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Ausgabe Dezember 2013
Beitragsreihe 2013 von Andreas Krüger Homöopathisches Heilmittel: Lac dama – die Hirschmilch

Andreas Krüger mit dem elften Teil seiner Beitragsreihe über wichtige homöopathische Arzneimittel

H. Schäfer: Worüber wollen wir heute sprechen? Es muss auch nicht immer nur um Ihre eigenen Erfahrungen gehen....
A.Krüger: Dann wollen wir heute über das Unglück von tollen, erfolgreichen, gebildeten und gutaussehenden Frauen in ihren Beziehungen mit Männern, bzw. in ihren „Nicht-Beziehungen“ mit Männern sprechen. Es war immer wieder in meiner Praxis ein großes Rätsel – aber auch generell in dieser Gesellschaft – wie Frauen, die wirklich etwas Königliches ausstrahlen, immer wieder mit Männern zusammen sind, sie suchen oder sich von ihnen finden lassen, die bei mir auf den zweiten Blick als muttertraumatisierte Frauenhasser identifiziert werden. Erst habe ich gedacht, dass Frauen halt sehr verständnisvoll sind, aber dann wurde mir klar, dass sie von den Männern im Stich gelassen und von einer für mich nicht nachvollziehbaren Art und Weise schlecht behandelt wurden. Aber wie kann sich ein Mensch mit solchen

Ressourcen und sichtbaren Qualitäten so schlecht behandeln lassen?
Seit Jahrzehnten versuche ich, an diesem Phänomen zu arbeiten, indem ich die Traumata bearbeitet und die schlechten Selbstbilder behandelt habe, aber irgendwie ist mir da nicht der Durchbruch gelungen, wie ich es bei anderen Mitteln kenne. Selbst wenn alle andern von dem smarten Wesen eines Mannes begeistert waren, hatten die meisten doch ein Mutterthema und manchmal auch ein Rachethema, das sich hinter der netten und freundlichen „Larve“ verbarg. Vor einem Jahr kam ich dann auf die Idee des Milchweges und der Idee des motherboards – ein motherboard ist die zentrale Platine eines Computers. Rita Meyer hat herausgearbeitet, dass es Störungen gibt, die so früh und so zentral und vielleicht schon vor-lebensprogrammiert sind, dass sie sich nicht mit klassischen Mitteln und auch nicht auf dem klassischen Weg der Ähnlichkeitsverordnung behandeln lassen. Diese fehlenden „Grund-Apps“ für Würde, Fertigkeit, Wahl-sinn, Ehre – diese Urfunktionen – die sollen nach den Forschungen von Rita Meyer nur mit Milchen nachzuprogrammieren sein. Und da ich ein Mensch bin, der nie etwas verwirft und seine Grenzen zum Wohle meiner Patienten gerne prüft, hatte ich auch zum Thema der verwirrten Wahl, ausgelöst durch den Film „Avatar“ und über die Gesellschaften, in denen es die Worte „Krieg, Arbeit und Ehe“ nicht gegeben haben soll, Nachforschungsbedarf.

Und das sah wie aus?
Vor einem halben Jahr kam eine klassische Charlottenburger Patientin zu mir: esoterisch und psychologisch interessiert und in homöopathischer Behandlung. Diese Patientin kam zu mir, weil sie mit Mitte 40 noch nie eine glückliche Beziehung geführt hatte und sagte: „Bei Männern greife ich immer ins Klo.“ Ein schrecklicher Satz, aber irgendwie müssen die Frauen ja darauf kommen. Außerdem hatte sie noch nie in ihrem Leben einen Orgasmus – trotz vieler Bücher und hoher sexueller Kompetenz. Bei der Anamnese sagte sie, dass das doch auch mit den Männern zu tun haben könnte, denn sie fühlte sich bei den Männern nie wirklich sicher. Ich habe mich in den letzten 30 Jahren viel mit Orgasmustherapie und Wilhelm Reich beschäftigt und ich kann nach diesen 30 Jahren sagen, dass der einzige Schlüssel für ein erfülltes Sexualleben und eine erfüllte Partnerschaft in dem Begriff der Sicherheit definiert ist. Unsere Spezies hat als Primärbedürfnis Sicherheit. Wir brauchen Sicherheit, um uns hinzugeben – das hat nichts mit Technik zu tun. Wir müssen uns Wirklichkeiten von Sicherheit erschaffen – das ist eine berufliche, aber auch private Erfahrung.

Wie ging die Geschichte von der Frau weiter?

