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Ausgabe April 2014
Lebensaufgabe: glücklich sein. Von Ura Julia Wegehaupt

Die Entfaltung unserer kreativen Potenziale ist überlebenswichtig - und sie ist unsere Lebensaufgabe.

In unserer Welt mag es vielleicht nicht mehr so offensichtlich sein, aber Kreativität hat schon etliche Leben gerettet. Zum Beispiel erfuhren viele unserer Eltern, Großeltern oder Urgroßeltern in Kriegszeiten und in der Gefangenschaft, was für ein Schatz Pinsel, Malkasten und Papier sein können oder wie Musik die Hoffnung auf Frieden am Leben erhält. Geschichten, Gesang, Theaterspiel, aber auch Erfindungen und Improvisationen im Alltag - überlebenswichtig. Und heute ist es nicht anders.

So halbwegs leben?
Die Herausforderungen hier und in der heutigen Zeit sind andere. Eigentlich ist die Sehnsucht, die zugleich auch die Aufgabe ist, klar. Aber gelebt wird oftmals: „Man kommt so halbwegs durch - auch ohne großartige Entfaltung. Man richtet sich so ein. Man ist so halbwegs glücklich. Und überhaupt - naja.“
Es ist ja auch so eine Sache mit der Entfaltung. Sie kann mächtig Angst machen: Da ist das ungeduldig wartende kreative Potential, die unerforschten Möglichkeiten. Möglichkeiten in Schöpfung zu gehen, Unbekanntem zu begegnen. Intuitiv wird erkannt, dass es eigentlich keine andere Aufgabe gibt, als dieses Potential mehr und mehr zu leben, sich auszudehnen, zu wachsen und in Berührung zu kommen mit der unbekannten Unendlichkeit, dem Einssein. „Dem Einssein? Aber wo bin ich denn dann?!“ schreit sofort das Ego, das schon ahnt, dass es da nicht mithalten kann und schon sind die Ängste da und die Sicherheits-Beschränkungen fahren hoch:
„Nein nein, ich bin dafür nicht geeignet. Kreativ? Ich kann doch nicht singen, formulieren, gar malen! Ich auf eine Bühne? Hilfe!“
Alles Quatsch! Probiere es aus! Rein in die Angst! Und du wirst merken, du stirbst nicht dran und vielleicht macht der Schritt dir sogar Freude. Das zu erfahren bewegt sehr viel. Es ermutigt, nimmt Ängste weg und macht Lust aufs Weiterwachsen.

Der Selbstversuch
Ich wurde - anfangs wild, frei und ungestüm - bald ein schüchternes Kind. Erziehung. Man meinte es gut mit mir. Aus einer sehr ernsthaften Künstlerfamilie stammend, beobachtete ich früh: Kunst ist harte Arbeit, ist schwer, und wenn man etwas vorzeigt, muss es mindestens genial sein, sonst kann man es gleich lassen. Vom Spielerisch-Freien erfuhr ich nichts. Aber ich muss geahnt haben, dass so etwas möglich ist, denn ich wollte Schauspielerin werden - nicht Maler wie meine Vorfahren. Ich wollte Spielen. Eingeschüchtert von zu hohem Anspruch und beschwert von Versagensangst geht das natürlich nicht. Eine machtvolle Blockade, durch die sich aber impulshaft immer wieder das ursprüngliche Talent durchkämpfte und sein Recht auf Entfaltung einforderte. Und ich hatte Glück, ich traf kluge Schauspiellehrer, die das erkannten und mich unterstützten. Wir arbeiteten im Innen und Außen - spirituell und an der Schauspieltechnik. Schritt für Schritt schaufelten wir mein Talent wieder frei. Und ich ging immer wieder rein in die Angst - rauf auf die Bühne - so unperfekt, wie ich war. Ich starb nicht, obwohl ich es hunderte Male befürchtete. Nur die Angst starb. Und ich? Ich entfaltete mich. Und ich freute mich über jeden Schritt.
Als es „geschafft“ war, begann ich den Zuschauern etwas Tieferes geben zu können. Mein Sein. Mein ansteckendes Sein. Einen Raum füllen mit Präsenz, mit Freude, das Publikum mitnehmen in eine Geschichte. Führen.
Inzwischen ist es so, dass mich nur noch bestimmte Rollen, bestimmte Botschaften interessieren. Als spirituelle Lehrerin führe ich an ausgewählte Orte. Dramen können andere besser als ich. Liebe, Frieden, Ganzheit und der Weg dorthin sind meine Spezialisierung.

Wie Entfaltung erreichen?
Im Schnelldurchlauf: Zuerst alte Meinungen über sich selbst loslassen. Ich-kann-nicht-Gedanken weg. Denn sie sind falsch. Dann den 1. Impuls wahrnehmen, ihm vertrauen und ihm folgen, denn er ist richtig und er ist die Pforte. Er zeigt, wo noch mehr Impulse zu finden sind. Dann schauen: Wo ist die Sehnsucht und anschließend tatkräftig ja-sagen zur Sehnsucht und zur Freude: „Ich wollte immer singen. Ja, nun singe ich!“ oder: „Ich wollte immer malen. Hier ist mein Pinsel. Ich beginne.“ Und immer der Freude folgen und sie sich gönnen.
Allerdings hat der denkende Verstand sicherlich allerhand Einwände gegen unsere kreative Entfaltung anzumelden. Das macht es nicht leichter. Aber bitte nicht aufgeben. Sich lieber spirituelle Unterstützung holen. Energiearbeit umgeht den denkenden Verstand und ist deshalb sehr wirkungsvoll. Und auch ein positiv energetisiertes Umfeld wirkt unterstützend. Und irgendwann wird es ganz natürlich. Die Entfaltung unserer Kreativität integriert sich nach und nach in unseren Alltag. Sie wird selbstverständlich und zieht in alle Lebensbereiche ein. Plötzlich haben wir die Zeit, die Mittel und machen uns immer öfter die Freude, unser Potenzial zu leben. Gern erinnere ich an unsere erste spirituelle Aufgabe: Das Glücklichsein. Kreativität ist eine gute Möglichkeit, unseren Auftrag zu erfüllen. Kreativ sein und den Rhythmus des Universums spiegeln. Im Vertrauen. Im Wissen um Stimmigkeit. Unsere Kreativität ist eine kraftvolle Heilerin und eine wunderbare Lehrerin auf dem Weg zu innerem Frieden. Was gibt es Schöneres?



Die Autorin Ura Julia Wegehaupt, Jahrgang 1971, ist Spirituelle Lehrerin, Heilpraktikerin für Psychotherapie und Künstlerin.
Sie bietet vielfältige Transformationsarbeit an.
Weitere Infos zur Praxis für Feng Shui & Entfaltung auf www.uralicht.de


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