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Ausgabe Februar 2015
Intuition. Der Schatz in unserem Inneren. Christine Carla Rinke


Immer mehr Menschen haben heute den Wunsch, wieder mit der Quelle ihrer Intuition verbunden zu sein. Es hat sich inzwischen deutlich herumgesprochen, dass ganzheitliches Wohlbefinden und ein erfülltes Leben nicht alleine nur von unserem Verstandesdenken, von Logik und unserem Ego bestimmt werden können. Unsere moderne, komplexe, arg Problem belastete Welt mit ihrem inzwischen fade schmeckenden Credo „höher, schneller, weiter, besser“ erfordert jetzt unsere ganze Kreativität, neues Denken, neue Fähigkeiten und ein neues Bewusstsein.
Alltäglich machen wir die Erfahrung, dass die recherchierbaren Komponenten für eine rein logische und aus dem Verstand heraus gestaltete Entscheidungsfindung immer zahlreicher und somit verwirrender werden. Ganz abgesehen von unseren emotionalen Problemen und Befindlichkeiten, die wir oft ebenfalls mit unserem Verstand zu lösen versuchen. Der Verstand ist für uns wichtig. Er ist unser Freund. Er gibt uns Sicherheit und präsentiert uns immer wieder gerne auch dafür verschiedene Lösungsangebote. Aber das ist nicht sein Spezialgebiet. Die (Er-)Lösung kann nur vom Herzen und der Inneren Stimme kommen, denn darin sind sie die Meister.

Die Entwicklung der rechten Gehirnhälfte
Wissenschaftlich begründet und allgemein akzeptiert ist, dass Intuition sich aus den Fähigkeiten der rechten Gehirnhälfte entwickelt. Und genau diese erfreut sich daher zunehmend einer breiten öffentlichen Aufmerksamkeit. In den vergangenen Jahren gab es einen enormen Boom allein im Gebrauch des Wortes „Intuition“. Bahnbrechende, intelligente, innovative Technologien, wie z.B. IPhone, IPod, Ipad, Tablet etc. lenken den Fokus auf eine scheinbar grenzenlose, kreative Ressource: unsere rechte Gehirnhälfte!
Große Persönlichkeiten wie Apple-Gründer Steve Jobs oder auch Filmemacher Steven Spielberg haben immer wieder gesagt, dass sie ihre Inspirationen über ihre Intuition erhalten haben. Sie legen uns sogar ans Herz, unbedingt auf diese leise „Innere Stimme“ zu achten und sie nicht durch die anderen lauten Stimmen in und um uns herum unter gehen zu lassen. „Habt den Mut, ihr zu folgen!“ ist ihr deutlicher, öffentlicher Appell. Das ist allerdings für die meisten von uns leichter gesagt als getan.

Balance schaffen
Intuition wird heute nicht mehr als „spinnert“ und „nicht verlässlich“ abgetan, sondern durchaus auf breiter Ebene als Wert zu schätzende persönliche Fähigkeit anerkannt. Und zwar als eine Kernkompetenz, die in jedem von uns von Natur aus angelegt ist! Nun fragen sich viele, wie sie ihre Intuition stärken und fördern können und woran sie sie in ihrem Inneren unter all den anderen Stimmen und Gefühlen sicher erkennen und unterscheiden können.
„Um mit unserer Intuition in Berührung zu kommen“, sagt die Britische Autorin Becky Walsh in ihrem neuesten Buch You Do Know (HayHouse, 2013), „müssen wir einen shift üben, und zwar vom linkshirnigen Denken, der ICH-Egostimme, in das rechtshirnige innere Wissen, dem holistischen Bild.“
Bei der Entwicklung der Intuition geht es darum, die Aktivitäten der rechten Gehirnhälfte zu fördern und auszuprägen, damit eine Balance zwischen rechter und linker Gehirnhälfte hergestellt wird. Dabei sind Körperübungen wie Yoga, Tai Chi, Qi Gong, Achtsamkeits-Übungen, Entspannung, Meditation usw. sehr hilfreich. Es gibt ein vielfältiges Angebot an Seminaren und Literatur, die uns lehren, Kontakt zu unserer inneren Führung aufzunehmen. Jeder Mensch, der dazu bereit ist, kann Zugang zu seiner Intuition finden und diese entwickeln.
Echte Intuition verfügt über Wahrnehmungskanäle, die unserem Verstand und der linken Gehirnhälfte nicht zugänglich sind und die bei jedem Menschen individuell eine etwas unterschiedliche Ausprägung haben. Wenn wir unsere Persönlichkeit um das Potential unserer Intuition erweitern, finden wir einen hervorragenden – wenn nicht sogar unseren besten – Partner, Wegweiser und Entscheider, der uns in der Gestaltung unseres Lebens perfekt unterstützt.

