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Ausgabe Januar 2015
Mit dem Leben strömen. Von Esther Kochte

Lernen, unser Resonanzfeld konsequent nach unseren Bedürfnissen auszurichten.

„Ich liebe dich nicht, weil du die tollste Frau bist, sondern weil du du bist“, mailte mir unlängst mein Geliebter. Die tollste Frau oder den tollsten Mann gibt es nicht. Und er zitierte diesen Satz von Marlon Brando: „Nur wer seinen eigenen Weg geht, kann nicht überholt werden.“ Wie weise. Und wie wunderschön, nicht wahr? Mein Ego allerdings wurde nervös. Denn wie sollte ich mir bei ihm meine Lorbeeren verdienen, wenn nicht durch Tollsein? Wie sollte ich die aufstrebende Konkurrenz in Schach halten, wenn ich sie nicht übertrumpfen konnte? Bin ich dem Schicksal nicht völlig ausgeliefert, wenn ich meinem Sosein gar nichts hinzufügen kann?
Das Ego ist ein Versicherungsmakler. Der Wunsch, unser Leben zu kontrollieren, entspringt der Unbewusstheit darüber, wo unsere eigentliche Stärke entspringt. Es will uns vor den Tücken und Schlägen des Schicksals bewahren, vor Kritik und Zurückweisung, vor Enttäuschung und Verlust. Doch wenn du dich gegen alles Mögliche absicherst, sicherst du dich gegen dich selbst ab. Du verlierst den Zugang zu deiner inneren Kraft. Deine Energie versiegt. Dein Dasein wird anstrengend, mühselig und freudlos.
Du kannst das Leben nicht kontrollieren. Dein Leben ist kein Gegenüber, mit dem du dich konfrontieren oder streiten kannst. Du bist selbst das Leben.
Das bedeutet aber nicht, dass du seinen (oder deinen) Launen hilflos ausgeliefert bist. Wenn du mal wieder im Russischen Roulette deiner Sorgen und Nöte rotierst, kannst du mühelos deine Gedanken entschärfen und deine Emotionen neutralisieren, indem du dir vergegenwärtigst, was genau du in diesem Augenblick angesichts deiner Situation empfindest. Verströme dieses Empfinden wie eine Energiewolke. Ströme es in die vermeintliche Störquelle hinein – in die Instanz, von der du annimmst, dass sie dein Problem verursacht – und spüre, wie sich deine Aufruhr dabei legt und sich dein gesamtes Energiefeld entspannt.
Warum das funktioniert? Weil deine Aufmerksamkeit sich aus der zersplitternden Gedankentätigkeit löst und sich auf deine unmittelbare Selbstwahrnehmung konzentriert. Du hörst auf, mit der Wirklichkeit zu hadern und wirst eins mit dem, was dich augenblicklich bewegt. Du erlangst eine tiefe Akzeptanz dessen, was gerade ist, auch dann, wenn es sich weniger gut anfühlt. Du wirst merken, dass sich dein emotionales Befinden genau durch diese Akzeptanz verwandelt.
Erst wenn der Boden unter uns nachgibt, können wir erfahren, dass das Leben uns trägt, selbst wenn wir ohnmächtig sind. Manchmal müssen wir uns erst den Kopf einrennen, um zu spüren, dass wir in einer Sackgasse gelandet sind. Doch so hart und schmerzhaft eine Wand auch sein mag, sie markiert das Ende einer Illusion, einer Epoche des falschen Selbst. Die Erlösung von unserem Leiden liegt mitunter in der Kapitulation vor dem Anspruch, brillant zu sein, um respektiert zu werden. Davor, etwas Besonderes leisten zu müssen, um wahrgenommen zu werden. Im Abschied von unseren liebgewonnenen Selbstbildern. Ernüchterung kann bezaubernd sein. Denn sie öffnet unseren Blick für die wahren Wunder.

