heute, die meist nur noch „Job“ genannt wird. Was für eine Arbeit du ausübst und ob eine Tätigkeit dich mit Freude erfüllt, hängt nicht von den Managern der Wirtschaft ab, sondern von deiner Entschlossenheit, dein Herz zum Singen zu bringen und dein Leben zu einem Erfolg zu machen.

Robert Betz , Diplom-Psychologe, zählt zu den erfolgreichsten Lebenslehrern und Seminarleitern im deutschsprachigen Raum. Auf seinen Veranstaltungen begeistert er jährlich über 50.000 Menschen.
Seine Bücher gehören zu den Bestsellern der Lebenshilfe-Literatur.
Infos und Veranstaltungen unter www.robert-betz.de


Weitere Informationen werden im Archiv nicht angezeigt.