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Ausgabe Dezember 2013
Das Geheimnis meines Spiegelpartners. Ruediger Schache

Der Partner ist wie ein Spiegel. Und im Spiegel offenbart sich die Lösung.

In einer Beziehung geschieht nichts zufällig. Denn der Mensch, den Sie in Ihr Leben gezogen haben, ist Teil Ihres Lebensplans. Was er sagt oder nicht, was er denkt oder spürt, wie er sich verhält – er spiegelt Ihnen die verborgenen Kräfte, die Ihre Partnerschaft und Ihr Leben lenken.
Mithilfe des Spiegelprinzips können Sie diese unbewussten Muster entschlüsseln. Indem Sie erkennen, was Ihrer Beziehung wirklich zugrunde liegt, wird sich alles zum Positiven ändern. Seelische Blockaden lösen sich auf, und es kann endlich geschehen, was zwei Menschen als höchstes gemeinsames Glück erfahren: eine befreite und zutiefst erfüllende Liebe – zum Partner und zu sich selbst.

Die Befreiung aus dem „Liebe ist …“-Irrtum
Es gibt Liebe. Das, was sie in Wahrheit ist. Und es gibt das, wovon jemand glaubt, es wäre Liebe. Fragen Sie fünf Menschen, wie sie Liebe definieren würden, und Sie erhalten wahrscheinlich zehn Möglichkeiten zur Antwort. Ganz offensichtlich kann man das meistgesuchte Gefühl auf Erden mit Worten am wenigsten genau definieren.
Wenn Sie möchten, können Sie kurz innehalten und ein Experiment machen: Wie würden Sie jemandem, der es nicht kennt, beschreiben, was ein Tisch ist? Tun Sie es jetzt. „Ein Tisch ist …“
Und nun: Wie würden Sie jemandem, der es nicht kennt, beschreiben, was Liebe ist? Versuchen Sie es einmal. „Liebe ist …“
Wenn Sie gemeinsam einen Tisch für Ihre Wohnung kaufen gehen, ist es schon nicht einfach, den richtigen zu finden. Und das, obwohl Sie, Ihr Partner und der Verkäufer sich über das Wesen eines Tischs im Grundprinzip einig sind. Wie ungleich schwieriger ist es, sich mit einem Menschen über Liebe und Beziehung einig zu sein und darauf ein Leben aufzubauen! Wie viele Missverständnisse sind da möglich!
Überlegen Sie noch einmal, wie Sie die Liebe beschrieben haben. Haben einige Ihrer Beschreibungen mit „Verhalten“ und „Beziehung“ zu tun? Viele Menschen kommen bei der Frage nach Liebe ins Nachdenken über das Verhalten anderer ihnen gegenüber oder erinnern sich an ihr eigenes Verhalten. Welches Verhalten erzeugt ein Gefühl von Liebe? Und welches nicht? Je mehr Sie dieses größte Geheimnis aller Beziehungen innerlich durchdringen, umso besser werden Sie Entstehung, Ablauf und Sinn Ihrer eigenen Partnerschaften verstehen.

Liebe „geben und haben“ wollen, erschafft oft Probleme
Die meisten Menschen nennen auf die Frage, was sie in einer Partnerschaft suchen, auch das Wort Liebe. Man könnte denken, damit wäre das Thema geklärt. Doch wenn Sie genau nachfragen, werden Sie eine Menge, zum Teil sogar gegensätzliche Vorstellungen zu Liebe kennenlernen. Ein einfaches Wort, das zwei Menschen als Grundlage und Ziel einer guten Partnerschaft ansehen – und jeder versteht darunter etwas anderes. Gleichzeitig versucht jeder, sich immer so verhalten, dass er seine Idee von Liebe bekommt und dass er sein Verständnis von Liebe weitergibt. Damit sind spätere Konflikte bereits eingebaut.
Doch wo die größten Konfliktpunkte liegen, findet man auch das größte Heilungspotenzial. Sehen wir uns deshalb ganz genau an, wie die Idee, was Liebe ist, grundsätzlich entsteht. Danach können Sie leichter verstehen, welcher versteckten Vorstellung Sie selbst und Ihr Partner jeweils folgen, wenn vielleicht auch stillschweigend und unwissentlich. Sie verstehen dann auch besser, warum er so ist, wie er ist, und was dies mit Ihnen zu tun hat.

