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Ausgabe Juni 2014
Acht goldene Regeln der Kommunikation. Von Wolfram Zurhorst


Viele Beziehungen scheitern nicht an den falschen Partnern, sondern an Missverständnissen und Sprachlosigkeit. Zurhorst schafft es mit männlicher Klarheit und großem Einfühlungsvermögen, Brücken zu bauen. Er weiß, wovon er spricht: Seine Arbeit basiert auf persönlichen Erfahrungen, die es ihm erlauben, unbequeme Wahrheiten auszusprechen – kompetent, authentisch, mit Herz und Humor. In seinem neuen Buch „Der Beziehungsretter“ fanden wir „Die acht goldenen Regeln der Kommunikation“, die wir künftig gerne berücksichtigen wollen.

1 - Präsenz
Das erste und wichtigste Gebot der Kommunikation ist die Fähigkeit zuzuhören. Ich meine damit aktives Zuhören. Wenden Sie sich ganz dem anderen zu und seien Sie ein-fach nur eins: ganz da. Zeigen Sie ihm durch Körperspra-che, Haltung und Blickkontakt, dass Sie bei ihm sind. Sie sollten Ihrem Partner den Raum und die Zeit geben, die er braucht. Jedes gute Gespräch benötigt den richtigen Rah-men, in dem sich beide wohlfühlen. Zwischen Tür und Angel ein Grundsatzgespräch zu führen bringt nichts.

2 - Wahrhaftigkeit
Klarheit. Offenheit. Ehrlichkeit. Seien Sie wahrhaftig, zei-gen Sie sich. Reden Sie über Ihre Ängste und Ihre Befürch-tungen, aber auch über Ihre Träume und Ihre Sehnsüchte. Bleiben Sie bei sich und Ihren Gefühlen. Seien Sie authen-tisch. Manchmal gibt es allerdings auch gute Gründe, warum Ihnen ein Gespräch gerade jetzt nicht möglich ist. Dann sollten Sie das auch sagen.

3 - Mitgefühl
Seien Sie empathisch und behandeln Sie Ihren Partner genau so, wie Sie von ihm behandelt werden wollen. Sei-en Sie offen für seine Bedürfnisse. Vielleicht können Sie es sogar als Bereicherung sehen, dass Ihr Gegenüber eine andere Meinung hat. Versuchen Sie, sich in den anderen einzufühlen und ihm mit Wohlwollen zu begegnen. Neh-men Sie ihn ernst. Zynismus ist in jedem Gespräch fehl am Platz, beleidigter Rückzug ebenso.

4 - Zeit
Unser Alltag ist geprägt von Stress und Hektik. Das Ge-triebensein hat schon lange Einzug in unsere Familien und Beziehungen gehalten. Manchmal scheint alles an-dere wichtiger zu sein, als miteinander zu reden. Geben Sie sich und Ihrem Partner die Zeit, die Sie brauchen, die richtigen Worte zu finden. Lassen Sie ihn in Ruhe ausspre-chen. In einem guten Gespräch darf auch mal geschwie-gen werden. Manches braucht Zeit, bis es dort angekom-men ist, wo es ankommen soll.

5 - Stille
Stille im positiven Sinn kommt dann auf, wenn das Paar allein ist, wenn die Kinder im Bett sind, wenn nicht mehr übers Wetter geredet oder über die Nachbarn geschimpft wird. Lassen Sie diese Stille zu! Was daraus entsteht, kann der Beginn von echter Kommunikation und Nähe sein.

6 - Ich und du
Was brauche ich? Was fehlt mir? Was wünsche ich mir? Richten Sie den Fokus immer wieder auf sich selbst. Ver-suchen Sie, sich auf Ihre eigenen Gefühle und Gedanken zu konzentrieren und sie in Worte zu fassen. Vermeiden Sie Schuldzuweisungen wie: »Du bist nie da, wenn man dich braucht«. Besser: »Ich fühle mich manchmal so al-lein.« Sagen Sie nicht »man« oder »wir«, wenn Sie »ich« meinen.

7 - Mut
Haben Sie Mut zum Nachfragen, auch wenn es Ihren Part-ner erst einmal stören sollte. Fragen Sie so lange, bis Sie ihn wirklich verstanden haben - nicht nur mit dem Kopf, sondern auch mit dem Herzen. Wenn nötig, trauen Sie sich auch ruhig zu sagen: »Mit dem, was du da sagst, kann ich nichts anfangen.« Oder: »Ich weiß im Moment nicht, wie ich es sagen soll.«

8 - Geduld
Nicht jedes Gespräch muss zu einem sofortigen Ergebnis führen. Versuchen Sie den Druck herauszunehmen. Man-ches kann auch einfach erst einmal so stehen bleiben. Es darf sich entwickeln.
Werden Sie nicht unruhig, wenn Ihr Partner etwas zwei- oder auch dreimal wiederholt. Wahrscheinlich ist es ihm wichtig, und er hat das Gefühl, dass er Sie damit bisher nicht erreichen konnte. Und nehmen auch Sie sich im umgekehrten Fall den Raum, das bereits Gesagte zu wiederholen, wenn Sie sich nicht verstanden fühlen.

Aus: Wolfram Zurhorst: „Der Beziehungsretter“ mit freundlicher Erlaubnis des Verlages


Buchtipp:
Wolfram Zurhorst: Der Beziehungsretter. Wie Sie einfach überraschende Lösungen finden, 224 Seiten, € 16,99 erschienen bei Arkana, siehe auch „Lesen & Hören“, S. 60


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