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Ausgabe Januar 2014
Beitragsreihe von Andreas Krüger Homöopathisches Heilmittel: Hypericum – das Johanniskraut. Symbol des Regenbogens

Andreas Krüger mit dem zwölften Teil seiner Beitragsreihe über wichtige homöopathische Arzneimittel – erläutert anhand seiner eigenen biografischen Erfahrungen.


H. Schäfer: Wollen wir heute mal wieder über ein Mittel sprechen, das Sie persönlich ein Stück weit geheilt hat?
A. Krüger: Ja, heute möchte ich gerne über Hypericum reden – das Symbol des Regenbogens. Biblisch gesehen ist der Regenbogen ein Symbol, das Gott in Form eines Kriegsbogen an den Himmel stellte, nachdem Noah ihn angeklagt hatte, die ganze Menschheit umgebracht zu haben. Daraufhin erbarmte sich Gott und sagte zu Noah, dass er mit den Menschen Frieden haben wird und sie nicht mehr umbringen will und dafür als Zeichen seinen Kriegsbogen an den Himmel setzte, woraufhin sich der Kriegsbogen in einen Regenbogen verwandelte. Der Regenbogen ist also ein Zeichen für den Frieden Gottes.
Hypericum ist ein Mittel für Menschen, die etwas Schreckliches erlebt haben wie z.B. einen schrecklichen Verlust oder eine Querschnittslähmung – irgendetwas, wo man denkt, das Leben geht nicht mehr weiter und ist völlig sinnlos. In solchen Situationen gibt Hypericum Frieden. Hypericum ist auch als pflanzliches Mittel eines unserer wichtigsten Stoffe, die wir bei Depressionen einsetzen. So, wie der Regenbogen ein Symbol ist, um wieder der Sonne Platz zu machen, hilft Johanniskraut als Pflanze, Sonnenlicht aufzunehmen. Deswegen sollte man während der Einnahme von Johanniskraut weder ins Solarium gehen, noch sich starker Sonneneinstrahlung aussetzen, denn dann nehmen wir zu viel Sonnenlicht auf. Es geht also um Licht, es geht um Frieden und um das Annehmen von Schrecklichem, was scheinbar nicht mehr zu ändern ist. Gleichzeitig ist Hypericum eines unserer größten Verletzungsmittel für Rücken- oder Nervenverletzungen und da besonders der ganz feinen Nerven wie Fingerkuppen, aber auch bei Kopfverletzungen, wenn jemand z.B. mit dem Kopf auf die Heizung aufschlägt. Hintergrund ist oft, dass der dahinterliegende Seelenschmerz so groß ist, dass man sich fast wie selbst enthaupten will. Man will, dass Ruhe ist und fällt deshalb so schmerzvoll auf den Kopf.

Sind Sie auch aufgrund von Seelenschmerzen auch schon mal auf den Kopf gefallen?
Nicht auf den Kopf gefallen, aber mit dem Kopf hat es zu tun. Ich hatte ja seit meinem dritten oder vierten Lebensjahr eine schwere Migräne, die ich bis zum 27. Lebensjahr mit mir herumschleppte und die völlig therapieresistent war. Damals probierte ich vieles aus, u.a. auch Chiropraktik. Vor 30 Jahren wurde Chiropraktik noch weniger sanft ausgeführt als heute. Der Chiropraktiker nahm den Kopf in die Hände und ruckzuck wurden die Wirbel wieder eingerenkt.
Aber ich glaubte, es könnte helfen, so dass ich Dutzende von Interventionen an meiner Halswirbelsäule hatte. Dies hatte zur Folge, dass es nicht nur nicht half, sondern dass meine Halswirbelsäule bei jeder Bewegung knackte – und das sogar beim Küssen. Selbst als meine Migräne durch Glonoinum geheilt war, blieb dieses Knacken in der Wirbelsäule. Die Chiropraktik hat wirklich meine Wirbelsäule geschädigt und wir merken uns: Hypericum ist das wichtigste Mittel für Folgen von Chiropraktik, für Verletzungen durch zu starke Massage oder wenn bei einer asiatischen Massage jemand zu stark mit den Füßen über unsere Wirbel gegangen ist.