Die Informationsspeicher zum Wesen der Liebe
Es gibt in jedem Menschen genau drei Speicherorte zum Thema: „Was ist Liebe?“ Es sind Wachbewusstsein, Unterbewusstsein und Seele. An jedem dieser drei Orte kann sich eine andere Bewusstheit über Liebe befinden.

Das Wachbewusstsein – Wünsche, Vorstellungen und offene Erwartungen zur Liebe
Was Sie im anfänglichen Experiment mit der Beschreibung eines Tisches im Vergleich zur Beschreibung der Liebe vielleicht mitgemacht haben, fand in Ihrem wachen Verstand statt. Sie haben nachgedacht, was Liebe wohl ist, und haben versucht, es in Ihren Worten möglichst gut auszudrücken. Es mag auf Anhieb vielleicht noch nicht völlig perfekt gewesen sein, aber Sie können wahrscheinlich sagen: „Ich habe gewisse Erfahrungen und Vorstellungen darüber, wie Liebe sein sollte.“ Das sind Ihre Ideen und vielleicht auch Ziele zum Thema. Weil Ihr Wachbewusstsein die Aufgabe hat, Ziele zu erreichen, wird es Verhaltensweisen ausüben, um diesen Zielen näher zu kommen. So entsteht die erste Kraft, der die Menschen in Beziehungen folgen:

Unbewusste Erwartungen zur Liebe
Zu einer Zeit, als Sie noch nicht die Möglichkeit des Nachdenkens und Reflektierens hatten, haben Sie dennoch bereits Beziehung erlebt. Wie wir bei Joshua mitverfolgen konnten, gibt es ab dem Moment der Geburt andere Menschen im Umfeld, und in jedem Kontakt zu ihnen findet Beziehung statt. Alles, was zu der frühen Zeit erlebt wird, wird nicht kritisch durchdacht. Es wird einfach nur wahrgenommen, gespeichert und erhält den Stempel: „So ist Beziehung.“ Und falls es mit nahestehenden Menschen wie der Mutter zu tun hat, landet es ungeprüft in der Schublade mit der Aufschrift: „So ist Liebe.“
Als Erwachsener können Sie sich daran nicht mehr erinnern, und selbst Ihre Eltern haben viele der kleinen und großen Ereignisse schon lange vergessen. Dennoch ist nichts wirklich vergessen. Es wurde nur unsichtbar abgelegt. Auf diese Weise entsteht die zweite Kraft, der alle Menschen in Beziehungen folgen:

Die Seele – Das spirituelle Wissen über das wahre Wesen der Liebe
Was Liebe wirklich ist, weiß der Teil von Ihnen, den man Seele nennt. Denn dieser Teil ist nicht an Vorstellungen gebunden und nicht an Kindheitsprägungen. Ihre Seele ist so nahe an der Quelle, die alles erschafft, dass sie das Wesen der Liebe auf eine reine, unbelastete Weise kennt.
Ihre Seele hat sozusagen eine Hand an der Schöpfung und die andere Hand an Ihnen. Mit diesem vollkommen reinen Wissen um das Wesen von Liebe wird ein Kind geboren. Deshalb sehen so viele Eltern in den Augen ihrer kleinen Kinder „die reine Liebe“. Das ist keine Einbildung. Sie sehen die Wahrheit und erinnern sich an die Wahrheit. Und das berührt sie tief im Herzen. Dabei erleben sie die dritte Kraft, der Menschen in ihren Beziehungen folgen:

(Mit freundlicher Erlaubnis aus: Schache, Spiegelpartner)

Buchtipp
Ruediger Schache, Das Geheimnis meines Spiegelpartners - Die Beziehung als Weg zur inneren Befreiung, 336 Seiten, € 17,99, Ansata Verlag




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