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Ausgabe November 2014
Mit Heilpflanzen durch das Jahr 2014. Zistrose - Cistus cretica. Abwehr im Herbst und Winter

Beitragsreihe von Cornelia Titzmann, Heilpraktikerin und Dozentin für Phytotherapie

Die Zistrose oder Bergrose, wie sie auch genannt wird, ist wirklich eine Griechin. Kreta, Chalkidike und andere Inseln rühmen schon seit der Antike ihre Wirkung auf die Schönheit der Frauen und gegen die Verletzungen der Männer im Kampfe.
Heute erlebt sie gerade wieder einen „Hype“. Als Virenkillerin wird sie bezeichnet und soll gegen Vogel-, Schweine-, Pferde- und sonstige Grippen helfen. Vielleicht wieder etwas zu viel des Guten, aber wirksam ist sie allemal. Cistus cretica oder Cistus incanus wird sie genannt, eine eigene Familie bilden ihre Vertreter, Zistrosengewächse oder Cistaceen. Sie hat graubehaarte Blätter und wunderschöne, filigrane, rote Blüten, die immer etwas angewelkt erscheinen. Sie enthält Polyphenole, die laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung als gute freie Radikalenfänger gelten, antioxidativ wirken und die Zellen vor unkontrolliertem Wachstum bewahren. Auch das Entgiften der Zellen von Schwermetallen, besonders im Verdauungstrakt, wurde von der Universität Lübeck dokumentiert. Des Weiteren enthält die Pflanze ätherische Öle, die in der Aromatheapie, in der Kosmetik und in der Parfümindustrie geschätzt werden. Dafür wird vorwiegend Cistus ladinifer genutzt. Die Haut wird rein und glatt, angewendet wird sie gegen Akne und bei Neurodermitis.
Die in der Zistrose vorkommenden Gerbstoffe helfen vor allem bei der Wundheilung. Ihre Berühmtheit beim Einsatz gegen Viruserkrankungen erlangte sie wohl wegen der ganzen Bandbreite ihrer Inhaltsstoffe. Auf dem Markt befinden sich verschiedene Produkte der Pflanze. Die Lutschtabletten, die gegen Erkältungskrankheiten sowie Heiserkeit und Beschwerden im Mundraum empfohlen werden, bekommt man in der Apotheke unter dem Namen Cystus 052. Hinter dem Begriff Labdanum verbirgt sich das Harz der Pflanze, welches für die innerliche und äußerliche Anwendung in verschiedensten Verarbeitungen im Handel ist. Zistrosentee kann alleine oder in Mischungen getrunken werden. Dafür wird das ganze Kraut verwendet. In anderen Ländern rund um das Mittelmeer und auch auf den Kanaren und in Nordafrika kommen verschiedene Arten der Zistrose vor. Fast alle werden auch in der Volksheilkunde medizinisch genutzt. Sie ist eine Pflanze der kargen Gegenden. In der Macchia oder Garigue bildet sie selber die schönsten Sträucher und lebt in Harmonie mit den dort weidenden Ziegen.

Anwendungstipp
Bei drohender Erkältung im Herbst und Winter 2x täglich Zistrosenkrauttee trinken. 1 Teelöffel auf eine Tasse, 10 Minuten ziehen lassen. Sehr gut in einer Mischung mit Olivenblättern und Lindenblüten. Dann senkt es noch ein wenig den Blutdruck und fördert den Schlaf.

Die Autorin Cornelia Titzmann ist Heilpraktikerin und Dozentin für Phytotherapie, Horst-Kohl-Str. 2, 12157 Berlin, T.030/ 794 05 520; corneliatitzmann@gmail.com, facebook: Naturheilpraxis Cornelia Titzmann.

Mehr Infos über Pflanzenheilkunde in Berlin: www.afp-berlin.net. Für Therapeuten mehr Informationen im neuen Phytotherapiekurs 2015.


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