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Ausgabe April 2014
Mit Heilpflanzen durch das Jahr 2014. Die Zitrone – Citrus medica. Ihr Thema: Gib mir weniger – und ich mache mehr!

Beitragsreihe von Cornelia Titzmann, Heilpraktierin.

Bei dieser wundervollen Heilpflanze hat man durch Kultivierung eine Besonderheit entdeckt. Die Zitrone entwickelt mehr Blüten und damit später auch mehr Früchte, wenn man die Zweige biegt. Deshalb die alte Methode, Pergolas aus Zitronenbäumchen zu flechten. Ich hatte gerade die Gelegenheit, den herrlichen „Garten der Minerva“ in Salerno (Italien) zu besuchen, wo sie besonders schön zu betrachten sind.
Wahrscheinlich entwickeln sich durch das langsamere Fließen des Lebenssaftes in den gebogenen Zweigen unter „Überlebensstress“ mehr Blüten, um den Weiterbestand der Art zu sichern. Lässt man die Zweige aufrecht wachsen, gibt es mehr Blätter. Der Saft fließt schnell und sie „schießt ins Kraut“. Gibt man ihr nach der ersten Fruchtreife kein Wasser, bis sie fast vertrocknet ist, entsteht das gleiche Phänomen: wieder mehr Blüten. Dann wird sie gewässert und man erhält eine überreiche zweite Ernte. So wird es in Sizilien, der emotionalen Heimat der Zitrone, seit langem gehalten.
Die ersten Anbaunachweise finden wir schon um das Jahr 1000 in Indien und im arabischen Raum. Heute sind die Hauptlieferanten Mexiko und in Europa vor allem Spanien. Die Zitrone ist seit dem 13. Jahrhundert eine richtige Mittelmeerpflanze geworden. Der kleine Baum trägt gelbe Früchte, er enthält Citronensäure, ätherisches Öl, Pektin, Bitterstoffe,Vitamin C und Farbglycoside. Er gehört zu den Citusgewächsen wie auch Orangen, Pampelmusen und Mandarinen.
Wir finden viele volkstümliche Anwendungen in der Küche und in der Medizin:
Zitrone macht das Wasser besser. Einige Spritzer ins Trinkwasser desinfiziert und wertet das Wasser geschmacklich und inhaltsstofflich auf. Die geriebene Schale aromatisiert Gebäck, Cremes und andere Speisen. Der gepresste Saft hilft frisch getrunken oder im Tee, mit Wasser, als Prophylaxe und bei Erkältungen. Sie ist ein altes Mittel gegen Skorbut (Vitamin-C- Mangel). Heute wird die Zitrone auch bei Zahnfleisch- und Mundschleimhautproblemen benutzt. Der regelmäßige Verzehr hat einen günstigen Effekt auf die Zellstruktur, wirkt regenerierend und damit krebsvorbeugend.
Die Zitrone gilt als gutes Mittel für eine allgemeine Steigerung der Abwehrkräfte des Körpers. Außerdem erinnern wir uns gerne an den alten Spruch: „Sauer macht lustig“ - in diesem Sinne für alle Sanguiniker ein Lob auf die Zitrone.

Anwendungstipp
Eine unbehandelte Zitrone vierteln, mit grobem Meersalz bestreuen und in einem Glas fest verschlossen 3 Tage aufbewahren. Dann mit kochendem Wasser übergießen und 2 Wochen ziehen lassen. Die Schale wird ganz weich und man reicht die Stückchen und den Saft in der marokkanischen Küche zu Fleisch und Gemüse. Die Speisen werden so besser vertragen und es schmeckt köstlich.

Die Autorin Cornelia Titzmann ist Heilpraktikerin und unterichtet Phytotherapie an der SHS in Berlin.


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