Wenn unser Selbstbild zerbricht
Was bleibt, ist das ergebene Strömen mit dem, was gerade auf der Leinwand der eigenen Wahrnehmung erscheint. An Zauber und Poesie ist diese schlichte Art zu sein nicht zu überbieten. Das Erstaunliche: Gerade in dieser Akzeptanz des Gegenwärtigen liegt das größte Poten-zial der Verwandlung, Entwicklung und Heilung – unsere wahre Größe verwirklicht sich prompt. Transformation findet im Augenblick authentischer Berührung statt. Bist du bereit, ein grundlegend anderes Verständnis von der Wirklichkeit zu erlangen und mit deiner Essenz zu verschmelzen, die jenseits deiner Ich-Konzepte liegt? Sehnst du dich nach inniger Berührung und Verbundenheit, nach schöpferischer Ekstase und Lebendigkeit? Willst du ganz und gar aufgehen in deinem Erleben und die Intensität der Unendlichkeit schmecken? Willst du erfahren, was es wirklich bedeutet, mit dir selbst verbunden zu sein, hier und jetzt und leibhaftig, und wie du diese Präsenz jederzeit aktiv herbeiführen kannst?
Lerne, dir selbst aufrichtig zu begegnen und es auszuhalten, verletzbar zu sein!
Denn im Moment der Annahme dessen, was ist und was du fühlst, öffnet sich das Tor zu deiner inneren Quelle, jenem kosmischen Energiefeld, das unterhalb der persönlichen Identität liegt. Darin ist alles, woran es dir scheinbar mangelt, unerschöpflich vorhanden.
Achte deine Bedürfnisse. Sie berühren das Leben in dir. Und wo Berührung ist, da ist Erfüllung.
Der kürzeste Draht zu unserer inneren Quelle führt über den Körper und äußert sich im Gefühl. Bin ich im Einklang mit meinen Bedürfnissen, geht es mir gut. Bin ich davon getrennt oder entferne mich davon, fühle ich mich unwohl. Folge ich dem Strom meiner Empfindungen bewusst, stellt sich augenblicklich eine Erleichterung oder Erlösung ein. Verhake ich mich dagegen in meinen Gedanken und Vorstellungen, meiner Phantomwirklichkeit, bin ich von meiner Essenz getrennt und verliere Energie.
Bedürfnisse sind unverzichtbare, intelligente Lebens-impulse. Sie nähren uns und dienen unserem Wohlsein, indem sie uns darauf hinweisen, was wir jeweils brauchen, um lebendig zu sein. Allein der bewusste Kontakt mit unserem jeweiligen Bedürfnis setzt einen Energiestrom in Gang, der das Bedürfnis augenblicklich nährt. Wir müssen andere nicht mehr für unser Erleben verantwortlich machen, weil wir den Schalthebel für die gewünschte Veränderung in uns selbst finden. Dies schenkt uns wahre Freiheit!
Die Hingabe an unser Innerstes verwandelt nicht nur unsere Realität. Auch wächst daraus echtes Selbstvertrauen jenseits aller Leistungsansprüche. Wir lernen die schöpferische Intelligenz des Lebens für unser Wachstum zu nutzen und unser Resonanzfeld konsequent nach unseren Bedürfnissen auszurichten.


Die Autorin Esther Kochte, Jahrgang 1973, verwandelte ihr Leben Kraft ihres Bewusstseins vom quälenden Psychotrip zum segensreichen Experimentierfeld. Auf der Basis intuitiv gelenkter mentaler und emotionaler Prozesse befreite sie sich selbst von familiären Traumata und zerstörerischen Mustern. Als Autorin, Coach und Seminarleiterin widmet sie sich dem Abenteuer der kreativen Formfindung und Verwandlung. Mit ThetaFloating entwickelte sie 2010 eine hochwirksame Bewusstseinstechnik. Die Berlinerin lebt mit ihren Pferden auf einem alten Gehöft in Brandenburg. Mehr Infos, Termine, Seminare unter www.thetafloating.com

Buchtipps:
Esther Kochte, ThetaFloating. Aktiviere das spirituelle Potenzial deines Zellbewusstseins und erschaffe dich neu. (3. Auflage), 288 Seiten englische Broschur mit CD (Einführung und Übungen), Spielzeit 37 Min., Scorpio-Verlag, 16,95 €
Esther Kochte, Das totale Leben – Radikale Selbsthingabe und ihre heilsame Wirkung auf sämtliche Beziehungen. Mit Übungen und einem Fahrplan für die einfache Symboling-Technik, 304 S., Klappenbroschur, mit Übungs-CD, Spielzeit: ca. 40 Min., 17,99 €, im Scorpio-Verlag


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