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Ausgabe Juli 2013
Finde dein Krafttier! Von Oliver Driver


Krafttiere sind in der schamanischen Tradition Verbündete, Beschützer, Begleiter und Ratgeber aus einer anderen Welt, die Ihnen im Rahmen von Fantasiereisen, aber auch im Alltag zur Seite stehen. Sie sind Geistwesen in Tierform, sie stehen in einer tiefen Verbindung zu Ihrer Seele. Der Schamane und Coach Oliver Driver beschreibt hier ganz praktisch, wie Sie Ihren ganz persönlichen „Verbündeten“, Ihr Krafttier, in sich entdecken können.

Mensch und Tier hatten schon immer ein besonderes Verhältnis zueinander. Das Überleben hing zu Beginn der Menschheitsgeschichte von der Gewogenheit der Tiere ab. Ließen sie sich sehen, waren sie bereit, für die Menschen zu sterben? Durch Opfer und Rituale wurde versucht, den Geist der Tiere wohlwollend zu stimmen.
Unser Leben und Tod waren damals unmittelbar abhängig von Leben und Tod der gejagten Tiere, eine Beziehung, die Sie heute nicht mehr wirklich nachvollziehen können, die aber dennoch in Ihrem Fleisch und Blut steckt. Krafttiere werden oft mit Schutzengeln verglichen. Der wesentliche Unterschied ist, dass das christliche Weltbild alles Negative verdrängt hat. Es gibt keinen bösen Gott, da sind keine schlechten Engel. Alles Negative (was immer eine Frage des Standpunktes ist) ist verpönt. Tiere hingegen sind weitestgehend ursprünglich.
Durch Ihr Krafttier finden Sie Zugang zu Ihrer Intuition und verbinden sich mit Ihrer Quelle der Kraft. Sie finden Antworten zu aktuellen Themen und stärken Ihr Energiefeld. Ihr Krafttier finden Sie im Rahmen einer Fantasiereise, die Sie in eine leichte Trance bringt. Diese Trance wird durch einen gleichmäßigen Trommelrhythmus (um die 200 - 240 Schläge pro Minute) oder durch Rasseln erzeugt. Wenn Sie geschickt sind, können Sie selbst trommeln und zugleich reisen, ansonsten nehmen Sie bitte einfach eine Trommel-CD oder lassen einen Freund trommeln.


Übung: Suchen Sie Ihr Krafttier oder Ihren Geisthelfer
Vielleicht kennen Sie bereits Ihr Krafttier, falls nicht, werden Sie sich nun erst einmal einen Helfer für die weitere Arbeit suchen. Es gibt verschiedene Wege, sein Krafttier zu finden, hier ist eine moderne Variante. Nehmen Sie sich etwa 15 Minuten Zeit und Ruhe. Sorgen Sie dafür, dass Sie nicht gestört werden. Wenn Sie einen Partner haben, der trommelt, so ist das perfekt. Ansonsten benutzen Sie eine Trommel-CD. Natürlich können Sie auch selbst trommeln oder rasseln.

- Wenn Sie sich dem Rhythmus der Trommel angepasst haben, stellen Sie sich eine große Wiese vor. Mitten auf der Wiese steht ein Aufzugshäuschen, wie man es von U-Bahn-Haltestellen kennt.

- Betreten Sie den Aufzug. Es gibt nur zwei Knöpfe, „O“ für die Oberwelt und „U“ für die Unterwelt. Drücken Sie das „U“. Der Aufzug rast in die Tiefe und stoppt nach ein paar Sekunden.

- Sie verlassen den Aufzug und betreten einen höhlenartigen Erdtunnel in einem unwirklichen Licht. Schauen Sie sich um.

- Plötzlich hören Sie ein Rauschen, das langsam lauter wird und zu einem Stampfen und Trampeln wird. Die Besetzung einer ganzen Arche Noah kommt Ihnen entgegen, alle Tierarten dieser Erde laufen, krabbeln, hüpfen, kriechen, schwimmen und fliegen durch den Tunnel an Ihnen vorbei. Rufen Sie nun Ihren tierischen Helfer. „Wer von Euch ist mein Krafttier?“

- Ein Tier stoppt neugierig und schaut sie an. Fragen Sie das Tier, ob es Ihr Krafttier ist. Falls nicht, warten Sie weiter ab, ob noch ein anderes Tier stoppt. Vielleicht möchten Sie es umarmen oder streicheln, vielleicht leckt es Ihre Hand. Wenn Sie eine Frage haben, stellen Sie sie jetzt. Nehmen Sie sich für dieses Gespräch Zeit. Wenn das Tier zunächst nicht mit Ihnen spricht, warten Sie.

- Vergewissern Sie sich, dass das gefundene Tier wirklich Ihr Krafttier ist, indem Sie es auf weiteren Reisen mit dem Aufzug wieder treffen. Gelingt dies nicht, war es nicht das richtige und Sie suchen sich bitte ein anderes.

