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Ausgabe Dezember 2013
Sich der Liebe öffnen. Bruce H. Lipton

Bruce H. Lipton und seine Partnerin Margret haben sich in dem Buch „Der Honeymoon Effekt“ mit guten und schlechten Schwingungen und der „großen Liebe“ auseinandergesetzt. Ein Auszug.


Gute und schlechte Schwingungen - von Bruce
Ich lebte im Paradies, weit weg von den juristischen und finanziellen Schwierigkeiten, die mein Leben bestimmt hatten, als ich einen Fehler machte, den kein anständiges nicht menschliches Säugetier je machen würde. Zögert eine Gazellen, wenn sie die Gegenwart eines Löwen wahrnimmt? Schlendert sie zu dem Löwen hinüber und fragt: „Bist du mein Freund?“ Natürlich nicht. Sobald die Gazelle einen Löwen wittert, beschleunigt sie auf bis zu 80 km/h, um nicht zum Abendessen verspeist zu werden.
Aber was tat ich, als zwei Häuser weiter ein menschliches Raubtier einzog, bei dem sich mir die Nackenhaare aufstellten? Nahm ich die olivfarbene Tönung seiner Haut als Warnzeichen? Oder das ängstliche Klopfen meines Herzen? Nahm ich das Bild eines Teufels, das unweigerlich bei jeder Begegnung mit ihm in mir auftauchte, als ein Signal, mich von ihm fernzuhalten?
Nein. Stattdessen arbeitete ich daran, mir meine körperliche Abneigung ihm gegenüber auszureden. Schließlich verwandelte ich mich gerade von einem agnostischen Professor in einen spirituellen Wissenschaftler. Ich konzentrierte mich auf positives Denken und das bedeutete, ich wollte die Existenz menschlicher Raubtiere nicht wahrhaben. Ich versuchte mich auch in Vergebung. Mein Nachbar wirkte auf mich nicht nur teuflisch, er erinnerte mich auch an jemanden, der mich in einen Rechtsstreit verwickelt hatte, und ich dachte, ich könnte die Sache positiv wenden, indem ich innerlich daran arbeitete, ihm zu vergeben (was allerdings in diesem Fall bis heute nicht funktioniert hat). Ich rang mit meiner Abneigung, indem ich lockere Unterhaltungen mit ihm pflegte; ich wollte verbal höflich und freundlich sein. Mein Verstand betrachtete die Angst, die mich bei seinem Anblick jedes Mal befiel, als eine Art „New Age“-Buße.
Etwa ein Jahr, nachdem ich diesem Mann zum ersten Mal begegnet war, kamen die Umzugsleute, um meine Sachen einzupacken, weil ich von Barbados nach Grenada zog. Als die medizinische Hochschule, für die ich arbeitete, mich versetzte, meinte ich, meine Gutmütigkeit sei zweifach belohnt worden. Zum einen würde ich diesen Mann nie wieder sehen müssen, und zum anderen schienen mich meine Instinkte doch betrogen zu haben, denn er half fleißig mit, meine gesamten Sachen einzuladen (alles außer einem kleinen Koffer für eine kurze Reise in die Staaten), darunter auch meine geliebte, hochwertige Fotoausrüstung. „Vielleicht ist er doch kein so schlechter Kerl“, sagte mir mein Verstand, während mein Herz immer noch am liebsten die Flucht vor ihm ergreifen wollte.
Die Wahrheit brach über mich herein, als ich in die Karibik zurückkehrte und nach einigem Hin und Her mit dem Umzugsunternehmen feststellen musste, dass meine Sachen nicht mehr ankommen würden. Mein Raubtier-Nachbar war am Tag nach meiner Abreise zu dem Umzugsunternehmen gegangen, hatten den bereits bezahlten Transport storniert, sich mein Geld ausbezahlen lassen, meine gesamten Sachen gestohlen und war von der Insel verschwunden. Was ich für eine Lektion in Vergebung und positivem Denken gehalten hatte, endete als Lehre, wie ich den Verlust all meines Hab und Guts verarbeiten könnte. Wieder einmal. Es war das vierte und hoffentlich letzte Mal, dass ich alles verloren hatte.
Um den Honeymoon-Effekt in Ihr Leben zu holen, sollten Sie sich diese wundervolle, Ihnen angeborene Gabe, gute und schlechte Schwingungen zu spüren, zunutze machen. ...

