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Ausgabe Juni 2016
Mit Heilpflanzen durch das Jahr 2016. 06: Die Taigawurzel - Ein Weg aus dem Stress

Beitragsreihe von Cornelia Titzmann, Heilpraktikerin und Dozentin für Phytotherapie

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Eleuthercoccus – senticosus, das zergeht auf der Zunge. Die Wurzel dieser Pflanze gehört zur Famlie der Efeugewächse, sogenannter Araliaceae. Sie kommt wirklich aus Sibirien, sibirische Taigawurzel, sogar „Tigerwurzel“ wird sie manchmal genannt. Die Droge wird heute vorwiegend aus Nordchina und Korea importiert. Sie muss großer Kälte im Winter und enormer Hitze im Sommer standhalten. Die Pflanze wird 4-6 Meter lang und die jungen Triebe sind mit Dornen besetzt, deshalb der Zusatz senticosus. In der Heilkunde Süd-Ostasiens ist die Pflanze seit Jahrtausenden bekannt und ihre Heilwirkung wird hoch geschätzt. In Europa verwenden wir sie seit dem 17. Jahrhundert, aber ihre moderne Wirkung “gegen den Stress“ ist so etwas relativ Neues. Die Inhaltsstoff-Analysen laufen, und begründen wollen wir ja ihre wunderbare Wirkung. Cumarine, Lignane, Saponine, Polysaccharide, Gerbstoffe, Bitterstoffe, Farbstoffe, so liest sich inzwischen die Palette der gefundenen Inhaltsstoffe. Sie erklären einiges, doch wie so oft nicht alles. Doch nun erst mal: Wofür denn nun?
Ist einem immer kalt, kann sich schlecht an Außentemperaturen angleichen, immer müde, schnell gestresst, obwohl „nichts“ ist, dann passt sie ganz gut. Zur Erholung nach langen, zehrenden Krankheiten, erhöhter Infektanfälligkeit, bis hin zu Schlafstörungen und depressiven Verstimmungen sind ihre Indikationen.
Das moderne (Un-)Wort „Burnout“ enthält alle diese Symptome. Doch wie kommt es dazu? Wenn der Organismus und die Psyche eines Menschen lange genug krankmachendem Stress ausgesetzt sind, kann es dazu kommen. Es gibt Auslöser, die wir alle kennen : schwierige Arbeitssituation oder Arbeitslosigkeit, Konflikte mit der Familie oder mit anderen Sozialkontakten, Lärm, Schlafmangel, Drogenabusus und vieles mehr. Der Patient entwickelt dann ganz unterschiedliche, individuelle Symptome. Die natürliche Abwehr lässt nach, das Lymphsystem arbeitet nicht mehr richtig, es kann zu Muskelverspannungen kommen und anderem.
Die Taigawurzel setzt nicht so sehr an den einzelnen Symptomen an, sondern kräftigt eher das Gesamtsystem. Dadurch können die Stressfaktoren besser verarbeitet werden. Das Nervensystem wird beruhigt und gestärkt, die Lymphe wird angeregt, die Verdauung funktioniert besser und manches mehr. Hier kann man also wirklich von einer Vorsorge-Pflanze sprechen. Eine wahre Gesunderhalterin!
Lassen Sie sich auf die Tiger-Stärke ein!

Anwendungstipp
Taigawurzel gibt es als Tee: Rhizoma Eleuthercocci, 1Teelöffel/Tasse mindestens 20 Minuten ziehen lassen, 4 Wochen täglich eine große Tasse zum Frühstück.
Als Präparat aus der Apotheke , z.B. ELEU CURARINA Tropfen. Achtung: enthält Alkohol. Dosierungsanweisung liegt bei.
Sie können auch mal nach altem Brauch einen Pflanzensud herstellen: die getrocknete Wurzel (Apotheke) in kaltem Wasser einweichen und mit den Händen ca. 10 Minuten „durchmatschen“. Durch ein Sieb gießen und täglich eine Tasse trinken. So soll sich der Geist der Pflanze über die Hände in den Körper seinen Weg bahnen. Aber lassen Sie sich nicht beißen!


Die Autorin Cornelia Titzmann ist Heilpraktikerin in eigener Praxis. Infos unter www.corneliatitzmann.de


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