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Ausgabe März 2015
Genussvoll flirten. Wie einem das Unbewusste dabei hilft, weiß Giovanna Eilers


Robert ist ein viel beschäftigter Mittvierziger und lebt allein. Schon lange wünscht er sich, jemanden kennenzulernen. Aber wo und wie stellt er das an, eine Frau anzusprechen, ohne aufdringlich zu sein oder in eine peinliche Situation zu kommen? Eben war mal wieder so eine typische Situation: Ein kurzer Blickkontakt mit einer Frau im Buchladen, aber schon ist sie wieder rausgegangen und er hat die Gelegenheit verpasst. Was für ein blödes Gefühl!
Carla lebt seit mehreren Jahren allein und ist mit ihren vielen Aktivitäten gut ausgelastet, aber etwas fehlt in ihrem Leben: Sie sehnt sich nach dem Gefühl, lebendig und voller Energie zu sein. Sie möchte sich wieder selbst spüren, prickelnde Flirtmomente genießen – ein gutes Gespräch mit einem attraktiven Gegenüber genießen, einen Theaterabend, einfach so, ohne Absicht. Aber wo soll sie solche Flirtmomente herzaubern? Speed Dating oder Kontaktanzeigen, das ist nichts für sie, dafür ist sie viel zu zurückhaltend.
René ist neu nach Berlin gezogen. Nach der Trennung von seinem langjährigen Freund hat er sich wegbeworben und eine Stelle in einer Kulturorganisation bekommen. Er ist ein Beziehungsmensch und wünscht sich inniglich, wieder einen Mann kennenzulernen. Aber in einschlägige Lokale wird er keinesfalls gehen, das passt nicht zu ihm. Wie kann er ihn nur entdecken, wie kann er mit ihm ein Gespräch anfangen?
Flirten kann so vieles bedeuten – jeder hat seine Vorstellung und seine eigene Art und Weise des Flirtens, die zu ihm oder ihr passen. Darum können eine universelle Flirtanleitung oder die „besten Tipps und Tricks fürs Flirten“ eben auch nicht für jeden zutreffen.
Einen anderen Ansatz verfolgt das Zürcher Ressourcen Modell (ZRM®), eine hochwirksame Selbstmanagement-Methode, die an der Universität Zürich entwickelt wurde und erfolgreich in Einzelcoaching und Kursen angewandt wird:
Unser Verhalten und unsere Entscheidungen im Alltag (von „ich will diesen Job“, über „jetzt reichts, ich zieh aus“ bis „ich spreche ihn jetzt einfach an“ oder „wie peinlich, ich schau weg “oder „die lächle ich jetzt direkt an“) werden von zwei Systemen in unserem Gehirn gesteuert: Zum einen gibt es den bewussten Verstand, mit dem wir uns Dinge vornehmen. Zum anderen gibt es ein Gehirnsystem, das unbewusst arbeitet. Die Aufgabe dieses Systems ist es, für unsere Zufriedenheit, unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden zu sorgen. Darin abgespeichert sind bei jedem Menschen ein Füllhorn voller persönlicher Wünsche und Bedürfnisse, die uns meist wenig oder nicht bewusst sind. Das unbewusste Gehirnsystem ist im Alltag dauernd auf „On“ geschaltet und steuert unser Verhalten und unsere Entscheidungen ganz wesentlich.
Wenn die beiden Gehirnsysteme - der bewusste Verstand und das unbewusste System - beide das Gleiche wollen, also sozusagen an einem Strang ziehen, dann hat der Mensch kein Problem mit der Umsetzung seiner Absichten. Ist der Wunsch des Unbewussten ein anderer als der des bewussten Verstandes, dann steckt man fest und kommt nicht weiter bzw. schafft es einfach nicht, etwas umzusetzen.