Happy End ohne Ende – von Margaret
Es war wie im Film, Liebe auf den ersten Blick, mitten in einem vollen Saal. Oder genauer gesagt, es war Liebe auf den ersten Stoß, mitten in einem vollen Saal. Ein Energiestoß, der mich buchstäblich nach Luft schnappen ließ.
Als ich 1995 bei der Internationalen Konferenz der Association for Perinatal and Prenatal Health zurück an meinen Platz in der ersten Reihe ging, sah ich den Gründer der Organisation, Thomas Verny, mit jemandem sprechen, der mir den Rücken zuwendete. Während ich an dem Fremden vorbeiging, schnappte ich unwillkürlich nach Luft und legte reflexartig meine Hand auf mein Herz, weil ich dort so einen starken Energiestoß gespürt hatte.
Ich blieb stehen und sah mich um. Thomas und der Fremde schauten mich neugierig an, weil sie das Geräusch des Nach-Luft-Schnappens ebenso überrascht hatte wie mich. Ich schaffte es gerade so, „Hallo“ zu sagen.
Ich ging zu meinem Platz und fragte mich: „Wow, meine Güte, was war das denn?“ Der Veranstaltungssaal des San Francisco Cathdreal Hill Hotels füllte sich um mich herum mit Hunderten von Zuschauern, aber ich bemerkte es kaum. Ich starrte auf den Fußboden und versuchte, mich von meinem Herzsprung zu erholen. Das war jenseits von Anziehung oder Lust – das war eine ganz neue Ebene von guten Schwingungen – und ich hatte noch nicht mal sein Gesicht gesehen!
Schließlich sah ich auf und stellte fest, dass der Fremde mit andern zusammen als Sprecher auf dem Podium saß; sein Name war Bruce Lipton. Am Ende der Veranstaltung, nachdem Bruce die Menge begeistert hatte, musste ich mich durch eine ganze Schlange von Menschen um ihn herum nach vorne durchdrängeln. Die ganze Zeit redete ich mir Mut zu und sagte mir: „Margaret, jetzt ist nicht der Zeitpunkt für Schüchternheit. Du musst diesen Typen einfach kennenlernen.“ Als ich bei Bruce ankam, gab er gerade einer Frau, die ihm einen Scheck für eines seiner Videos zuschicken wollte, seine Adresse. Weil er als Ort La Honda, Kalifornien, angab platzte ich heraus: „Sie wohnen in La Honda? Ich wohne auch in La Honda!“ Da hatte ich also diese unglaubliche, körperliche, unwillkürliche Reaktion, als ich hinter diesem Menschen vorbeigegangen war und er lebte nur wenige Minuten von mir entfernt in dem winzigen Ort La Honda.
Nicht allzu lange vor dieser Konferenz hatte ich beschlossen, mich (zum ersten Mal) für eine wirklich verbindliche, kommunikative und ausdrucksvolle Beziehung zu öffnen, aber weil ich das noch nie gehabt hatte, hatte ich keine Ahnung, wie ich das anfangen sollte. Also rief ich (nicht zum ersten Mal) das Universum an: „Also gut, Universum, ich will ein Zeichen, das so klar ist, dass ich ihm nachgehen werde!“ Ich war überzeugt, dass ich dieses Zeichen erhalten hatte.
Genau wie Bruce war ich zu jener Zeit damit beschäftigt, mich selbst neu zu erfinden; wir hatten beide die uns bekannte Welt hinter uns gelassen. In meinem Fall war diese eine intensive und lohnenswerte, 16 Jahre währende Karriere bei der Summit Organization, einem führenden Unternehmen der kalifornischen Bewegung zur Förderung des menschlichen Entwicklungspotentials. Ich hatte mich auch nach 13 Jahren aus der Beziehung mit meinem Mentor, dem Gründer von Summit, verabschiedet. Es fiel mir sehr schwer, die Summit-Familie hinter mir zu lassen. Ich hatte dort in meinen Zwanzigern angefangen und jetzt war ich 39. Als das Unternehmen kurz nach meinem Abschied seinen Betrieb einstellte und mein Expartner starb, konnte ich nicht mehr länger umhin, anzuerkennen, dass mein altes, geliebtes Leben vorüber war. …
Ich öffnete mich für die Möglichkeiten dessen, was ich „die große Liebe“ nannte.

Aus: Bruce H. Lipton: Der Honeymoon Effekt, mit freundlicher Erlaubnis des Verlags.


Der Autor Bruce Lipton ist international für seine Art bekannt, Wissenschaft und Geist miteinander zu verbinden. Als Zellbiologe lehrte Bruce Lipton an der medizinischen Fakultät der Universität von Wisconsin und arbeitete als Forscher an der medizinischen Fakultät der Stanford Universität. Seine bahnbrechenden Erkenntnisse über die Zellmembran machten ihn zu einem Pionier der neuen Wissenschaft der Epigenetik. Heute reist Bruce Lipton durch die ganze Welt und hält Vorträge und Seminare über die Neue Biologie. www.brucelipton.com

Buchtipp:
Bruce H. Lipton, Der Honeymoon Effekt, Koha Verlag, Burgrain, 2013, 186 Seiten, 14,95 Euro


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