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Ausgabe März 2014
Yang Sheng. Mit Chinesischer Medizin die Gesundheit erhalten. Von Martina Westendorf

Die Lebens- oder Gesundheitspflege „yang sheng“ ist in China ein feststehender Begriff für eine Vielzahl an Möglichkeiten, die ein Wohlbefinden erzeugen, Gesundheit erhalten und Langlebigkeit bewirken können.

Die meisten Konzepte der TGM entwickelten sich aus dem Daoismus. Dieser ist eine chinesische Philosophie und Weltanschauung und wird in China als Religion angesehen. Seine historisch gesicherten Ursprünge liegen im 4. Jahrhundert v. Chr., als das Daodejing des Laotse entstand.
Die Grundidee der „Gesunderhaltung“ ist, das Leben ohne Begierden und Kraftaufwand im Einklang mit der Natur und deren Gesetzmäßigkeiten zu leben. Ziel war und ist ein gesundes, möglichst langes Leben. Dazu wurden gesundheitsfördernde und vorbeugende Praktiken entwickelt, die bis heute noch gültig sind. Dazu zählen Ernährung, Heilkräuter, Bewegungsübungen und Lebensregeln. Auch die spirituelle Weiterentwicklung des Menschen gehörte dazu. Auch aus dem Konfuzianismus entstammen Konzepte zur Gesunderhaltung (eine auf der Lehre des chinesischen Philosophen Konfuzius (551–479 v. Chr.) beruhende Geisteshaltung). Basis für eine stabile Gesundheit war hier, vereinfacht ausgedrückt, die Entwicklung menschlicher Tugenden wie Güte, Menschlichkeit und das Einhalten sozialer Pflichten wie Loyalität sowie die Wahrung von Anstand und Sitte. Jeder sollte sich in seine gesellschaftliche Stellung einfügen und diese mit Würde akzeptieren.
Die Chinesische Heilkunde ist - im wahrsten Sinne des Wortes - eine ganzheitliche Medizin. Die Symptome des Patienten werden, nach einer ausführlichen Befragung, niemals isoliert betrachtet. Alles steht in einem Zusammenhang, hat sich aus bestimmten Gründen entwickelt und muss entsprechend betrachtet werden. Nur durch das Erkennen des „Musters“ des Patienten kann ein wirklich sinnvolles Therapiekonzept entwickelt werden, das nicht nur die aktuellen Symptome wegtherapiert, sondern auch das Übel an der Wurzel packt und eine echte Heilung erst möglich macht.
Was passiert nun, aus der Sicht der Chinesischen Medizin, wenn wir z.B. unter einem Schnupfen leiden?
Krankheit entsteht, vereinfacht ausgedrückt, aus einem Ungleichgewicht der Energien.
In diesem Fall ist die Energie der Lunge geschwächt. Diese ist, unter anderem, für die Produktion und Verteilung der sogenannten Abwehrenergie zuständig. Wir würden es auch als Immunsystem bezeichnen. Die Abwehrenergie zirkuliert, wie eine Schutzbarriere, unter der Haut und in den Schleimhäuten. Sie soll uns vor einem Befall krankmachender Faktoren (z.B. Viren), wie sie bei einer Erkältung vorkommen, schützen. Bei einem Schnupfen war die Schutzfunktion nicht ausreichend. Die Nase ist „blockiert“ und die Lunge zu schwach, um diesen Bereich zu entlasten.
Um wirkungsvoll zu behandeln stehen uns verschiedene therapeutischen Maßnahmen zur Verfügung, die gesunderhaltend oder eben auch im Krankheitsfall eingesetzt werden. Um im Fall des Schnupfens eine erneute Erkrankung zu verhindern, kann man sehr viel für sich selber tun. Es ist beispielsweise wichtig, auf ausreichend Schlaf und Ruhe zu achten. Bei der Ernährung ist es günstig, vor allen Dingen gekochte Speisen zu essen. Rohkost, Milchprodukte, Süßigkeiten, etc. sollten vorerst gemieden oder stark reduziert werden.
Zusätzlich eignen sich tägliche Moxibustion, Akupressur, ein entsprechender Heiltee und Qi Gong Übungen, um die geschwächte Lunge wieder zu stärken.
Mit kleinen Veränderungen kann man seine alten Gewohnheiten leicht überwinden und damit eine große Wirkung auf die eigene Gesundheit nehmen.



Die Autorin Martina Westendorf ist seit 1999 in eigener Praxis tätig mit den Schwerpunkten der Chinesischen Akupunktur (TCM), Japanischen Akupunktur und Chinesischen Diätetik. Weitere Verfahren: Kinesiologie, Bachblüten und Massage. Sie ist Dozentin für TCM an der Heilpraktikerschule ARCHE MEDICA in Berlin.
Weitere Infos zur Arbeit der Autorin auf www.heilpraktiker-werden.de/heilpraktikerausbildung


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