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Ausgabe März 2013
Sehnsucht nach Heilung und Frieden, Von Morana Paproth


Sehnsucht, immer wieder verspürte ich tiefe Sehnsucht nach Heilung und Frieden. In mir wuchs der Wunsch und das Verlangen nach einer Welt der Liebe und des Glückes. Ich war viel gereist dafür, hatte an vielen Orten gelebt. Doch dies alles hatte mich nicht zu mir führen können. Nach einer langen schweren Erkrankung entschied ich mich nach Peru, hoch in die Berge zu reisen. Ich bat dazu einen alten Freund mich mit seinen Pferden zu begleiten. Das Wetter war uns wohl gesonnen und wir konnten den Berg Ausangate schon bald nach unserem Aufbruch von weitem im Sonnenschein sehen. Der Weg nach oben war sehr steinig und damit der Ritt nicht ganz leicht, aber die Pferde führten uns sicher an steilen Abhängen und anderen unwegsamen Stellen vorbei. Endlich war ich nach drei Tagen des Aufstiegs oben auf 5500 m angekommen. Der erste Schnee fiel und mein Begleiter und auch die Pferde wurden unruhig. Sie hatten kein Verständnis dafür, dass ich nun noch bleiben wollte. Überglücklich das Ziel meiner Reise erreicht zu haben, bat ich sie sich noch ein wenig zu gedulden, bevor wir zurückkehrten. Denn dieses Mal wollte ich die Kraft und das Licht dieses Berges ganz in mir aufnehmen.

Ich wollte nun hier oben, wo sich mir ein ganz besonderes Lichttor gezeigt hatte, einen Kraftplatz anlegen. Dazu hatte ich Blüten, Quinoa Saat und viele andere Samen mitgebracht. Ich stieg von meinem Pferd und packte alles aus meinen Rucksack und legte mit den mitgebrachten Gaben ein "Despacho" an. Mit dem mitgebrachten trockenen Sandelholz entzündete ich ein Feuer und legte es so an, dass es trotz des Windes in dieser Höhe nicht ausgehen konnte. Als das Feuer brannte, war auch Isidro, mein Begleiter, auf einmal wie verändert. Er wusste, dass es nicht leicht war hier in der Höhe ein Feuer zu entzünden. Dies gelang nur, wenn die Apus (Berggeister) das Opfer anerkannten. Ich wusste, dass es nur angenommen würde, wenn es auch vollständig verbrannte. So stimmte ich ein altes Lied für die Erde und den Himmel an. Langsam beruhigte sich der Wind und auch meine Begleiter wurden ganz ruhig. Jetzt konnte ich darum bitten, dass sich das Licht von diesem Punkt aus über ganz Peru verströmen möge, um mehr Licht und Liebe in dieses Land zu bringen und es wieder an seinen wunderschönen Ursprung und seine Kräfte zu erinnern. Hier hoch oben in den Bergen, dem Himmel ganz nah, spürte ich meine Sehnsucht nach Liebe, mich in meiner ganzen Existenz zu erfahren.

Der Wind stand still und ich vernahm leise eine Stimme, die sagte:
"Ich bin das Licht. Ich bin in dir"
Und ich antwortete: "Lass mich sein wie du."
"Danke," sagte das Licht zu mir und dehnte sich weiter aus in seine Ewigkeit.
Sie beide erfüllten sich.
Die Unendlichkeit mit mir.
Eine Welle des Lichts ergriff mich, so glücklich war. Die Worte hatten meine Seele in ihrer Tiefe berührt.