- Immer, wenn Sie unsicher sind, wenn Sie vielleicht der Mut verlässt oder ein Problem übergroß wird, können Sie in die Unterwelt reisen und dort Ihr Krafttier wieder treffen. Lassen Sie Ihrer Fantasie dabei freien Lauf. Alles ist erlaubt.


Hin und wieder verlässt Sie auch ein Krafttier, weil Sie einen Entwicklungsschritt gemacht haben und nun ein neues Tier suchen sollen. Ich selbst hatte lange den Bären als Krafttier, bis einmal während einer Reise der Bär von mir nichts mehr wissen wollte und mich sogar regelrecht vertrieb. Mein neues Tier stand jedoch gleich bereit, ein riesiger Bison mit weichem, dickem, eher hellem Fell.
Was fange ich nun mit dieser Information an, werden Sie fragen. Nun, dieses Erlebnis hat zwei Ebenen. Auf der bewussten Ebene habe ich ein Zeichen bekommen, zunächst ist dies die reine Information, dass der Bär mich nicht mehr begleiten möchte und stattdessen ein Bison aufgetaucht ist. Was ich nun tun kann, ist, dass ich mich informiere, wofür der Bär denn stehen könnte. Was symbolisiert der Bär als Archetyp in der Geschichte der Menschheit? Die Zeit des Bären ist vorbei, was bedeutet das für mich, welche Zeit ist vorbei bzw. abgeschlossen?
Der Bär steht in der Tradition der Schamanen – insbesondere in Sibirien und Nordamerika – für die Fähigkeit, Kraft aus der Ruhe zu schöpfen. Die dort empfangenen Botschaften reifen und werden zu gegebener Zeit umgesetzt.
Genauso informiere ich mich, wofür der Bison steht. Auch bei uns lebte der Bison, dann Wisent genannt, bis ins Mittelalter hinein. Nahezu ausgestorben, wurde der Bestand von ein paar wenigen Tieren auf um die 2000 Tiere wieder aufgebaut. Eine Idee wäre es, einmal eine Herde zu besuchen und ein paar Tage dort zu verbringen. Der Bison oder Büffel ist ein eher aktives Krafttier. Er zeigte den Indianern den Weg zur Nahrung. Die weiße Büffelfrau steht in der indianischen Mythologie für praktische Dinge wie das Zubereiten der Nahrung, die Fertigung von Werkzeugen und mehr. Sie schenkte den Indianern die heilige Pfeife.
Jeder Mensch wird dies vor seinem persönlichen Hintergrund anders verstehen. Klar scheint für mich, dass ein neues Projekt, eine Transformation, ansteht, ich bin gespannt.
Diese Dinge geschehen nicht zufällig. Es ist wichtig, sie zu beachten und damit in sich zu gehen. Im Nachhinein kann ich bestätigen, dass in meinem Leben etwas Neues begonnen hat. Es war nichts Großes, keine Kehrtwende, sondern eher eine Richtungsänderung, deren Konsequenzen ich heute noch nicht einmal genau kenne.


Übung: Ich bin mein Krafttier
Wenn Sie Ihr Krafttier gefunden haben, ist es gut, sich in dieses Tier hinein zu versetzen. Machen Sie sich vertraut mit seinem Fühlen und Denken, indem Sie vielleicht im Rahmen einer freien schamanischen Reise das Krafttier sind. Bewegen Sie sich wie das Tier, stellen Sie sich vor, wie Sie in Ihrem angestammten Lebensraum sind, was Sie tun, wie Sie sich ernähren und wer Sie begleitet. Was fürchten Sie, was sind Ihre Stärken?
In einer Gruppe macht diese Übung noch mehr Spaß. Versetzen Sie sich gemeinsam in den Dschungel und leben Sie als Gruppe von Tieren. Perfekt wäre es, wenn sich dabei jeder vorher mit seinem Tier bereits beschäftigt hat und eine Maske gebastelt hat, die für das Tier steht. Dabei entsteht eine geradezu magische Atmosphäre. Da Krafttiere nur sehr selten wechseln, können Sie die Maske immer wieder verwenden.
Nach der Reise machen Sie sich am besten Notizen über das Erlebte und tauschen sich untereinander aus. Überlegen Sie allein oder gemeinsam, welche Eigenschaften des Tieres Sie haben und welche Sie noch brauchen könnten. Wo sind seine Schwachpunkte, worauf müssen Sie achtgeben?


Der Autor Oliver Driver ist spiritueller Lehrer, Coach, Schamane und Autor. Bevor ihn 2002 eine gesundheitliche Krise traf, arbeitete er als Manager und Bauingenieur. Den Werdegang vom Manager zum Schamanen beschreibt er in seinem Buch „Die Reise meines Lebens“. Heute gibt er sein Wissen als Lehrer in schamanischen Ausbildungen und Workshops weiter. Weitere Infos zur Arbeit des Autors www.oliver-driver.de

Buchtipp: Oliver Driver, Synchronicity Healing – Ihre heilende Reise vom Ich zum Selbst, 336 S., Schirner Verlag


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