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Ausgabe Mai 2013
A deeper light. Neue CD und Konzert mit Deva Premal und Miten


Ein neues Album im April und dann ein Konzert in der Philharmonie im Mai, das sind gute Nachrichten für alle, die die Musik von Deva Premal und Miten lieben. Die beiden sind seit über zwanzig Jahren musikalische Partner und als Lebensgefährten miteinander verbunden. Ihre einmaligen Darbietungen antiker Mantren werden weltweit in Yoga-Studios und Heilungsräumen gespielt.
Zu Deva und Mitens „Fans“ gehören nicht nur Hollywood-Star Cher, Motivationstrainer Tony Robbins, der spirituelle Bestsellerautor Eckhart Tolle und der preisgekrönte Schauspieler Edward James Olmos, sondern auch Lehrer autistischer Kinder, Hospizpfleger, Hebammen und sogar – oder vielleicht auch besonders – Veteranen des Irakkriegs und Opfer des 11. Septembers. Sie alle finden Rückhalt in den Klängen der Mantren. Auch seine Heiligkeit der Dalai Lama lobte Deva und Miten, die er zu einer Privataudienz einlud.
Anlässlich ihres Konzerts und ihrer neuen CD, „A deeper light“, sprachen wir mit den beiden Musikern. Das Gespräch für die KGSBerlin führte Thomas Simon-Weidner.

KGS: Seit vielen Jahren schon zieht es euch immer wieder nach Berlin. Wie empfindet ihr die Stadt, euer Publikum dort und die Konzerte hier, dieses Mal wieder in der Philharmonie?
Miten: Um ehrlich zu sein ist Berlin nur eine von vielen deutschen Städten, in die wir Jahr ein Jahr aus zurückkehren. Köln, München, Nürnberg, Frankfurt, Bonn – aber ja, Berlin ist eine besondere Stadt, daran besteht kein Zweifel!
Und in der Philharmonie spielen zu dürfen, das ist natürlich einzigartig, weil das Publikum um einen herum angeordnet ist, das heißt, es befindet sich sowohl hinter den Musikern, als auch vor ihnen und seitlich von ihnen. Als Musiker genießen wir eben genau diesen Aufbau, denn es schafft eine gewisse Vertrautheit.
Wir sind vier Künstler, also platzieren wir uns in jeweils einer der vier Ecken der Bühne, so dass sich jeder im Raum sehen kann. Hinzu kommt, dass wir Musiker aufgrund der ungewöhnlichen Anordnung Augenkontakt pflegen können – so wie wir es auch in den Proben tun. Auf diese Weise haben wir noch mehr die Möglichkeit uns zu entspannen und uns aufeinander und auf die Musik einzulassen.
Deva: Was das Publikum selbst betrifft, vielleicht aufgrund der Natur der Mantras, aber eigentlich unterscheiden sich unsere Zuschauer nicht wesentlich, sei es Berlin, Miami oder Moskau. Es gibt eine gewisse Synchronizität, die zwischen uns allen herrscht. Im Sanskrit nennen wir es „satsang“ – eine „Zusammenkunft in Wahrheit“ – dabei sind wir alle verantwortlich für die Qualität des Zusammentreffens. Es ist nicht nur abhängig von den Musikern – es ist eine Sangha – ein spirituelles Familientreffen. Es ist die Gesamtheit von uns, die sich gemeinsam trifft.
Miten: Das entspricht der Vorstellung von Deva und mir: Eine Begegnungsstätte mit Freunden, die sich versammeln, um das Leben zu feiern und auf den Geschenken des Lebens zu meditieren, die wir als selbstverständlich annehmen und vergessen, dass wir sie haben. Aber wir werden an sie erinnert, wenn wir unsere Rhythmen rufen, singen und zusammensitzen mit Hunderten von Gleichgesinnten in einer ekstatischen Stille.

