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Ausgabe Oktober 2014
Mit Heilpflanzen durch das Jahr 2014. Artemisia annua - Die heiße Braut

Beitragsreihe von Cornelia Titzmann, Heilpraktikerin und Dozentin für Phytotherapie

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Gerade ist mir ein italienischer Artikel in die Hände gefallen, in dem die Wirkung dieser Pflanze beschrieben wird. Sie ist schon 1996 in einer Studie zu Tumorerkrankungen aufgefallen. In der Zeitung „Life Science“ wurde auch schon über die unglaubliche Wirkung auf Tumorzellen geschrieben. Nach Anwendung sollen in kürzester Zeit, man spricht von 16 Stunden, die malignen Zellen, besonders bei Lungentumoren verschwinden. Solche Aussagen und Studien sind natürlich immer mit Vorsicht zu genießen. Auch diesmal haben wir kein „Wundermittel“ gegen sämtliche Krebsformen. Die Heilung einer Krankheit ist sehr viel komplexer und schon die Individualität jedes Patienten verbietet solche Generalisierungen.
Trotzdem ist sehr sehr interessant zu sehen, wie und wofür diese Pflanze früher eingesetzt wurde und noch heute eingesetzt wird. Bei der Krebsstudie wurde sie in Kombination mit Eisen verabreicht, was gute Ergebnisse brachte. Sie soll auch eine gute Wirkung auf die Prostata und die Blase haben. Er wurden Tinkturen und Tees verabreicht. In der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) ist sie schon lange als Fiebermittel bekannt und wird besonders zur Behandlung der Malaria und bei allergischem Asthma angewendet. Hier in Europa verwenden wir eher Artemisia absinthii – den gemeinen Wermut. Auch von dieser Pflanze wissen wir, dass sie eine sehr starke Droge ist. Sie wirkt fast toxisch mit ihrem vielen ätherischen Ölen. Durch den Bitterstoff „Absinth“ist sie fast ungenießbar, wenn man sie alleine trinkt. Der Bauch wird sehr heiß nach dem Genuss dieser Pflanze. Bei geringer Dosierung werden die Verdauungssäfte angeregt, was positiv sein kann, weil es Appetit anregt und den Stoffwechsel fördert,. Bei zu hoher Dosierung kann es zu einer Reizung der Magenschleimhaut kommen, auch Kopfschmerzen treten auf. Ein zu viel des Guten ...
Die Ägypter haben mit Wermutöl ihre Toten mumifiziert.
Eine verwandte Pflanze, der Beifuß – Artemisia vulgaris, kommt auch in verschiedenen Variationen vor. Der chinesische Beifuß wird zu den berühmten Moxazigarren gerollt, mit denen man in der TCM Akupunkturpunkte erwärmt. Wir benutzen den Beifuß traditionell als Gewürz bei fetten Speisen, z.B. Gänsebraten, um besser verdauen zu können.
Nun aber zurück zur „sweet Annie“ wie die Pflanze auch genannt wird, andere Namen sind Wurmkraut oder Quinghao. Fast zwei Meter groß wird die ursprünglich in Asien beheimatete Pflanze. Heute finden wir sie überall auf der Welt, mit farnartigen Blättern, geben Blüten und einem kampferartigen Geruch. Der Hauptinhaltsstoff wird heute als Artemisinin bezeichnet und fleißig erforscht. Artemis, die griechische Göttin der Jagd, die Beschützerin des Waldes und der Kinder hat der Pflanze ihren Namen gegeben.

Anwendungstipp
Seien Sie VORSICHTIG mit allen innerlichen Gaben von Artemisia. Es treten auch bei kleineren Mengen schnell Nebenwirkungen auf. Zu empfehlen sind heute wieder im Handel befindliche Spirituosen (Absinth), in Maßen genossen soll er belebend und befreiend wirken. Auch aphrodisierende Wirkung wird ihm nachgesagt (die“ heiße Braut“). Gegen Verdauungsbeschwerden gibt es Standartpräparate in der Apotheke, die in Mischungen auch Wermut erhalten.




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