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Ausgabe Juli 2013
Natürliche Wege des Heilens. Über Pflanzen, Kräuter und Talismane. Von Natascha von Ganski


Wer die Sprache der Pflanzen erlernen möchte, sollte sich mit der Zeit anfreunden. Jene Zeit, die so wichtig ist zum Forschen, Sammeln, Erkennen und Verstehen. Oftmals ist in Märchen die Rede von Zauberpflanzen, die die Zeit dehnen oder schrumpfen lassen. Ungeduldige Menschen, die gerne Abkürzungen wählen, kommen leider nicht voran, so die Erzählungen. Und wer sich selber einmal auf den Weg gemacht hat, um sich die Welt der Kräuter und Heilpflanzen zu erschließen, hatte vielleicht die ein oder andere magische Begegnung an einem verwunschenen Ort, wo jegliches Zeitempfinden abhanden gekommen war.
Seit altersher wussten Schamaninnen und Medizinfrauen, dass die Jahreszeit, der Lauf der Sonne und des Mondes sowie die Stunde der Ernte einen wichtigen Einfluss auf die Macht der Pflanzenmedizin hatte, damit ihre Heilkräfte auf den Besitzer oder Kranken übergehen.So ist das Steckenpferd, mit dem die Kinder so gerne spielen, ursprünglich der Zauberstab der Medizinfrau. Auf diesem Steckenpferd thronte eine Geistverbündete, oftmals in Form eines Pferdekopfes. Und bevor aus der Alchemie die Chemie wurde, befand sich die Apotheke auf dem Feld, im Wald oder direkt hinter dem Haus.
Pflanzenmedizin in Form von Amuletten, die am Körper getragen wurden, oder Räucherwerk waren stets Verfügbar und fester Bestandteil des Alltags, damit Krankheitsdämonen ausgetrieben- oder zumindest gnädig gestimmt wurden.
Der Gebrauch von Pflanzen und Kräutern beschränkte sich nicht, wie heutzutage üblich, auf die nachweisbaren Inhaltsstoffe, sie waren zugleich Zauber abwehrende Pflanzen oder Orakel und Glückspflanzen.
Viele dieser Pflanzen sind Göttinnen und Göttern geweiht wie beispielsweise die Bettstrohkräuter, zu denen das Labkraut (Galium verum) und das Gänseblümchen (Bellis perennis) zählen. Diese Pflanzen waren bei den Germanen der Freya geweiht und wurden vielfach der frisch entbundenen Wöchnerin über das Bett gehängt oder als Tee und Umschlag verabreicht, damit diese nicht dem gefürchteten Kindbettfieber anheim fiel. Das Gänseblümchen zählt neben dem Hirtentäschel (Capsella bursa-pastoris) zu den wichtigen Pflanzen im Wochenbett, da sie als wundheilend gelten und die Rückbildung der Gebärmutter positiv begleiten.
In unserer gegenwärtigen rational geprägten Zeit ist der kreative und vielfältige Umgang mit Heilpflanzen verloren gegangen. Nicht nur die moderne Phytotherapie mit ihrer oftmals erstaunlich raschen Wirkung und den wichtigen präventiven Eigenschaften auf das Substanzielle, also Organe und Organsysteme, sind gebräuchlich, sondern ebenfalls jene Qualitäten der Pflanzen, die sich nicht sofort dem Auge des Betrachters offenbaren. Paracelsus merkte bereits an, dass jene Kräfte, die das Wesen einer Pflanze ausmachen, nicht greifbar sind. Dieses Wesen ist in etwa mit dem Charakter eines Menschen zu vergleichen.
Speziell subtilere Symptome, die nicht unmittelbar klassifiziert oder gedeutet werden können, eignen sich zur Behandlung mit der Quintessenz einer Pflanze besonders gut. Die Kraft der heilenden Eigenschaften einer Pflanze lediglich auf ihre nachweisbaren Inhaltsstoffe zu beschränken, wäre mehr als töricht. Wie auch der Mensch aus weit mehr besteht als die Summe seiner Organe, bieten unsere Verbündeten aus dem Reich der Pflanzen mehr, als lediglich Saponinglykoside oder Anthozyanidine.
Dass Gleiches eben dieses heilt, beschränkt sich dementsprechend nicht nur auf die äußeren Merkmale und Zeichen, die als inzwischen bekannte Signaturen bezeichnet werden. Es meint vielmehr: Pflanze, Krankheit und Mensch müssen dieselbe Sprache sprechen, damit aus der gewählten Blüte, Blatt oder Wurzel heilende Pflanzenarznei wird.
Demzufolge werden organbezogene Symptome (z.B. akute Entzündungen) am besten wirkstofforientiert mit dem „organischen“ einer Pflanze behandelt. Chronische und immer wiederkehrende Erkrankungen mit oftmals diffusen Symptomen wie plötzliche Müdigkeit, latenter Kopfschmerz, Schlafprobleme oder Konzentrationsstörungen, die in der Praxis immer häufiger anzutreffen sind, werden (bei Bedarf zusätzlich) erfolgreich mit Pflanzenmedizin behandelt, bei der man sich des Pflanzenwesens und des Pflanzengeistes bedient.
Der Spagyriker Patrick Baumann (www.Spagyros.de) stellt in seinem Schweizer Labor Essenzen in alter alchymistischer Tradition her, wobei im Herstellungsprozess die reine Quintessenz der Pflanze als Heilmittel genutzt wird. Speziell in der Nacht, wenn die unbewussten Anteile an die Oberfläche kommen und verarbeitet werden, helfen Spagyros-Essenzen, Prozesse positiv zu beeinflussen, damit Problemlösungen gefunden werden können.

Beispiele für die Anwendung spagyrischer Essenzen
(Die Zutaten sind über die Apotheke erhältlich):

Fliegenpilz (Amanita muscaria)
In der traditionellen Volksheilkunde wurde der Fliegenpilz eingesetzt bei körperlichen und geistigen Erschöpfungszuständen. In ganz Eurasien wurde er zu kultischen Zwecken rituell eingenommen und fördert die Sensibilität für das Unbekannte.

Kalmus (Acorus calamus)
In der tibetischen Medizin wird der Kalmus als eine „den Geist bewegende“ Heilpflanze beschrieben. Kalmus fördert die Vitalität und ist ein Verjüngungsmittel.
Die positiven Eigenschaften, die der Kalmus auf das Verdauungssystem ausübt, bewirken eine Aufhellung des Geistes und fördern die Klarheit beim Denken.

Meerträubchen (Ephedra)
Das Meerträubchen wird als „Nahrung des Saturn“ bezeichnet. Ephedra scheint sich auf das Wesentliche besinnen zu wollen (Saturn) und hilft, Unnötiges von Wichtigem zu trennen und gibt eine Richtung vor.
Wassernabel (Centella asiatica)
Von allen Heilpflanzen soll der Wassernabel die stärkste spirituelle Wirkung haben. Im Himalaya wird er von den Yogis als meditationsförderndes Mittel gebraucht.Es hilft das Kronenchakra zu erwecken und die beiden Hirnhälften zu harmonisieren.

Die Autorin Natascha von Ganski ist Heilpraktikerin für Natur- und Heilpflanzenkunde nach der traditionellen abendländischen Medizin.
Sie leitet die alcimia-Heilpflanzenschule in Berlin. www.alcimia.de


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