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Ausgabe Oktober 2013
Magische Heilung. Die magische Hausapotheke. Von Claire

Was wussten unsere Ahnen über die Magie des Heilens? Welche Hausmittel, Rezepte und Verfahren kannten sie, und bei welchen Beschwerden kann man sie heute noch anwenden?

Auch wenn viele beim Wort »Magie« zuerst an Liebeszauber und Ähnliches denken, war die Magie unserer Vorfahren doch vor allem eine Magie des Heilens. Gesundheit und Wohlergehen der Bewohner eines Hofes bildeten die Grundlage für alles Weitere. Und obwohl sich die Zeiten ändern, bleiben die wesentlichen Bedürfnisse des Menschen doch gleich. Damals wie heute ist Gesundheit das kostbarste Gut, selbst wenn einem dies manchmal erst bewusst wird, wenn sie Schaden erlitten hat.
Ich komme aus einer Familie mit einem geradezu erblichen Interesse für die Dinge zwischen Himmel und Erde; somit waren für mich schon als Kind Kräuterkunde, kleine magische Handlungen zur Linderung von Beschwerden oder bestimmte Sprüche völlig normal. Und wie es so ist, wenn man mit etwas ganz selbstverständlich groß wird: Man nimmt es nicht als außergewöhnlich wahr.
Erst in der Schule und später während des Studiums wurde mir klar, dass es nicht selbstverständlich ist zu wissen, mit welchem Tee man welche Beschwerden gleich beim ersten Anflug vertreiben kann oder dass es Sprüche gibt, die mehr als nur Worte sind. Ich merkte es an der Verwunderung der anderen, wenn ich einen bestimmten Tee oder eine Pflanzensalbe vorschlug. Da ich deshalb öfter komisch angeschaut wurde, hielt ich mich mit der Zeit damit zurück und sprach nur noch dort davon, wo es ganz normal war: in der Familie und bei guten Freunden.
Als ich mit meiner spirituellen Arbeit nach außen trat, war es mit dem Kartenlegen, mit Kursen und meinen Büchern. Das Thema Heilung blieb stets im Hintergrund, denn insgeheim nagten die früheren Erfahrungen immer noch an mir. Irgendwann jedoch wollte ich die Augen nicht mehr davor verschließen, dass sich die Zeiten gewandelt haben und inzwischen ein reges Interesse an altem Wissen besteht. Mittlerweile wird in einigen Krankenhäusern ergänzend mit traditioneller chinesischer Medizin gearbeitet und niemand gilt mehr als »esoterischer Spinner«, wenn er sich akupunktieren lässt.
Ich wirke weiterhin nur in der Familie, das spürbare Interesse vieler Ratsuchender an diesem Thema aber hat mich dazu bewogen, das alte Wissen zusammenzutragen und aufschreiben. Dabei gehe ich davon aus, dass die goldene Mitte das Ziel ist: Das Spirituelle kümmert sich um Seele und Geist, die weltliche Medizin um den Körper – wobei die Übergänge natürlich fließend sind. Eine spirituelle oder magische Kur kann in manchen Fällen die Selbstheilungskräfte so stark anregen, dass Tabletten & Co. außen vor bleiben können. Umgekehrt kann eine Operation oder ein Medikament genauso positiv und heilsam wirken und neben dem Körper auch Seele und Geist des Patienten wieder in Harmonie bringen. Es geht nicht darum, das eine über das andere zu stellen, sondern darum, klug und umsichtig zu handeln.
Mein Buch soll auch den Respekt für die letzten Schamanen unserer eigenen Kultur ausdrücken, die oft übersehen werden. Sie sind nicht darauf aus, mit immer neuen Methoden Trends zu kreieren, vielmehr greifen sie auf Altbewährtes zurück, das man anhand von geschichtlichen Funden bisweilen über Jahrhunderte und Jahrtausende nachverfolgen kann.
Ich möchte aber noch mehr erreichen, als altes Wissen ans Licht zu holen; ich möchte die Leser auch dazu ermutigen, Heilung wieder in die eigenen Hände zu nehmen und Vertrauen in sich selbst zu entwickeln. Es geht also auch um ein Stück Demokratisierung der spirituellen Heilarbeit. Das ist wichtig, denn nur wer über Informationen verfügt und ein gewisses Selbstvertrauen entwickelt hat, kann bewusste Entscheidungen treffen und ist weitestgehend vor Angstmacherei gefeit.
Was dabei das Wichtigste ist: Hinterfrage – oder besser: hinterfühle – auf deinen Wegen alles, auch das, was du in diesem Buch liest. Es gibt kein Schema F, das bei jedem wirkt und pauschal immer gleich gute Resultate erzielt. In den letzten Jahren hat das Gefühl vieler Menschen für Eigenverantwortung, für ihren Körper, die Seele und den Geist zugenommen. Das ist eine gute Entwicklung, die stark macht für bewusste Entscheidungen.Wohin die Wege des Lebens meine Leser/innen auch führen mögen: Denkt immer daran, dass nicht nur Krankheit, sondern auch Gesundheit ansteckend ist.

