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Ausgabe Juni 2015
Bewegung hält jung. Von Barbara Simonsohn



Der Mensch sitzt dauernd – im Auto, im Büro oder vor dem Fernseher. Nicht nur die Muskulatur wird schlaff und Fettpölsterchen sammeln sich an, sondern auch das Gemüt leidet. Wer etwas daran ändern will, braucht nicht gleich mit Marathonstrecken anzufangen.
„Führ täglich deinen Hund spazieren, auch wenn du keinen hast.“
So einfach ist das Patentrezept des Altersexperten des Münchner Krankenhauses Neuperlach für Wohlbefinden in jedem Alter. Wer etwas für die Fitness tun will, sollte allerdings zügig gehen, am Besten „Walken“. Dieser Ausdauersport, in der die Arme mitschwingen, ist besonders für Menschen mit Übergewicht dem Joggen vorzuziehen, weil er die Gelenke und Bandscheiben nicht belastet. Nur ein Zehntel der Befragten entschieden sich bei einer repräsentativen Befragung nach der beliebtesten Freizeit-Sportart fürs Joggen, die Hitliste der beliebtesten sportlichen Aktivitäten führen Fahrradfahren (35 %) an, gefolgt von Schwimmen mit 28 Prozent und Wandern mit 20 Prozent.
Wenn ich Bekannte frage, ob sie sich sportlich betätigen, sagen sie oft: „Ja klar, ich fahre ja mit dem Rad zum Einkaufen.“ Fünf Minuten mit dem Rad zu fahren, an der roten Ampel oder am Geschäft stehen zu bleiben, um dann weiterzufahren, hat allerdings mit Ausdauertraining nichts zu tun. Bei einem Herz-Kreislauf-Training durch Sport muss der Puls mindestens zwanzig Minuten erhöht sein. Besser noch ist eine halbe Stunde, von Sportmedizinern werden 40 Minuten als Ideal angesehen, und mindestens drei Mal die Woche, ideal wäre ein tägliches Training mit wöchentlich einem Tag Pause. Die besten Ausdauer-Sportarten sind Dauerlauf oder Joggen, Rollerblades fahren, Schlittschuh fahren oder Ski Langlauf. Schwimmen ist zwar positiv für Herz und Kreislauf, aber oft ist es in der Schwimmhalle oder im Freischwimmbad zu voll, um zwanzig Minuten zügig durchzuschwimmen. Außerdem schwitzt man im Wasser nicht, und das „aktive Schwitzen“ beim Ausdauersport ist eine tolle Gelegenheit, Schlacken und sogar Schwermetalle wie Blei und Cadmium loszuwerden. Wer nur in der Sauna passiv schwitzt, hat nicht denselben Effekt.
Ich laufe jeden Tag zwischen einer halben und einer Stunde so langsam, dass man sich noch unterhalten kann. Allerdings laufe ich lieber allein, da man durch Gespräche seinen Atemrhythmus durcheinander bringt. Wichtig sind gute, gepolsterte Laufschuhe, die man sich nicht im Kaufhaus, sondern im Fachgeschäft, zum Beispiel „Runner´s Point“-Länden, kauft. Die Schuhe müssen dem Fuß und den Bodenverhältnissen angepasst sein und müssen eine Nummer größer als die normale Schuhgröße sein. Da man fast immer auch ein paar Meter auf Asphalt laufen muss, kommen nur Laufschuhe mit Luftkissen infrage. In den „Runner´s Point“-Läden, die es in fast jedem Einkaufszentrum gibt, kann man die Schuhe auf einem Laufband ausprobieren. Die Beratung ist hervorragend, und es gibt auch Sonderangebote außerhalb der Sommer- und Winterschlussverkaufszeiten. Wer vorhat, täglich zu joggen, sollte unbedingt zwei Paar Laufschuhe zum Wechseln haben.

Wer anfängt zu laufen...
sollte sich eine Stecke in der Natur aussuchen. Am Anfang läuft man ein paar hundert Meter, und wenn einem die Puste ausbleibt, geht man ein paar Schritte, bis man wieder weiterlaufen kann. Die Naturerlebnisse sind gerade bei Wind und Wetter oft atemberaubend. Ich liebe es, in Hamburg durch den Dahliengarten oder Schulgarten im Volkspark mit seiner bezaubernden Farb- und Duftvielfalt zu laufen. Einmal habe ich im Nebel einen Buntspecht in nur einem Meter Entfernung beim Klopfen beobachten können. Die Elbe ist bei jeder Wetterlage, auch bei Sturm und Regen, einen Lauf wert.
Im Sommer laufe ich in Shorts und T-Shirt, im Winter mit langärmeligem T-Shirt und Jogginganzug. Auf Synthetics sollte man verzichten. Egal wie kalt es ist, nach spätestens fünf Minuten Laufen wird einem mollig warm. Mit Joggen kann man in jedem Lebensalter anfangen. Auch wer 10 oder 15 Jahre „nichts getan“ hat, kann sich bis ins hohe Lebensalter fit und beweglich wie ein 40jähriger halten. Mein Opa hat sich mit 95 Jahren eine Laufstrecke auf seinem Grundstück angelegt und er wurde 105!
Mein Sohn Michael, 27, joggt zwar auch manchmal mit mir durch den Volkspark und schafft locker eine halbe Stunde, aber auf Roller Blades skaten findet er „cooler“. Der Vorteil dieser Ausdauersportart: Man schont die Gelenke. Allerdings kann man nur auf Asphalt skaten und die Verletzungsgefahr ist größer. Auch Erwachsene sollten unbedingt Helm, Knie- und Ellenbogenschutz tragen, und dann auch noch spezielle Handschuhe. Beliebte und gute Marken für die schnellen Schuhe mit Rollen sind „K2“ und „Rollerblades“.
Wer nicht allein mit joggen oder anderen Ausdauersportarten anfangen will, hat in Sportvereinen eine gute Möglichkeit, in der Gruppe zu trainieren. Vielleicht lässt er sich durch seine Mitstreiter sogar bewegen, an einem Volkslauf oder Marathon oder einem Inline-Skate-Wettbewerb mitzumachen. Wichtig: nicht verbissen trainieren, sondern den Spaß an der Sache in den Vordergrund rücken, damit man bei der Stange bleibt!

Die Autorin Barbara Simonsohn ist Verfasserin mehrerer Bücher zu Ernährung und Gesundheit sowie Lehrerin des Authentischen Reiki. Infos auf: www.barbara-simonsohn.de
Infos: Deutscher Inline-Skate Verband, Geschäftsstelle, Bergstr. 20, 64342 Seeheim-Jugenheim, Joggen und Marathontraining: über die Sportvereine

Literaturtipps:
Gertrud Pfister, „Fit und gesund mit Sport.“ Orlanda-Verlag, 330 S., 39,80 Euro
Reclam-Heft „Sport ist Mord“ – Texte zur Abwehr körperlicher Betätigung“, Reclam in Leipzig 1996, 208 S., 19,- Euro
Hans A. Bloss, «Topfit durch Bewegung», 172 S., Ehrenwirth-Verlag


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