Haben Sie solch eine Situation auch schon mal erlebt? Sich vielleicht vorgenommen, endlich auf sich selbst zu achten und pünktlich Feierabend zu machen. Da kommt Ihr Kollege und fragt Sie, ob Sie ihm helfen und eben noch eine Aufgabe erledigen könnten. Wie aus dem Off hören Sie sich zustimmen, obwohl Sie es sich doch ganz anders vorgenommen hatten.
Oder hatten Sie schon mal den Vorsatz, keinen Süßkram mehr zu sich zu nehmen? Sie waren überzeugt, dass Sie das echt durchziehen. Auf einer Party haben Sie dann plötzlich nach dem Gang zum Buffet ein Schälchen mit Mousse au chocolat in der Hand. Vermutlich kennt jeder solche Vorsätze: regelmäßig Sport treiben, auf die eigenen Grenzen achten, die Steuererklärung pünktlich abgeben, sich mehr Zeit für die Familie oder den Partner nehmen... Und viele haben das schon erlebt: Es kommen einem lauter Dinge in die Quere und man zieht sein Vorhaben doch nicht durch. Und genau so geht es oft mit einem Flirtvorhaben. Man nimmt sich vor, die nächste Flirtgelegenheit abzupassen, ihn oder sie einfach anzulächeln oder anzusprechen, sich mal zu trauen, spontan etwas zu wagen. Auch das sind bewusste Absichten. Aber es scheint wie verhext: Aus irgendeinem Grund verpasst man immer wieder die Flirtchancen – schon ist er aus der U-Bahn ausgestiegen, dabei lächelte er so offen und freundlich.
Sie wissen jetzt bereits, warum es oft nicht klappt, Dinge umzusetzen, die man sich bewusst vornimmt: Das Unbewusste ist nicht einverstanden mit dem Vorhaben des bewussten Verstandes und „boykottiert“ die Umsetzung. Und nun? Muss man dann resigniert aufgeben und das Flirten oder was auch immer man wollte sein lassen?
Die Lösung dieses Dilemmas liegt auf der Hand und ist das Herzstück des ZRM: Schafft man es, das Unbewusste bildlich gesprochen mit ins Boot zu holen, dann bekommt unsere Absicht Fahrtwind und geht im Alltag buchstäblich auf Kurs. Die Spezialität von ZRM ist es, Menschen in kurzer Zeit beizubringen, wie sie mit Hilfe ihres eigenen Unbewussten erfolgreich und genussvoll flirten können.
Dadurch, dass jeder Teilnehmer im Flirt-Kurs seine individuellen Wünsche und Bedürfnisse aufspürt, ist das Ergebnis eine ganz persönliche und eigene Art und Weise des Flirtens, die passgenau und vor allem authentisch ist. ZRM bedeutet nicht „so tun als ob“, sondern so sein, wie man ist. Darum gibt es beim ZRM auch keine Universal-Tipps und Tricks oder Standardübungen, dafür aber einen klaren Ablauf und einen roten Faden, die dafür sorgen, dass die Kursteilnehmer in kurzer Zeit sicher mit ihren neu entdeckten, authentischen Stärken sind und das Erlernte gleich nach dem Kurs anwenden können.

Das Zürcher Ressourcen-Modell (ZRM)
ist ein motivationspsychologisches Selbstmanagement-Verfahren und wurde von Dr. Maja Storch und Dr. Frank Krause entwickelt und findet in Deutschland, der Schweiz und Österreich in den verschiedensten Bereichen wie Ausstrahlungstraining, Stressmanagement, Burn-Out-Prävention, Führungskräfte-Training, Mitarbeitergesundheit in Unternehmen, Musikergesundheit / Lampenfieber, schulischer Bereich seine Anwendung.


Die Autorin Dr. Giovanna Eilers ist Ärztin und ZRM®-Trainerin und arbeitet begeistert mit dem Zürcher Ressourcen Modell. In Berlin bietet sie Einzelcoachings mit dem ZRM und ZRM-Flirtkurse an. Für weitere Informationen: www.giovanna-eilers.de
Buchtipp: „Tigerblick trifft Himbeerlächeln: Wie Ihnen das Unbewusste dabei hilft, lustvoll zu flirten“ von Julia Weber und Johannes Storch (Hans Huber Verlag)


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