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Ausgabe März 2013
Organentgiftung. Anne-Christine und Wolfgang Heuhsen über die Massagetechnik „Chi Nei Tsang“


Chi Nei Tsang (CNT) ist eines der wirkungsvollsten therapeutischen Massageverfahren der östlichen Medizin. Durch Anwendung spezieller Techniken zur Gewebe- und Organmassage und Vertreibung von kranken Energien kann Chi Nei Tsang den Menschen helfen, ihre Gesundheit wieder herzustellen und zu bewahren.
Emotionen wie Angst, Zorn, übermäßige Besorgtheit, Depression und Grübeln können großen Schaden in unserem Körper anrichten. Diese negativen Emotionen und giftigen Energien streben nach Entladung und lagern sich so auf und um die Organe in unserem Körper ab, der Teile dieses emotionalen Mülls verarbeiten kann. Es bleiben aber üblicherweise genügend Blockaden zurück, um den Energie-Durchfluss im Körper zu behindern, was in der Regel irgendwann zu Krankheiten führt. Negative Emotionen können derartig übermäßige Hitze in den Organe erzeugen, dass sich Funktionsstörungen bis hin zu Totalausfall entwickeln können. Energieverluste können ebenso durch Überarbeitung, Stress, Unfälle, chirurgische Eingriffe, Drogen und Giftstoffe, schlechte und belastete Nahrung und besonders durch berufliche Unsicherheiten entstehen.
Im Chi Nei Tsang Massagesystem wird zum größten Teil im abdominalen Bereich gearbeitet. Dabei kommt dem Nabel eine besonders wichtige Bedeutung zu. Nach der Empfängnis wird die erste Zelle des Embryos im Nabel gebildet und alle Körperteile entwickeln sich dann in einer Spirale von dieser ersten Zelle aus. Da der Nabel in direkter Beziehung zu jedem anderen Körperteil steht, beeinflusst die therapeutische Arbeit in diesem Bereich wechselseitig den ganzen Körper.
Falsche Ernährung, schlechte Körperhaltung, Verletzungen, negative Emotionen und Stress können die Meridiane (Energiebahnen) blockieren und verursachen Beschwerden und kranke innere Winde. Chi (Energie), das von Natur aus frei fließen sollte, sitzt im Körper fest und stagniert. Dieser Zustand beeinträchtigt alle Körperfunktionen und führt häufig zu Beschwerden wie Kopfweh, Migräne, Schmerzen, Sodbrennen und so weiter.
Zu den Faktoren, die zur Erzeugung krankmachender Winde führen, gehören neben nährstoffarmen Nahrungsmitteln auch ungeeignete Lebensmittelkombinationen und schlechte Eßgewohnheiten. Nach taoistischer Auffassung sammelt sich bevorzugt Wind im Unterleib, wenn Verdauungsstörungen auftreten. So entsteht das, was man im Westen »Gas« nennt. Da viele lebenswichtige Organe im abdominalen Bereich liegen, stört gestauter Wind ihre natürlichen Funktionen und kann vielfältige Beschwerden verursachen.

Auch Emotionen machen einen wesentlichen Teil der menschlichen Lebenserfahrung aus. Nach taoistischer Erkenntnis gilt emotionale Energie als Indikator für die Organgesundheit. Emotionen haben direkte Auswirkungen auf den Körper. Ungezügelter Zorn erzeugt im Körper einen expansiven, heiß aufflammenden Wind; Furcht erzeugt dagegen einen kalten, zusammenziehenden inneren Wind. Bei Eifersucht und Frustration entsteht ein saurer Wind.
Im Allgemeinen schützen wir uns vor Gefühlen, die uns unangenehm oder zu intensiv sind, indem wir sie ignorieren oder blockieren, besonders durch Einschränkung des Atmens werden solche Emotionen dann im Körper gespeichert. Unser Körper reagiert auf festsitzende Emotionen mit Symptomen, die es uns erlauben, abgekapselte, emotionalen Energien zu verdauen und zu verarbeiten. Somit können Blockaden zu frei fließender Energie werden, die uns nützlich zur Verfügung steht. Analyse und pragmatisches Verständnis allein reichen nicht aus, um blockierte Emotionen freizusetzen.

Chi Nei Tsang befreit durch Arbeit an den inneren und äußeren Organstrukturen, den Winden und dem Atem. In westlichen Gesellschaften sind wir konditio-niert, unsere Emotionen zu kontrollieren und zu unterdrücken. Unter Stress können wir diese unterdrückten Emotionen nicht mehr kontrollieren, wir explodieren und stülpen die meist unerfreulichen Launen unseren Mitmenschen über. Dieses Verhalten der Stimmungsübertragung ist in unserer Gesellschaft weit verbreitet.
Entgiftung bedeutet also nicht unbedingt die Ausleitung ‚schädlicher‘ Stoffe aus unserem System, sondern auch deren Transformation in nützliche Anteile – eine Kompostierung sozusagen. Groß-Meister Chia bezeichnet diese Selbstmassage als „Ich bin mein eigener Goldgräber‘‘.
Abschließend ist hervorzuheben: Chi Nei Tsang dient nicht zur direkten Heilung von Krankheiten und akuten oder chronischen Problemen. Chi Nei Tsang kann jedoch helfen, die Degeneration von Organen und Geweben aufzuhalten und deren Zustand zu verbessern und zu stärken.

Die Autoren: Anne-Christine Heuhsen, Heilpraktikerin und Wolfgang Heuhsen, Tao-Lehrer, organisieren die Seminare von Mantak Chia in Berlin.


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