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Ausgabe Juni 2013
Beitragsreihe 2013 von Andreas Krüger Homöopathisches Heilmittel: Aurum metallicum - das metallische Gold

Andreas Krüger mit dem sechsten Teil seiner Beitragsreihe über wichtige homöopathische Arzneimittel – erläutert anhand seiner eigenen biografischen Erfahrungen.


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H. Schäfer: Wir haben etwas über Glonoinum, Calcium, Pulsatilla, Lycopodium und Hyoscyamus erfahren. Worüber sprechen Sie heute?
A. Krüger: Über Aurum metallicum, das metallische Gold, zu dem Paracelsus sagte, es ist das Sonnenhafte in der Welt der Mineralien. Gold steht für das Prinzip der Sonne, der Wärme, des Vaters, des Gottes, des Reichtums, aber auch für das Herz. Gold steht für das Sternzeichen des Löwen, es steht für das Königtum, es steht für die Präsenz eines starken Ichs und eines starken Willens, der sich in dieser Welt gestaltet. Und es ist ein Heilmittel für alle Zustände, die genau das Gegenteil sind.
Erzählen Sie uns von Ihren eigenen Erfahrungen mit Aurum.
Meine Erfahrungen mit dem homöopathischen Gold begonnen während der homöopathischen Wochen in Bad Boll, wo ich zehn Jahre lang im Frühjahr und Herbst jeweils zwei Wochen zusammen mit meinen Lehrern Jürgen Becker und Gerhardus Lang lebendige Homöopathie studierte. Eines Abends saßen wir wie immer nach dem Ende eines Seminars zusammen und wie immer wurden die Mittel für das nächste Seminar verteilt und wie immer fragte ich Jürgen Becker, was er denn meinte, welches Mittel ich vorbereiten sollte. Meistens handelte es sich um Mittel, die ich wenig kannte und in meiner Praxis selten eingesetzt hatte. Ähnlich war es mit Aurum. Ich hatte es ein einige Male verschrieben, wie z.B. bei zu hohem Blutdruck, bei gestressten Geschäftsleuten, bei schweren Depressionen und auch bei finanziellen Zusammenbrüchen. Aurum ist ein wichtiges Mittel bei existenzieller Bedrohung in finanzieller Hinsicht, um noch die Übersicht zu behalten und nicht in Verzweiflung und Depressionen abzurutschen. Immer wenn Jürgen Becker mir ein Mittel in die Hand gab, um es vorzubereiten, ging ich den gleichen Weg: Ich nahm das Arzneimittel ein und machte damit im Grunde eine einzelne Arzneimittelprüfung.

Was haben Sie mit Aurum erlebt?
Ich hatte zum ersten Mal in meinem Leben Träume, in denen es um das Thema Judentum ging. Bisher hatte ich mit Judentum und auch mit dem Staat Israel wenig zu tun. Als junger Mensch interessierte ich mich für die Idee des Kibbuz – auch heute finde ich diese Art der Gemeinschaft reizvoll –, aber darüber hinaus gab es keine Verbindungspunkte mit Israel. Auf einmal träumte ich von Rabbinern, von Tempeln und auch vom Holocaust, in dem ich selber als jüdischer Mensch umkam. Interessant ist, dass ich unter der Mitteleinnahme von Aurum meinen späteren spirituellen Lehrer, den jüdischen Rabbiner Zalman Schachter-Shalomi kennen lernte. Durch Zufall – denn wir werden ja resonant, wenn wir ein Mittel nehmen – fiel mir der Prospekt eines spirituellen Zentrums in der Schweiz in die Hände, wo Zalman Schachter-Shalomi Seminare über Chaddismus abhielt. Das war phänomenal: Ich träumte von jüdischen Themen und gleichzeitig fiel mir dieser Prospekt in die Hände.
Was passierte über diese Träume hinaus?
Es passierte tatsächlich etwas ganz Offensichtliches: Die Anmeldungen in meiner Praxis gingen zurück. Meine Praxis war, seitdem ich sie eröffnet hatte, immer voll. Und es gab noch ein anderes Phänomen: Normalerweise komme ich mit meinen Schülern sehr gut zurecht und unterrichte in Klassen, in denen ein liebevoller und harmonischer Ton untereinander und auch mir gegenüber herrscht. Von einem Tag auf den anderen gab es in einem Kurs einen Konflikt, der so stark wurde, dass ich zornentbrannt die Klasse verließ. Das ist mir davor und auch danach nie wieder passiert. Leitsymptom von Aurum: Der sich rührend kümmernde Lehrer erlebt narzisstische Kränkung durch seine Schüler und wird dadurch in seiner narzisstischen Struktur aus der Bahn geworfen. Aurum ist also auch ein Mittel für narzisstische Menschen.