Ich genoss diesen besonderen Moment und die Spitze des Berges Nevado Ausangate riss ganz auf, die Wolken, die ihn bis dahin umhüllt hatten, lösten sich auf. Wir warteten noch bis das Feuer erloschen war und bedankten uns bei allen himmlischen Wesen für ihre Unterstützung. Nun konnten wir uns endlich für den Abstieg bereit machen. Während Isidro die Pferde fertig machte, nutzte ich die Minuten der Stille und Freiheit hier in der Natur, die mir wie eine Ewigkeit vor kamen. Alles wurde in mir still. Und da war wieder meine innere Stimme, die zu mir sprach:

"Nicht in der Welt wirst du die Freiheit finden, deine Augen haben nur einen Bruchteil davon gesehen und deine Ohren ebenfalls. Deine Sinne werden sie nicht erfahren, wenn sie zu sehr nach außen gerichtet sind. Schließe deine Augen und Ohren und deine Sinne und suche von nun an die Freiheit in dir selbst."

Und so schloss ich meine Augen und Ohren und sämtliche Sinne. Eine wohlige Wärme durchfloss mein Herz und dann meinen Körper. Ich fühlte eine Freiheit in mir, wie ich sie noch nie zuvor gespürt hatte und wie diese meine Zellen durchströmte und berührte. Alles was ich im Außen gesucht hatte, alles war da. Alles nach dem ich mich sehnte, war in mir. Die Freiheit fand ich in mir. Es war so wunderbar. Ich musste nicht mehr durch die Welten reisen, denn die Freiheit war in mir. Frei wie der Kondor, den ich gestern Morgen gesehen hatte. Frei alles in mir zu erfahren. Frei in mir zu sein und so freute ich mich darüber, was die Reise des Lebens noch für mich bereit hielt. Ich hatte nun eine Idee davon, dass es eine niemals endende Reise des Glücks sein würde. In einer mir ewig erscheinenden Zeitspanne erlebte ich alle Herrlichkeit der Schöpfung und musste vor Freude und Dankbarkeit weinen. Mein Herz war ganz weit und offen. Tiefster unbeschreiblicher Frieden war in mir und um mich herum. Ich hatte kein Bestreben mehr. Es folgte ein wunderschöner Rückritt bis, beflügelnd leicht. Ich brauchte mich meinem Pferd nur anzuvertrauen, es führte mich durch den Schnee, der wie kleine Sterne auf das Gras fiel. Zwischendurch sah ich kleine Sternenblumen und Steine mit Sternchen auf meinem Weg. Ich erlebte wieder einmal, wie es ist, wenn "Ayni" sich in der Natur zu erkennen gibt. Mir war bewusst, wie hier alles über das Prinzip des göttlichen Spiegels in Einklang ging. Überglücklich und mit weitem Herzen dehnte ich meine Liebe und mein Licht über dieses wunderschöne Land aus. Ich war zutiefst beglückt, denn die Samen meiner Liebe waren von ihr und dem himmlischen Schöpfer gesegnet worden. Mein Kindheitstraum hatte sich erfüllt, dadurch dass ich nun in vollkommenem "Ayni" lebte. Mir wurde bewusst, dass meine Sehnsucht zu reisen nur ein Ziel gehabt hatte: mit dem Herzen der Mutter Erde und des himmlischen Vaters wieder vereint zu sein und mich eins mit allen Wesen zu fühlen. Ich war wieder in mir zu Hause angekommen in dieser wunderbaren und wundervollen Welt. Ja, ich war bereit, all die wunderbaren göttlichen Qualitäten in mir, auf die Erde zu bringen. Und jetzt war es egal wo ich war, denn mein Licht war immerzu bei mir. Es fehlte nun an nichts. Alles war in mir. Ich war überglücklich, denn ich war nun endlich in mir, angekommen. Was bleiben würde und stärker denn je wurde, war die Sehnsucht das wahre Licht in den Menschen zu wecken, denen ich in meinem Leben noch begegnen würde.


Aus dem Buch: "Peru - eine Reise der Sehnsucht"

Die Autorin Morana Paproth, geb.1960, ist Mutter von 2 Kindern, seit 1998 Heilpraktikerin mit eigener Praxis, Büro für Feng Shui, seit 2001 jährliche Reisen nach Peru, www.reisen-ins-bewusstsein.de


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