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Ausgabe Mai 2013
Mit Heilpflanzen durch das Jahr 2013. Die Brennnessel - Von C. Tietzmann


Ja, Sie haben richtig gelesen! Inzwischen schreibt man sie mit drei „n“, vielleicht hilft ihr und uns das, ihre Bedeutung herauszustellen. Es handelt sich bei der Brennnessel um eine weitere Frühjahrspflanze, man könnte sie als „Schwester des Löwenzahns“ bezeichnen. Gerne werden die beiden Pflanzen zusammen angewendet, als Tee oder Frischpresssäfte. Nicht nur, dass sie sich gut verstehen, sie unterstützen sich auch in ihrer Wirkung.
Der offizielle Name ist Urtica dioica, die große oder zweihäusige Brennnessel, die einfach überall wächst, wo der Mensch einmal war oder ist. Sie ist anspruchslos, was den Boden betrifft und auch Sonne oder Schatten spielen kaum eine Rolle. Es gibt auch noch eine kleine Brennnessel Urtica urens, sie ist seltener und wird in der Homöopathie verwendet. Mit ihr frischen wir unsere Reserven wieder auf. Kaum eine Pflanze enthält so viel Chlorophyll und so viele Mineralien wie die Brennnessel. Sie wird bei Eisenmangel zur Unterstützung gegeben, sie entgiftet, entsäuert und entwässert, deshalb wird sie zum Durchspülen der Nieren verwendet. Sie wird auch „Wächter des Blutes“ genannt und eignet sich zum Auffrischen der Energien nach Blutverlust. Der Name Urtica gibt einen Hinweis auf die Urticaria, die Nesselsucht. Diese wird zum einen bei Berührung mit der Pflanze durch ihre Brennhärchen ausgelöst, es entstehen die berühmten Quaddeln. Zum anderen heilt sie diesen Zustand und wird nach dem homöopathischen Prinzip dagegen eingesetzt, als Tee, zur Abwaschung oder als homöopathische Tabletten (z.B. Urtica D3). Man kann sich aber auch „in die Nesseln setzen“ - ein Zustand, in dem man sich in eine peinliche Situation begeben hat, - oder kann jene besuchen, die „in den Nesseln sitzen“. So erzählen es die Geschichten von kleinen, verborgenen Wesen, die unter den Nesseln wohnen. Und es gibt sogar eine Schmetterlingsart, welche die Brennnessel zur Vermehrung benötigt. Früher wurde aus den Stängeln der Nesselstoff gewonnen, ein aufwendiges Verfahren, welches heute nicht mehr angewandt wird, da der Stoff ohne chemische Verarbeitung nicht sehr haltbar ist.
An einem sauberen Ort lassen sich die Brennnesselspitzen jetzt im Frühjahr gut selber sammeln, sie können frisch oder getrocknet verwendet werden. In der Medizin werden neben dem Kraut auch die Samen und die Wurzeln verwendet. Erstere zur Fruchtbarkeitsförderung bei Mann und Frau sowie gegen Abmagerung. Die Wurzeln wiederum sind ein Spezifikum bei Erkrankungen der Blase und der Prostata.

Anwendungstipps:
Als Tee, zusammen mit Löwenzahn, sehr gut gegen „sauer sein“ - auch im Gemüt.
Frische Brennnesselspitzen in Butter vermischt, als Brotaufstrich, macht die Butter länger haltbar.
Als Haarspülung (Tee) nach dem Waschen gut gegen Schuppen, juckende Kopfhaut und schnell fettendes Haar. Macht einen klaren Kopf !
Das Schlagen mit frischen Brennnesseln hat eine lange Tradition gegen Rheuma.

Die Autorin Cornelia Titzmann ist Dozentin am Institut für Phytotherapie (IFP) und Heilpraktikerin.
mehr Info unter: www.heilen-mit-pflanzen.de


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