Was haben Sie mit Ihrer Wut gemacht?
Ich habe gar nichts gemacht – im Gegenteil, sie wurde geschürt. Als ich wutentbrannt nach Hause kam, lag dort ein Brief vom Finanzamt und mich traf der Schlag: Die wollten 40.000 DM Steuern haben – damals noch in DM: 20.000 zurückzahlen, 20.000 im Voraus. Das war ungefähr die Summe, die ich in den ersten 15 Jahren erspart hatte. Und als ich in mein Praxisbuch guckte, sah ich, dass es keine Anmeldungen für die nächsten Tage gab. Und zum ersten Mal in meinem Leben hatte ich das Gefühl, mich umbringen zu wollen.

Alles Aurum-Symptome?
Klarer ging es nicht: Folge von finanziellem Verlust, Folge vom Verlust der liebenden Schüler und ich hatte meine erste Gotteskrise. Bisher hatte ich immer das Gefühl, dass ich ein gottgefälliges Leben führte und dafür lässt es mir mein himmlischer Vater gut gehen. Ich hatte immer auch eine gewisse Händlermentalität mit Gott: „Ich bin dir ein guter Gläubiger und du lässt mich gute Geschäfte machen.“ Aurum ist auch ein Mittel für die Wahnidee, mit Gott Geschäfte machen zu können.

Und wie sind Sie von dem Trip wieder runtergekommen?
Als ich merkte, dass das alles Aurum-Symptome waren, wollte ich mich nicht mehr umbringen, sondern rannte in die Küche, kochte eine große Kanne Kaffee, trank sie aus und versuchte, mit Kampfer die homöopathische Arznei zu antidotieren. Als ich am nächsten Morgen aufwachte, war der ganze Spuk – zumindest in meinem Kopf – vorbei. Die finanziellen Probleme werde ich schon regeln können.

Und wie sah es mit den Konflikten in der Schule aus?
Als ich am Morgen in die „Konfliktklasse“ kam, stand da ein großer Eimer mit Sonnenblumen auf meinem Tisch – von jedem Schüler eine Sonnenblume. Der Klassensprecher entschuldigte sich für das Verhalten, das keiner der Schüler im Nachhinein nachvollziehen konnte. Es tat ihnen einfach sehr leid. Daraufhin konnte ich ihnen erklären, dass die ganze Situation von mir im Grunde selbst inszeniert war, denn unter der Aurum-Einnahme hatte ich ihnen quasi den Auftrag zugeschanzt, mich dieser Konfliktsituation zu stellen.
Und dann passierte etwas Unglaubliches. Ich hatte an diesem Abend Telefonsprechstunde und noch nie bekam ich so viele Anmeldungen für Erstanamnesen wie an diesem Abend. Der leere Terminkalender war innerhalb eines Abends wieder gefüllt. Seitdem habe ich oft erlebt, dass sich scheinbar unlösbare finanzielle Situationen nach Aurum-Gabe gelöst haben. Leere Praxen haben sich nach Aurum gefüllt. Menschen, die in tiefen Gotteskrisen waren, haben mit einem Mal vom lieben Gott geträumt, der sich dafür entschuldigte, was er ihnen angetan hatte.

Haben Sie persönlich einmal Aurum als Heilmittel genommen?
Ja, nach dem Tod meiner Tochter. Aurum ist ein wichtiges Mittel bei dem Verlust eines Kindes.

Fazit?
Heute kann ich sagen, dass ich mein Aurum-Wesen dank des Aurums gut erlöst und entwickelt habe und es auch leben kann. Es gab trotzdem noch Börsencrashs, die nicht spurlos an mir vorbei gingen und auch Burnout-Situationen. Aber Aurum war und ist an meiner Tafelrunde eine sehr potente Gestalt.

Andreas Krüger ist Heilpraktiker, Schulleiter und Dozent an der Samuel-Hahnemann-Schule in Berlin für Prozessorientierte Homöopathie, Leibarbeit, Ikonographie & schamanischer Heilkunst.


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