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Ausgabe Juli 2013
Mit Heilpflanzen durch das Jahr 2013. Die Birke

eine Beitragsreihe von der Autorin Cornelia Tietzmann

Bei der Dritten im Bunde der Frühjahrspflanzen handelt es sich um einen Baum aus der Familie der Betulaceae (Birkengewächse), verwandt mit der Buche, Hasel, Hainbuche und Erle.
Die Birken stammen noch aus der Eiszeit und gelten bei uns als sogenannte Pionierpflanzen. Sie besiedeln mit als Erste unbewachsenes Gelände oder Ödland und machen so den Boden fruchtbar für andere Pflanzen. So ist das auch bei uns Menschen: Die Birke macht fruchtbar. In einigen Gegenden wird heute noch am 1. Mai der mit bunten Bändern geschmückte Baum der Liebsten als Hochzeitseinladung vor die Tür gestellt.
In der Mythologie wird sie oft als junges, tanzendes Mädchen dargestellt und mit Wasser in Verbindung gebracht. Eine Baumnymphe wird sie genannt. Sie ist auch wirklich die Jugendliche unter unseren Bäumen: biegsam, schlank, mit heller Rinde und hellem Blattgrün.
Die Birke enthält selber viel Wasser, ätherisches Öl und viele Pflanzenfarbstoffe, die als „freie Radikalenfänger “gelten. Von den vielen über die Erde verteilten Arten werden bei uns besonders die Blätter der Hängebirke genutzt (Betula pendula). Sie gelten als aquaretisch (entwässernd) und eignen sich somit gut zur Unterstützung der Behandlung von Ödemen. Besonderes bei geschwollenen Beinen tun die Birkenblätter Gutes und sind so mild, dass sie sogar in kleinen Mengen als Tee in der Schwangerschaft getrunken werden können.
Sie hilft aber auch bei Blasenbeschwerden und zur Unterstützung der Nierentätigkeit und wird deshalb in Fastentees zur Ausleitung getrunken. Ihr größtes Anwendungsgebiet hat sie bei der Therapie der Haut. Zur besseren Durchblutung schlägt man sich im skandinavischen Raum nach dem Saunagang mit Birkenreisern. Innerlich hilft der Tee bei Ekzemen und Akne zur Reinigung. Bei rheumatischen Beschwerden wirkt er lindernd besonders gegen die reißenden Schmerzen. Als Tee getrunken wirkt die Birke auch aufs Gemüt. Sie lässt alles leichter erscheinen, man ist beschwingt, nimmt die Dinge nicht so schwer und kann sich besser bewegen. Auch der Saft der Birke gilt als Jungbrunnen und Aphrodisiakum (liebesförderndes Mittel) und tut gut nach schweren Erkrankungen. Er wirkt beruhigend auf den Magen.

Anwendungstipps
Tee – Ein Teelöffel Blätter pro Tasse 10 Minuten ziehen lassen, 2-3Tassen täglich
Saft – Der Saft wird aus dem Birkenstamm im Frühjahr gewonnen. Der Stamm einer gesunden, kräftigen Birke wird auf ca. 1,5m Höhe durch die Rinde mit einem kleinen Loch angebohrt, da hinein ein Strohhalm oder Röhrchen gesteckt und ungefähr12 Stunden lang der Saft in einem Gefäß aufgefangen. Davon 100ml pro Tag trinken. Im Kühlschrank aufbewahren ist er eine Woche haltbar. Der Baum muss danach an der Bohrstelle mit Baumharz oder Teer gut verschlossen werden
Blätter – Die frischen Blätter der jungen Birke im Frühjahr selber sammeln und im Salat essen, ist köstlich und gesund!


Die Autorin Cornelia Titzmann ist Dozentin am Institut für Phytotherapie (IFP) und , Praxis: Horst-Kohl-Str. 2,12157 Berlin,Tel.: 030/79404520


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