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Ausgabe August 2001
Rückenschmerzen ade!

Die Methode TWBBS, d.h. 'Therapie-Wirbelsäule-Becken-Bewegungsapparat'

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Rückenschmerzen kennt jeder. Und Methoden, damit umzugehen, gibt’s wie Sand am Meer, wobei die bisherigen Therapien auf Akutfälle ausgerichtet sind. Der Heilpraktiker Rolf F. Schell vertritt die Ansicht, dass auch chronische Veränderungen der Wirbelsäule, des Beckens und des Bewegungsapparates korrigiert werden können - und zwar langfristig.
TWBBS, d.h. Therapie-Wirbelsäule-Becken-Bewegungsapparat-Schell hat er seine Therapie genannt.

Ich beginne die Behandlung immer mit einer Beinlängenkorrektur.
Die Beine sind bei fast allen Menschen unterschiedlich lang. Es ist erstaunlich, wie schnell und leicht die Korrektur geht! Ich erläutere - während der Patient selbst mit der Faust auf die Hüfte drückt und ein Bein bewegt - mit einer Nierenschale als Beckenmodell in der Hand, dass gleichlange Beine unverzichtbare Voraussetzung für eine ausgewogene Statik des gesamten Skeletts sind. Schuhsohlenerhöhungen halte ich nicht nur für überflüssig, sondern sogar für schädlich. Das Ergebnis nach wenigen Minuten (man kann es selbst sehen) gibt mir überzeugend Recht! Beinlängendifferenzen von mehreren Zentimentern (der Rekord lag bei 9 cm!) sind Alltag in der Praxis.
Weiter geht es auf dem Bauch, Kopf nach unten. Ich taste systematisch den Rücken ab und finde zielsicher alle Veränderungen, die Beschwerden verursachen – oder irgendwann verursachen können. Man spürt es selbst, mehr oder weniger schmerzhaft, wenn ich fündig geworden bin. Ich korrigiere diese Stellen mit dem Druck meiner Daumen, setze Impulse und prüfe wieder. Ich gebe nicht nach, bis man selber keinen Schmerz mehr spürt. Man ist selber in jedem Moment voll einbezogen, denn ich frage und kommentiere ständig - humorvoll, denn ich weiß aus eigener Erfahrung nur zu gut, welche Schmerzen kommen können. Lachen gehört auch dazu und erleichtert die Arbeit! Auch in der Therapie gilt: Wenn nichts wehtut, verändert sich auch nichts. Veränderung tut immer weh! Das ist wie im „richtigen Leben“.
Die Impulse wirken auf das Becken und die Wirbel, die dadurch wieder in ihre ursprüngliche, sprich gesunde Lage zurückfinden.
Dann wäre da noch das „Schädeldach-Syndrom“. Ich habe herausgefunden, dass die Schultermuskulatur die Lage des Schädeldachs verändern kann und dies wiederum für viele Leiden im Kopf-, aber auch im Schulter-Arm-Bereich verantwortlich ist. Migräne, Tennisarm, Hände oder Finger, die pelzig werden, auch Konzentrationsschwächen, Tinnitus und andere Leiden, über die so viele Menschen klagen, sind oft nur Symptome des Schädeldach-Syndroms, das ich mit großer Sorgfalt angehe.
Der Wirbelkanal funktioniert übrigens wie ein Wasserschlauch. Wenn der geknickt wird, weiß jeder, was passiert. Die Durchlässigkeit des Wirbelkanals wird herabgesetzt, und das wiederum erzeugt Krankheits-Symptome. Wenn der Knick schon am Schädeldach entstanden ist, kann man sich leicht vorstellen, was passiert. Also schiebe ich das Schädeldach dahin, wo es hingehört. Und siehe da, man kann plötzlich den Kopf viel leichter und weiter drehen - und endlich wieder über die Schultern schauen!
Zur Behandlung gehört auch, dass ich das beteiligte Gewebe einbeziehe. Schröpfkopf- und Nervenpunktmassage sind immer dabei. Da kann es schon mal blaue Flecken geben, wenn eine tiefe Gewebeentzündung vorhanden ist. Auch hier muss dem Körper klargemacht werden, dass etwas nicht stimmt, damit er seine Selbstheilungskräfte überhaupt erst mobilisieren kann. Das Bindegewebe spielt eine große Rolle für die Stabilität des Skeletts und beeinflusst die Statik.
Die Symptomenbilder einer krankhaft veränderten Wirbelsäule sind vielfältig. Sie reichen von klar zuordenbaren Schmerzen direkt „im Kreuz“ über Kopfschmerzen, Herzrhythmusstörungen, Schlafstörungen, Ohrgeräuschen bis hin zu Lähmungen oder Taubheitsgefühlen. Die Liste der Symptombilder ist beliebig lang.
Klar, dass ich bei jedem Krankheitssymptom auch die Wirbelsäule untersuche. Die beeinträchtigten Nerven- und Energiebahnen sind immer an einem Krankheitsgeschehen beteiligt. Eine langfristige Korrektur von Veränderungen der Wirbelsäule ist also schon aus Gründen der Gesundheitsvorsorge ein Muss.
Im Berufsleben ist eine gesunde Wirbelsäule ebenso wichtig wie für eine gute Lebensqualität. Nach einer Erhebung des Bundesverbandes der Betriebskrankenkassen sind Rückenleiden für über 20 Prozent aller Krankheitstage verantwortlich. Die WHO gibt eine Prozentzahl von über 80 an, wenn es um Wirbelsäulen-Probleme geht. In dieser Statistik sind die Leiden nicht berücksichtigt, die durch eine veränderte Wirbelsäule ausgelöst werden.
Schon während des Medizin-Studiums suchte ich nach Möglichkeiten, Wirbelsäulen-Patienten besser helfen zu können als etwa mit Cortison oder gar brachialer Gewalt. Die Angebote der orthopädischen Fachrichtung, aber auch die der angebotenen Therapien in diesem Bereich waren mir viel zu wenig - und zu wenig ursachenbezogen. Es machte mich auch stutzig, dass es in keiner medizinischen Fachrichtung ein so vielfältiges therapeutisches Umfeld gibt wie gerade auf diesem Gebiet. Also fing ich an, selbst zu forschen, baute Modelle und zeichnete viel. Compter, Anatomie und viel Erfahrung an und mit Patienten, zufällige Entdeckungen – all das ließ meine Therapie entstehen. Meine ersten Patienten waren Freunde und Bekannte, die sich „opferten“. Dafür bin ich heute noch sehr dankbar!


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