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Ausgabe Oktober 2013
Mit Heilpflanzen durch das Jahr 2013. Frauenmantel - die Schutzpatronin

Beitragsreihe von Cornelia Titzmann, Dozentin an der Samuel-Hahnemann-Schule in Berlin

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Wie es der Name schon sagt, handelt es sich hier um eine Pflanze für die Frauen. Eine „Kleine“ aus der Familie der Rosengewächse, wo es auch die größeren Vertreter gibt wie Apfelbäume, Kirschen, Mandeln und überhaupt fast alle einheimischen Obstbäume.Den Weißdorn, der auch zu dieser Familie gehört, haben wir ja schon besprochen.
Das schöne Blatt sieht aus wie ein kleiner Trichter und morgens ist sein ganzer Rand mit Wasserperlen besetzt. Alchemilla heißt die Pflanze mit ihrem botanischen Namen und verweist auf den Gebrauch der Alchemisten im Mittelalter, die sich mit der Lehre der Stoffzusammenfügung und Umwandlung pflanzlichen, tierischen und mineralischen Ursprungs beschäftigten. Sie versuchten unter anderem aus dem gesammelten Morgentau der Alchemilla das „Unsterblichkeitsmittel“ herzustellen. Die Pflanze bildet diesen Tau selber und gibt ihn aus schmalen Spaltöffnungen ab. Es ist kein Wasser aus der Luftfeuchtigkeit. In der Volksheilkunde wurde dieses Wasser dann bei Augenleiden mit Erfolg verwendet.
Heute wird ausschließlich das Kraut meist als Tee angewandt und hat unzählige Indikationen bei sogenannten Frauenleiden. Wie sie wirklich wirkt, wissen nur wenige. Das Wichtigste ist wohl ihre Schutzfunktion. Wie ein Mantel legt sich diese Pflanze um den Menschen – schützt gegen Regen, hält den Wind ab, ist weich und warm. In der modernen Medizin nutzen wir sie zur Regulierung der Menstruation, besonderes bei Schmerzen und übermäßig starken Blutungen. Wir geben sie nach der Geburt zur Kräftigung und guten Milchbildung. Sie hilft aber auch nach Operationen im weiblichen Unterleib und zur Verarbeitung von Traumata. Frauenmantel enthält Gerbstoffe, Bitterstoffe und ätherische Öle und ist als Tee getrunken sehr gut verträglich. Wir finden sie in Nord- und Mitteleuropa vom Tiefland bis ins Gebirge auf feuchten Wiesen und Weiden sowie angebaut in Gärten.

Anwendungstipps
Tee – Ein Teelöffel Kraut (Apotheke oder Kräuterladen) pro Tasse mindestens 10 Minuten zugedeckt ziehen lassen, ca. 4 Wochen 1-2 Tassen täglich vor den Mahlzeiten trinken. Bewährt haben sich Mischungen mit Schafgarbe, Gänsefingerkraut und Melisse (zu gleichen Teilen / Dosierung wie oben beschrieben). Dann kommen entzündungshemmende, entkrampfende und beruhigende Wirkungen hinzu.




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