Konnten denn Massagen nicht bei den Wirbelsäulenbeschwerden helfen?
Trotz der verschiedensten Massagetechniken, trotz Packungen, trotz Akupunktur und trotz Neuraltherapie hörte die Wirbelsäule nicht auf, bei der kleinsten Bewegung zu knacken. Es war absehbar, dass ich irgendwann einmal in der Halswirbelsäule eine Artrose entwickeln würde, was mit Anfang oder Mitte dreißig eine blöde Prognose war. In dieser Zeit hatte ich eine Schülerin, die mir immer wieder von einem amerikanischen Lehrer und Medium erzählte, der Menschen helfen konnte, von schlimmen Traumatisierungen loszulassen, indem er medial wahrnahm, was in diesem oder vorherigen Leben passiert war und dann mit Formeln, die man nachsprechen musste, diese Traumata angeblich beseitigte. Die Schülerin war ganz begeistert von ihm und forderte mich jahrelang immer wieder auf, wenn er in Berlin war, zu ihm zu gehen. Irgendwann war ich bereit, diesen Menschen zu treffen und stand einem großen, total herzlichen Amerikaner gegenüber, der mich zuerst kinesiologisch auf verschiedenste Traumata untersuchte.
Das klang dann so: Irgendwann haben sie dir den Hals mal durchgeschnitten, was ich dann durch Vergebung heilen sollte. Dann bin ich irgendwann mal erstochen worden und auch das habe ich vergeben. Dann bin ich mal verbrannt worden und auch hier ging es wieder um Vergebung. Und dann passierte etwas Unglaubliches: Er fasste meine Halswirbelsäule an und sagte: „Hier, hier ist das Hauptproblem.“ Ich hatte ihm nichts von meinem Grund gesagt, weswegen ich bei ihm war. Und er fragte mich, ob ich das Bild hören will, das er sieht. Da ich schon von vielen Bildern gehört und auch gesehen hatte, stimmte ich zu und er sagte: „Ich sehe deinen Kopf auf einem Tablett. Willst du wissen, wer das ist?“ „Ja.“ „You are John, the Baptist.“ Johannis der Täufer. Nachdem ich fünf Jahre Reinkarnationsanalyse hinter mir hatte, war ich einiges gewohnt. Auch wenn es nicht wirklich geholfen hatte, war es doch aufgrund der vielen Geschichten sehr spannend. Johannis der Täufer war mir noch nicht begegnet, aber ich hatte schon immer eine starke Affinität zu diesem Menschen. Bevor ich Heilpraktiker geworden bin, wollte ich entweder Geschichtslehrer oder Militärhistoriker oder Pfarrer werden. Pfarrer bin ich nur deswegen nicht geworden, weil meine damalige Freundin gesagt hat: „Mit deinem Narzissmus hältst du diesen Beruf bei den leeren Kirchen gar nicht aus.“

Warum wollten Sie denn Pfarrer werden?
Weil ich die liturgischen Handlungen spannend finde: Abendmahl, Hochzeiten, Beerdigungen, aber ganz besonders spannend finde ich Taufen. Ich vermisse das bis heute – ich glaube auch, ich wäre ein guter Beerdigungsredner. Zurück zu dem Kopf auf dem Tablett: Ich vergab also Salome, die den Kopf von mir gefordert hatte und kinesiologisch nachgetestet war alles gut und richtig gelaufen. Aber es knackte weiter. Zwei Monate später fuhr ich wieder nach Bad Boll, um vier Wochen im Jahr mit meinem Lehrer Jürgen Becker Homöopathen auszubilden. Ihn wollte ich mal fragen, aber da es mir peinlich war, mich als Reinkarnation von Johannis dem Täufer hinzustellen, erfand ich einen fiktiven Patienten mit chronischen Halswirbelsäulenbeschwerden infolge von Enthauptung. Daraufhin fragte mich Jürgen Becker: „Was ist eine Enthauptung?“ „Eine Nervenverletzung.“ „Und was ist unser wichtigstes Mittel bei Nervenverletzungen?“ „Johanniskraut.“ Und da fügte sich dann eins und eins zusammen, denn das Johanniskraut ist nach Johannis dem Täufer benannt. Als ich nach der Potenz fragte, sagte er: „Wie viele Jahre ist denn die Enthauptung her?“ „Na, ungefähr 2000.“ „Dann gib abends C 1000 und morgens C 10000.“ Ich war immer noch skeptisch, habe es aber so gemacht und daraufhin eine Woche lang nur von Taufen geträumt. In diesen Träumen hatte ich immer wieder das Gefühl, dass ein tiefer Frieden entsteht und eine tiefe Rückbindung. Bei jeder Taufe empfängt der Täufling etwas ganz Wertvolles. In der kirchlichen Ikonografie wird es oft durch die Taube symbolisiert. Dazu gibt es ein wundervolles Gedicht von Hilde Domin „Vergebung“.

Hat Hypericum Sie also von Ihrem Knacken befreit?
Ich habe ja in meinem Leben schon viele homöopathische Wunder erlebt und dieses gehört dazu. Nach der Gabe von Hypericum hat mein Rücken bis heute nicht mehr geknackt. Ich bin völlig beschwerdefrei und habe auch keine Artrose gekriegt.

Danke für das Gespräch!


Andreas Krüger ist Heilpraktiker, Schulleiter und Dozent an der Samuel-Hahnemann-Schule in Berlin für Prozessorientierte Homöopathie, Leibarbeit, Ikonographie & schamanischer Heilkunst.


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