Die zwei Wege der Intuition – Liebe und Angst
Man kann Intuition definieren als „nicht rational denkbares Wissen und Gewissheit“ - auch in Unterscheidung zu dem Begriff „Bauchgefühl“. So haben wir es hier also möglicherweise mit zwei Arten von Intuition zu tun. Auch die Autorin Becky Walsh kommt zu diesem Schluss und gibt dem Leser dazu eine Möglichkeit an die Hand, diesen Umstand in sich selbst prüfen und unterscheiden zu können, ob es sich um eine „echte“ oder um eine „egobasierte Intuition“ handelt.
Ausgehend von der Tatsache, dass es im Prinzip nur zwei Leitmotive für menschliches Verhalten gibt, nämlich entweder Liebe oder Angst, gibt es eben auch diese zwei Arten von Intuition. Dazu führt sie aus, dass die Intuition als „Bauchgefühl“ von den unteren Chakren, also vom Solarplexus abwärts, beeinflusst wird. Diese werden u.a. unserer physischen Existenz, dem Bewahren von Sicherheit gebenden Umständen und unserem Schutzbedürfnis (Aufgabe des Egos) zugeordnet. Der Solarplexus empfängt permanent Signale von Menschen und Situationen auf und prüft, ob Gefahren drohen. Oder simpler noch, ob irgendetwas nicht mit uns in Übereinstimmung ist. Diese Informationen werden in Gefühle umgewandelt und an unser Bauchgehirn weitergeleitet, dort verdaut, analysiert und in Worte übersetzt.
Obwohl unser Bauchgefühl für uns von großer Bedeutung ist, kann es dennoch problematisch werden, wenn z.B. der Solarplexus sehr aktiv ist. Das kann dann irritierend und verwirrend sein und zu unzutreffenden Schlüssen und Verhaltensweisen führen. Viele sensible und feinfühlige Menschen kennen dieses Phänomen aus ihrer persönlichen Entwicklungs- und Energiearbeit.

Intuition entwickeln und fördern
So kommt es also darauf an, jene Intuition zu entwickeln, die aus dem Herzen kommt bzw. die auf Liebe basiert, was im Umkehrschluss gleichfalls dazu führen wird, dass die Botschaften, die wir von unserem Bauchgefühl erhalten, sich mit verändern.
Am besten fängt man als erstes damit an, den Glaubenssatz zu entwirren, dass „die Welt ein gefährlicher Ort“ ist und begibt sich auf den Weg, diesen allmählich in sein positives Äquivalent zu transformieren! Das kann einen Entwicklungs- und Lernprozess der gesamten Persönlichkeit bedeuten und auch seine Zeit brauchen. Anders als das Bauchgefühl arbeitet die auf Liebe basierende Intuition nicht mit Mitteln, den Glauben des Egos in Probleme und Gefahren weiter zu verfolgen und zu manifestieren. Sie wirft indes ein Licht auf die einzige Wahrheit, die da ist … LIEBE.
Gehen wir von der Annahme aus, dass es nur zwei Ausprägungen von Gefühlen gibt, aus denen alle anderen Gefühle geboren werden: nämlich Liebe an dem einen Ende der Skala und Angst am entgegen gesetzten Ende. Dann sind Gedanken und Gefühle, die auf Liebe basieren, von einer hohen, leichten, positiven Schwingung und die, die auf Angst basieren, sind dann eher ein bisschen düster, schwer, dicht und schwingen dementsprechend niedriger. Gefühle, die auf Angst basieren sind misstrauisch, argwöhnisch und kontrollierend. Angst trennt und isoliert uns. Liebe ist freudvoll, hoffnungsvoll, vertrauend und optimistisch. Liebe führt uns näher an die volle Entdeckung und Erfahrung unseres Selbst. Liebe eint und erlaubt uns zu erkennen, dass wir alle miteinander auf eine Weise verbunden sind.

Intuitiv leben – eine Kunst
Intuition ist vor allem auch ein Weg des Herzens. Der eigenen intuitiven Führung zu vertrauen und ihren Impulsen zu folgen, ist eine Kunst. Wie jede andere Kunst oder Disziplin erfordert sie eine gewisse Hingabe. Sich mit dem Thema Intuition zu beschäftigen und zu Ergebnissen zu kommen, ist keine Angelegenheit, die mal eben schnell erledigt ist oder in einem Wochenendkurs zu absolvieren wäre. Es ist eine dauerhafte Herausforderung, sich immer mehr selbst zu entdecken und damit auch immer größeres Selbstvertrauen in seine eigenen Wahrnehmungen zu finden.
Die Botschaften der Intuition sind niemals autoritär oder verurteilend. Sie stellt keine Vorschriften auf und drängt uns nicht zu Dingen, zu denen wir innerlich nicht wirklich bereit sind. Vor allem erzeugt sie keine Schuldgefühle. Sie verleitet uns niemals zu physisch oder emotional schädlichen Handlungen. Solche Gefühle stammen von anderen Teilen unserer Persönlichkeit. Unsere intuitive Führung wirkt immer belebend. Sie erweitert unseren Horizont und bringt uns manchmal sogar Erleichterung und Befreiung. Ihre Botschaften sind oft wohltuend für Herz und Seele. Wenn wir ihnen folgen, haben wir das deutliche Gefühl, zur rechten Zeit genau das Richtige zu tun.


Die Autorin Christine Carla Rinke ist Coach und Beraterin in Berlin. In ihre Coaching-Tätigkeit integriert sie neues Bewusstsein und Spiritualität. www.rinke-coaching.de


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