Ich fand die Geschichte der Frau spannend und bat sie, sich bei Heidi Baatz testen zu lassen, ob ich überhaupt der richtige Therapeut für sie sei und was ich für sie tun kann. Nachdem sie bei Frau Baatz den Kurplan getestet hatte, kam heraus, dass ich ihr vor allem ein Milchmittel aussuchen sollte, das ich traumorientiert finden würde. Und ich sollte ihr ein Krafttier suchen. Also bat ich sie, in der Zeit, bevor sie zu mir kommen würde, um einen Traum zu bitten. Und sie kam mit einem Traum, obwohl sie sonst nie träumte: Sie war von einem Rudel von Hirschen umgeben. Eigentlich gibt es keine Hirschrudel, denn es gibt ein Leittier, ein paar junge Bullen und der Rest sind die Hirschkühe, aber sie war von einem Rudel von großen, schönen Hirschen umgeben und alle wollten sich mit ihr paaren. Sie schaute sich einem nach dem anderen an, aber keiner gefiel ihr wirklich. Sie dachte schon im Traum „Wie kann man nur so wählerisch sein? Ich sollte doch zufrieden sein, dass sich so viele tolle Hirsche um mich scharren.“ Und dann mit einmal – wie im Film – öffnete sich diese Reihe des Rudels und es kam ein riesiger Hirsch mit einem 18-endigen Geweih. Dem wendete sie sich zu und paarte sich. Ich war begeistert und schlug im Repertorium nach und fand Cantharis bei Träumen von Hirschen, was aber nicht passte, denn es war keine Milch. Außerdem war noch Lac lupi vermerkt, was zwar eine Milch ist, aber die Wolfsmilch hatte sie schon von einer homöopathisch arbeitenden Kollegin erfolglos bekommen. Dann habe ich getan, wie Adenauer schon sagte, wie man es mit komplizierten Dingen tun sollte: Man soll sie ganz einfach angucken. So habe ich mir gesagt: Ich gebe ihr Lac dama – die Hirschmilch.

Und hat es geholfen?

Nach vier Wochen kommt diese Frau zu mir: völlig verändert mit einem aufrechten Gang und einer königlichen Ausstrahlung. Auf die Frage, was ich mit ihr gemacht habe, konnte ich nur sagen: Kügelchen. Auf die Frage, was denn passiert sei, sagte sie, dass sich ihre Lebenswirklichkeit völlig verändert hatte: Warmduscher, Hartz IV Empfänger, Vorwärtseinparker, die sich vorher um sie herum gescharrt hatten und wo sie Mutter-Impulse aktivierte, aber doch nur wieder Objekt eines Mutter-Hasses wurde, die haben auf einmal einen Bogen um sie herum gemacht. Dafür sind Männer in ihr Leben getreten, die im wahrsten Sinne des Wortes echte Hirschen waren. Und mit einem dieser Männer, der kein Mutterproblem hatte, fing sie eine befriedigende Beziehung an und sie hatte zum ersten Mal in ihrem Leben einen Orgasmus. Außerdem träumte sie von einer Insel, die im Nebel lag und auf dieser Insel lebten Frauen, die total in ihrer Kraft und Würde waren – ähnlich wie Priesterinnen. Es gab auf dieser Insel Steinkreise und hier wurden Rituale ausgeführt, wo sich Frauen Männer nach deren Ressourcen erwählten, die die Frauen vorher prüften. Erwählten Männern setzten die Frauen dann Kronen aus Hirschgeweihen auf. Meine Patientin hatte nie das Buch Avalon gelesen, aber das musste ich ihr ans Herz legen, denn sie hatte Rückerinnerungsträume an Avalon: Als der Wahl-sinn der Frau noch nicht verwirrt war, als frau sich noch das Recht zugestand zu wählen und nicht nur darauf wartete, dass irgendein Fuzzi sie toll findet, sondern noch wusste, dass es die Pflicht einer Frau ist, nicht wahllos zu sein. Es ist egal, um wie viele Männer es sich handelt – es ist ein Thema von Wahl-sinn – und wenn eine Frau einen gezündeten Wahlsinn hat, wird sie nie einen Frauenhasser wählen. Wenn die Sinneswahrnehmung nicht verwirrt ist, nimmt die Sinneswahrnehmung es wahr.

Wähle ich dann einen oder mehrere?
Weitere vier Wochen bekam ich eine Nachricht aus München, wo sie gelegentlich Seminare machte. Obwohl sie mit dem Mann in Berlin glücklich war, begegnete ihr in München schon wieder so ein Hirsch und den wollte sie für ihre Münchener Zeit auch erwählen und fragte mich, was ich davon halten würde. Ich konnte ihr nur raten, auf ihr „Wahl-verhalten“ zu hören. Jetzt lebt diese Frau seit Monaten mit beiden Männern und ihre orgiastische Potenz ist voll gezündet. Und sie ist ein Beispiel, sich zurückzuerinnern an eine Zeit, wo es eine der größten Kräfte der Frauen war zu wählen. Ich habe inzwischen vielen Frauen dieses Mittel gegeben und selten so viele Rückmeldungen erhalten.

Andreas Krüger ist Heilpraktiker, Schulleiter und Dozent an der Samuel-Hahnemann-Schule in Berlin für Prozessorientierte Homöopathie, Leibarbeit, Ikonographie & schamanischer Heilkunst. www.Samuel-Hahnemann-Schule.de
Er ist Autor zahlreicher Fachbücher und zuletzt: „Heiler und heiler werden, Gespräche über Heilkunst“ im Verlag Simon+Leutner.


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