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Ausgabe Februar 2013
Sei, wer du bist! Von Renate Anraths

Zeig mir deinen Pass und ich sage dir, wer du bist! Name, Geburtstag, Geburtsort und Wohnort plus Haarfarbe. Deutlich identifizierbar. Wie wenig es braucht, um unverwechselbar zu sein!


Immer schon fragen sich Menschen: Wer bin ich? Um das herauszufinden, befragen viele ihr Horoskop. Für die Berechnung braucht man die oben genannten Angaben aus dem Pass - plus genaue Geburtszeit. Die hat das Standesamt. Um jedoch das Horoskop zu verstehen, muss man die Symbolik kennen.
Jeder Mensch besteht aus den gleichen Bausteinen, jedes Horoskop aus den gleichen Sternzeichen, Planeten, Häusern und Aspekten. Sie benennen Körper, Gefühle und Geist - gleichzeitig. Und das Geschehen der Welt. Mikrokosmos und Makrokosmos, eine Frage der Identität. Man kann das Horoskop als Bild einer Stammzelle des Lebens sehen. Soziale Faktoren wie Herkunft und Umgebung kommen dazu, um das Wesen eines Menschen zu erfassen.
Um die Identität eines Menschen zu erfassen, muss man den Schwerpunkt erkennen. Das erkennt man im Horoskop an Ballungen und Verknüpfungen (Aspekte), denn nicht alles ist besetzt. Jeder Mensch ist gleich und anders. Er nimmt sich als Individuum wahr, vor allem, wenn er sich von anderen unterscheidet. In der Tierwelt geht es um Rangfolge, ob Alphatierchen oder nicht. Ist es bei uns so viel anders? Die Beziehung zu anderen Menschen zeigt uns in dieser uralten Hierarchie. Das kann angenehm, unangenehm bis schmerzlich sein.

Identität – ein psychologischer Prozess
Durch mancherlei ungünstige Einflüsse kann es einem Kind verwehrt sein, sich in Übereinstimmung mit seinen individuellen Bedürfnissen und Möglichkeiten zu entwickeln. Meistens sind die Menschen in der Umgebung zu sehr in ihren eigenen Neurosen befangen, sind herrschsüchtig, überängstlich oder… und können so das Kind als das besondere Individuum, das es doch ist, nicht begreifen. Daraus entwickelt sich eine Grundangst, die das Kind hindert, sich ungezwungen zu offenbaren und es muss Wege finden, wie es mit seinen Gefühlen so umgeht, dass seine Grundangst nicht erregt, sondern beschwichtigt wird.
Das ist ein zentrales Thema einer psychospirituellen Lebensberatung: Läuft es immer wieder falsch, obwohl man im Einzelfall richtig handelt, bedeutet es, dass ein altes Trauma wirkt. Erkennbar am wieder gleichen Gefühl. Das Hauptmotiv der eigenen Schicksalsmelodie. Wer es rechtzeitig hört, kann verhindern, dass alte Reaktionsmuster das Steuer übernehmen, und kann nun der Situation adäquat reagieren. Als Erwachsener, sein Potential und Erfahrung nutzend. Reagiert man jedoch nach alten Mustern, wird aus jeder Geschichte die „alte Geschichte“.
Wer sich mit solchen Fragen beschäftigt, ringt darum, an Identität zu gewinnen: „Früher war ich so, heute so… das ist mir nicht mehr wichtig, das wäre mir wichtig… damit kann ich mich nicht mehr identifizieren…. Man hat ja eine Vorstellung davon, wie man ist, wie man sein möchte und sein könnte.“ Leider verwechseln viele Sein mit Tun und verstehen unter Identität eine besondere Aufgabe, mit der sie sich identifizieren können. Am besten, um die Welt zu retten. Da paaren sich Selbstmitleid und Selbstüberschätzung zur Identitätskrise, vor allem bei spirituell Orientierten. Dabei würde es in den meisten Fällen genügen, an einem Platz zu wirken, der in Einklang und zumindest nicht in Widerspruch zu den Bedürfnissen der Welt steht - und den eigenen Möglichkeiten entspricht. Auch das ist Identität: Mein Ort zeigt, wie ich bin. Wachstum nicht ausgeschlossen!

