aktuelle Seite: ARCHIV   
Jahr:
2019 | 2018 | 2017 | 2016 | 2015 | 2014 | 2013 | 2012 | 2011 | 2010 | 2009 | 2008 | 2007 | 2006 | 2005 | 2004 | 2003 | 2002 | 2001 |

Ausgabe Mai 2015
Mit Heilpflanzen durch das Jahr 2015. 05: Der Borretsch - Das blaue Wunder

Beitragsreihe von Cornelia Titzmann, Heilpraktikerin und Dozentin für Phytotherapie

Borago officinalis, die Stammpflanze der Raublattgewächse wird auch Gurkenkraut, Blauhimmelstern oder Herzfreude genannt. Sie stammt aus dem Orient und hat sich vor allem im Mittelmeerraum verbreitet. Der Borretsch hat wirklich raue Blätter, die schon bei leichter Berührung pieken. Die Pflanze wird ca. 80 cm hoch und hat wundervolle lichte blaue Blüten. Sie wächst rasch und verwildert gerne, braucht aber humusreichen Boden. Sie wurde vorwiegend als Viehfutter angebaut und im Garten als Gewürz. Sie zählt zu den wichtigsten Bienenpflanzen überhaupt. Der Besuch dieser Pflanzen soll die Bienen sogar gegen Milbenbefall stärken. Ihre Inhaltsstoffe sind sehr interessant. Die Pflanze enthält vor Allem Mineralien, unter anderem Silizium, Kalzium, Kupfer und Kobalt. Deshalb wurde sie zum Aufbau, zur Stärkung und bei Problemen des Bindegewebes angewendet. Desweiteren enthält die Pflanze Schleim, Allantoin, Saponine, Gerbstoffe und einen blauen Farbstoff namens Antocyan. Geringe Mengen bestimmter Alkaloide, die in größeren Mengen lebertoxisch wirken, haben den Borretsch auf den „Index“ gebracht. Das heißt er darf heute als Heilpflanze nicht mehr für den innerlichen Gebrauch abgegeben werden. Als Gewürz ist er aber noch zugelassen. Die Blüten können im Salat gegessen werden. Sie enthalten genau wie die Samen fast keine Alkaloide. Der Same ist fetthaltig und aus ihm wir ein heilkräftiges Öl gewonnen, welches bei Hauterkrankungen eingesetzt wird. Andere Pflanzen aus derselben Familie haben ähnliche Wirkungen. Zum Beispiel der Beinwell (Symphytum), das Lungenkraut (Pulmonaria) oder das Vergißmeinnicht (Myosotis avense).
Die alten Schriften weisen dem Borretsch eine gute Heilwirkung für die Lymphe zu. Bei Lungenerkrankungen, Knochenleiden und bei Venenenzündungen wurde er eingesetzt. Er wirkt kühlend und Gewebe aufbauend. Schon der Anblick soll aufhellende Wirkung auf das Gemüt haben. Aus den Blüten und Blättern kann man ein sehr schönes Massageöl herstellen.

Anwendungstipp
Blüten und Blätter sammeln, in kleine Stücke rupfen, eine Handvoll in ca. 500ml gutes Olivenöl geben. Ca. eine Woche ziehen lassen und danach auf dem Herd erwärmen, bis kurz vor dem Siedepunkt (80 Grad).
Abkühlen lassen, abseihen und in dunkler Flasche kühl aufbewahren. Sie haben so ein hervorragendes Massageöl bei Knochenschmerzen, rheumatischen Beschwerden wie Ischias, Hexenschuss. Auch gut nach Verletzungen wie Brüchen, Verstauchungen etc.

Die Autorin Cornelia Titzmann ist Dozentin für Phytotherapie (SHS) und Heilpraktikerin in eigener Praxis.
facebook: Naturheilpraxis Cornelia Titzmann


Weitere Informationen werden im Archiv nicht angezeigt.