aktuelle Seite: ARCHIV   
Jahr:
2018 | 2017 | 2016 | 2015 | 2014 | 2013 | 2012 | 2011 | 2010 | 2009 | 2008 | 2007 | 2006 | 2005 | 2004 | 2003 | 2002 | 2001 |

Ausgabe Februar 2018
Mit Heilpflanzen durch das Jahr 2018.02: Die Myrrhe. Weihnachten ist nie vorbei

Beitragsreihe von Cornelia Titzmann, Heilpraktikerin und Dozentin für Phytotherapie

art94116
© Swapan - Fotolia.com
Myrrhe bezeichnet ein Gummiharz aus Arten der Gattung Commiphora, den Balsamgewächsen. Ihr Name kommt vom arabischen Wort mur und bedeutet bitter.
Dieses herrlich aromatisch duftende Harz fließt (meist) freiwillig aus einem kleinen Baum von drei Metern Höhe, mit einem dicken Stamm mit abblätternder Rinde und spitzdornigen Ästen. Er ist hervorragend an Trockenheit angepasst und wächst hauptsächlich in Nordafrika und Südarabien. Ägypten, Somalia, Äthiopien und der Oman sind „seine“ Länder. Wenn es freiwillig fließt, soll es am besten wirken. Die Harze enthalten Bitterstoffe, ätherische Öle, Sesquiterpene. Fast jeder kennt das Geschenk der Könige. Die drei Weisen aus dem Orient haben es neben Weihrauch und Gold dem Jesuskinde dargebracht. Schon vor über 3.000 Jahren nutzte man es zum Balsamieren und als Räucherwerk. Das Judentum kennt es als Bestattungsbestandteil. Auch schon im Altertum wurde es zur Parfümierung genutzt. Die griechische Mythologie kennt es als smyrna, eine traurige Geschichte über väterlichen Missbrauch, in der sich die Tochter in einen Myrrhenbaum verwandelt. In der Medizin wurde es hochgeschätzt. Schmerzstillend, entzündungshemmend, fiebersenkend, krampflösend und blutstillend soll es wirken. Eine besonders aphrodisierende Wirkung wurde dem Parfüm zugeschrieben, eine Empfehlung für alle Geschlechter! Der neue genderübergreifende Duft ... Heute wird die Medizinaldroge vorwiegend bei Erkrankungen des Darmes empfohlen. Reizdarm, Colitis ulcerosa, Morbus Crohn, aber auch einfach nur Blähungen und Durchfall sind gut zu begleiten. Auch zur Behandlung gereizter Mundschleimhaut wird es empfohlen. Eine Spülung mit Rathania zusammen wirkt desinfizierend und heilend. Früher wurde gern dem Wein Myrrhe beigefügt, als Medizin und zum Genuss. Vielleicht verschenken Sie auch nach Weihnachten einfach mal Myrrhe, als Parfüm oder als Räucherharz, in Olivenöl als Massagebalm?

Anwendungstipp:
Bei Beschwerden im Verdauungsbereich ist ein gut geprüftes Mittel namens Myrrhinil-Intest, eine Kombination aus Myrrhe, Kamille und Kaffeekohle. In der Apotheke erhältlich. Bei anhaltenden Beschwerden wie immer: Fachkräfte fragen!

Cornelia Titzmann
Naturheilpraxis Horst-Kohl-Str. 2, 12157 Berlin
Infos und Kurse: www.corneliatitzmann.de


Weitere Informationen werden im Archiv nicht angezeigt.