Techniken
Die Liste der spirituellen Heilmethoden unserer Vorfahren ist lang und lässt sich nicht erschöpfend darstellen, was auch daran liegt, dass von Region zu Region und von Praktiker zu Praktiker ganz unterschiedliche Techniken bevorzugt und miteinander kombiniert wurden. Kein Wunder – handelte es sich doch um eine gelebte und keine aufgeschriebene Heilkunde. Zudem sind die Begriff e nicht immer ganz klar, sie werden teilweise unterschiedlich verwendet, mitunter begegnet man auch auf völlig unterschiedliche Bezeichnungen für ein und dieselbe Handlung. All das muss man im Hinterkopf haben, wenn man sich mit den alten Techniken befasst.
(Gute) Heilerinnen gehen dabei immer auf den Patienten in seiner Einzigartigkeit ein und behandeln mitunter selbst bei gleichen Symptomen jemanden, der forsch und dynamisch daherkommt, völlig anders als eine eher grüblerische und schwermütige Person.
Wir können uns in diesem Buch dem traditionellen Heilen nur annähern, in der Praxis ist es eine Sache des Gefühls und der Erfahrung. Im Grunde kann man Heilen nie aus Büchern lernen, obgleich sie gute Ratgeber sind, die auch in erfahrenen Heilerfamilien niemand missen möchte. Spirituelles Heilen ist etwas, das in dem Moment, in dem Heiler und Patient miteinander verbunden sind, immer wieder neu entsteht.

Abschreiben
Beim Abschreiben von Leiden wurden magische Heilsprüche, Segenssprüche und teilweise auch Kombinationen von Buchstaben auf einen kleinen Zettel geschrieben, den man zusammenfaltete und am Körper oder in der Kleidung trug. Manchmal wurden diese Zettel sogar wie Medizin geschluckt.
Diese Methode kann man auch heute noch sehr gut verwenden, sei es mit den alten Sprüchen, sei es mit eigenen Affirmationen, Wünschen und symbolischen Buchstaben. Früher kamen nicht nur Zettelchen zum Einsatz, auch kleine Plättchen auch Metall, Stein oder Holz wurden verwendet – oder Gebäck. Es gibt Überlieferungen, nach denen besonders Lebkuchen dazu verwendet wurden. Man ritzte eine magische Formel in den Lebkuchen und gab der erkrankten Person jeden Tag ein Stück davon zu essen, bis der Lebkuchen komplett verzehrt war.

Auszug aus „Magische Heikunst“ (s.u.) mit freundlicher Gebehmigung des Verlages)

Die Autorin Claire hat in jahrelanger Recherche das geheime Wissen der weisen Frauen, Heiler und Kräuterkundigen gesammelt. Sie zeigt, wie man die überlieferten Genesungsformeln und Segenssprüche, bewährte Heilpflanzen und magische Steine für sich selbst, aber auch zum Wohle anderer einsetzen kann.

Buchtipp:
Claire, Magische Heilkunst - Das uralte Wissen der Hexen und Heiler für Menschen von heute. Ein Handbuch. 272 Seiten, € 17,99, Ansata Verlag


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