Identität – eine spirituelle Qualität
Aus Sicht der Esoterik meint Identität, dass der Mensch Ausdruck seiner Seele ist. Jeder von uns hat ein einzigartiges Lebensziel. Es gibt etwas, das wir sein müssen, und etwas, was wir tun müssen.
Es ist für uns einfacher, uns vorzustellen, dass wir einen Archetyp (Anmerkung: Seele) haben anstatt ein solcher zu sein. Obwohl diese Unterscheidung philosophisch gesehen grundlegend ist, brauchen wir uns damit nicht übermäßig zu beschäftigen, vorausgesetzt, dass wir lernen, wie wir diesen spirituellen Archetyp erkennen und manifestieren. ... Sei wer du bist!
Dafür muss man die Kräfte richtig einschätzen und gezielt trainieren. Das ist der Sinn einer psycho-spirituellen Lebensberatung.

Kann man Identität üben?
Wenn es um Identität geht, kann man im Tarot das Haltungsangebot des „I. Magiers“ und der EINSer–Karten anwenden. Die Zahl 1 und das Ass sind Symbole für Identität, für geistigen Willen auf dem spirituellen Weg und ganz praktisch im Leben.

Es ist nicht nötig, ja nicht einmal möglich, eine Eichel zu lehren, wie sie ein Eichbaum wird. Gibt man einer Eichel die Chance, so werden sich die ihr eigenen Möglichkeiten entfalten. Ähnlich verhält es sich mit dem menschlichen Individuum: Wenn man ihm die Chance gibt, strebt es danach, seine spezifisch menschlichen Möglichkeiten zu entwickeln. - Karen Horney

Das klassische Geburtshoroskop zeigt die Anlage - persönlicher Werdegang und Lebenssituation ergänzen das individuelle Bild. Eine Person (Sonne) reift zur Persönlichkeit heran (Aszendent). Der Aszendent und die Planeten im 1. Haus sagen, welche Eigenschaft wir verfeinern müssen, um wahre Identität zu entwickeln. Der MC verrät das Lebensziel, die Planeten am MC und im 10. Haus zeigen die Eigenschaften, die man dafür aktivieren kann. Laufende Auslösungen wie Transite etc. geben Einsicht, welche Fähigkeiten jetzt effektiv verbessert werden können.
Mit dem „Astralen Resonanzkalender“ übt man, seine Gefühlsreaktion und die Motive im Alltag richtig einzuschätzen. Die Ursache für eine unerklärliche Wehmut erklärt zum Beispiel Neptun im 6. Haus als unerfüllte Sehnsucht im Arbeitsbereich.
Zwei Monate Neptun im 4. Haus würde wiederum darauf hinweisen, dass man heute eine nicht verheilte Wunde aus der Familie anschauen soll. Jeder Neptun-Tag motiviert uns dazu, in Einklang mit dem Inneren zu kommen.
Es gibt so viele Wege, sich seiner Einzigartigkeit bewusst zu werden … und dass jeder einzigartig ist! Dies ist übrigens die Botschaft von Uranus und damit eines der großen Themen des Wassermannzeitalters.

„Wir müssen uns einfach unseres einzigartigen Energiemusters bewusst werden und nach diesem Muster leben und damit in Wirklichkeit diejenigen werden, die wir bereits von der Essenz her sind.“ (Robbins)


Die Autorin Renate Anraths ist Tarotberaterin und Astrologin für esoterische und klassische Astrologie, Spezialistin für Stundenastrologie (konkrete Fragen) und Astro-Astrale Resonanzen (z.Zt. Alleinvertrieb „VITA - Astraler Resonanzkalender“ von Aki Ahrens.)

Büchertipps:
Renate Anraths: Tarot- dem Leben in die Karten schauen (Simon+Leutner), Tarot à la Carte (Königsfurt), Wasserkristall-Orakel (KoHa)


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