Wir haben gehört, dass ihr vorhabt, Eure neue CD vorzustellen und dass ihr eine neue Form für eure mantrischen Kompositionen gefunden habt. Dub und Reggae?
Deva: Nun, das ist nicht ein solcher Sprung. Wir haben Reggae schon immer geliebt und wir gleiten häufig in den One-Drop Stil, der charakteristisch für den Reggae ist, wenn wir live spielen.
Aber richtig ist, dass wir noch nie zuvor ein ganzes Album mit dem, was als „Reggae“ bezeichnet werden könnte, gemacht haben. Wir stehen mit Reggae im Einklang als eine Art Ausdruck des spirituellen Weges, dem Rastafari.
Im Wesentlichen wollten wir mit der Aufnahme des Albums „A deeper light“ eine Musik hervorbringen, die auf eine sinnliche und achtungsvolle Art den Mantren entspricht, ohne dabei reizbar und „sexy“ zu wirken. Die Tempi sind ziemlich langsam – perfekt, um eine lockere Stimmung beim Arbeiten am Computer zu schaffen oder beim Entspannen mit den Kindern. Wissen Sie, die Musik ist nicht etwa „Sunsplash Reggae“, sie ist hypnotisierend, eher Mitternachts-Reggae.
Miten: Der synchronisierte Klang dämpft für den Moment – das ist unsere Mission, nämlich euch zu bremsen und zu beruhigen. Es gibt uns diesen einen Moment, in dem wir ausatmen und für eine Weile zur Ruhe kommen. Es ist ein Album mit einem Anfang und einem Ende.
In den 1970er Jahren war das Aufnehmen von Alben eine Kunst. Der Musiker nahm dich mit auf eine Reise. Und als Zuhörer gab man sich dieser Reise hin. Du hast dich beispielsweise einen Abend lang zurückgezogen, um dich nur zurückzulehnen und das Album zu hören. Um sich durch die Musik in einen geänderten Zustand zu versetzen.
Die Leute tun das heutzutage aber nicht mehr. Ihre Aufmerksamkeitsfelder haben sich verschoben, sogar nachgelassen. Das digitale Zeitalter beansprucht andere Eigenschaften der Musik, sie ist eher zufällig und schneller.
„A deeper light“ ist eine Einladung, um diesen Schleier zu enthüllen, um die Schönheit des Lebens zu erkennen. Fernab von der störenden Geschwindigkeit und des Lärms des modernen Lebens.

Ihr werdet diesmal zu viert auftreten - mit Maneesh de Moor?
Miten: Ja, Maneesh wird wieder mit uns spielen. Er ist eine großartige Bereicherung für unsere Musik. Er spielte bereits viele Male mit mir im Ashram. Im Besonderen versteht Maneesh die Beschaffenheit der Musik, die Deva, Manose und ich machen.

Mich erinnert die Stimmung während eurer Konzerte sehr an meine Zeit im Ashram in Poona - schon verdammt lang her - und auch meine innere Verbindung zu Osho flammt innerlich hoch. Wie schafft ihr es, das „Buddhafeld“ immer wieder neu aufleben zu lassen?
Miten: Nun, wahrscheinlich auf die gleiche Weise wie du. Wir alle haben unsere Art und Weise, die persönliche Verbindung zu Osho zu pflegen. Jeder von uns verbindet sich mit ihm auf seine eigene, ganz spezielle Weise. Erinnere dich an die Worte von Osho, als er die irdische Ebene verließ. Dabei sagte er, er würde in seinem „Volk“ aufgehen bzw. sich mit ihm vereinen. Das meinte er nicht rhetorisch/ figurativ, sondern wortwörtlich! Darum ist es unsere Herausforderung offen für das Wunder zu bleiben. Und es ist ein Wunder, einen erleuchtenden Führer in dieser Lebenszeit zu finden, keine Fehler zu begehen. Wenn ihr in Kontakt mit eurem Guru, eurem Zuhause und mit euch selbst seid, ist er oder sie nur eine Tür zu eurer eigenen, innersten Wirklichkeit – eurem inneren Frieden/ eurer inneren Eintracht. In unserem Fall nehmen Deva und ich Kontakt mit Osho auf einem sinnlichen Weg auf – unsere Musik ist unsere tantrische Übung. Wir betreten das gleiche Reich, wenn wir uns lieben. Es ist eine intensive Moment-Erfahrung von tiefgründiger Gemeinschaft und Liebe. Wann immer sich das Herz öffnet, ist Liebe zugegen. Sie wird sichtbar durch Tränen, Freudentränen – im Tanz, in Liedern und in einer Vielzahl von Wegen, über die wir unsere individuelle Kreativität ausdrücken. „Ich muss nicht deine Stimme hören, um deinen Herzschlag zu spüren“ heißt eine Zeile eines Songs, den ich schrieb, nachdem er seinen Körper (Herzschlag) verlassen hatte und so ist es.

Wir danken euch für das Gespräch und freuen uns auf euer Konzert.


CD Tipp: Deva Premal & Miten, A Deeper Light
Eine neue, außergewöhnliche Kombination klassischer Mantras und Dub unterlegter Klänge. Deva und Miten werden von ihrem Team aus den Live Shows begleitet: dem nepalesischen Bansuri Flötenmeister Manose, dem niederländischen Keyboardvirtuosen Maneesh de Moor sowie Richard Moody mit Violine und Bratsche. Fast alle Instrumente sind akustisch live-eingespielt, Bass, Klavier, Gitarre und Violinen.
Prabhu Music, weitere Infos auf www.DevaPremalMiten.com, erhältlich über Silenzio Musik


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