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Ausgabe Dezember 2012
Buchauszug: Rauhnächte - die Zeit zwischen den Jahren. Von Vera Griebert-Schröder und Franziska Muri

Die Rauhnächte schließen Weihnachten, Silvester und Neujahr mit ein und enden mit dem 6. Januar. Wir haben ein paar Informationen aus dem Buch „Vom Zauber der Rauhnächte“ von Vera Griebert-Schröder und Franziska Muri mit freundlicher Genehmi

Die Rauhnächte markieren einen Spalt in der Zeit, eine Lücke im normalen Lauf des Kalenders. Sie entstand, als man vom Mondkalender abkam und sich an der Sonne auszurichten begann. Ein Mondjahr dauerte etwa 354 Tage, ein Sonnenjahr aber elf Tage bzw. zwölf Nächte länger, nämlich 365. Um beide auszugleichen, hängte man an das Mondjahr also die fehlenden Tage als eine Besonderheit an – als Rauhnächte. Beide Kräfte, Sonne und Mond, deren Wirken und Wirkung auf den Menschen höchst unterschiedlich ist, werden mit dieser Zeit „zwischen den Jahren“ ausgeglichen. Auch aus dieser Sicht wird deutlich, warum es eine Phase erhöhter Spannung und gleichzeitig vertiefter Einsichten ist.
Die Zeit ist jetzt im wahrsten Sinne des Wortes aus den Fugen. Und das bleibt nicht ohne Folgen: Die Himmel öffnen sich, die Tore zu all den Anderswelten werden weit und lassen die vielfältigsten Wesen und Gestalten zur Erde strömen, mitten unter die Menschen. Dort wimmelt es dann für zwölf Tage und vor allem Nächte nur so von Geistern, Gespenstern, Tierwesen, aufgescheuchten verlorenen Seelen, aber auch Göttern und uns wohlgesonnenen Kräften. Mit ihnen allen umzugehen, das ist wohl die Herausforderung und zugleich der Segen dieser Zeit.
Die heiligen Nächte gelten seit alters als günstig für Befragungen zur Zukunft. Wenn sich die Tore zur Anderswelt öffnen, treibt es nicht nur die Wilde Jagd und andere wilde Gesellen hinaus und unters Menschenvolk. Auch all die Kräfte, die uns wohlwollend und zuweilen sanft und liebevoll unterstützen, zeigen sich uns leichter, wenn wir uns um den Kontakt bemühen. So verwundert es nicht, dass die Rauhnächte heutzutage von sehr vielen Menschen als ideale Zeit angesehen werden, sich über wesentliche Fragen des Lebens per Orakel Klarheit zu verschaffen und nicht zuletzt einen ersten kleinen Blick auf Zukünftiges zu erhaschen.

13 Wünsche für das kommende Jahr>
Schreiben Sie vor Beginn der Rauhnächte 13 Wünsche auf kleine Zettel. Überlegen Sie in Ruhe: Was ist Ihnen wichtig? Was liegt Ihnen am Herzen? Was würde das kommende Jahr vollkommen machen?
Falten Sie die 13 Zettel jeweils so, dass sie sich äußerlich nicht mehr unterscheiden. Geben Sie sie in ein Säckchen oder eine Schachtel.
In jeder der Rauhnächte, möglichst wenn es dunkel oder zumindest dämmrig ist, gehen Sie hinaus und ziehen einen der Zettel aus dem Säckchen oder der Schachtel. Ihn übergeben Sie nun der geistigen Welt, indem Sie ihn (in einer feuerfesten Schale) verbrennen – ohne nachzusehen, welcher Wunsch das ist, um den sich jetzt höhere Kräfte kümmern werden. Schauen Sie zu, wie das Papier in Rauch aufgeht. Bleiben Sie ganz still dabei und achten Sie darauf, was sich in Ihrem Kopf oder Ihrem Herzen bewegt.
Übergeben Sie die Asche der Erde und danken Sie zum Abschluss den Elementen für ihre Unterstützung. So verfahren Sie zwölfmal.
Am 6. Januar dann haben Sie noch einen letzten Zettel in Ihrem Säckchen oder Ihrer Schachtel. Nehmen Sie ihn feierlich hervor und entfalten Sie das Papier. Und dann lesen Sie den Wunsch, um den Sie sich im gerade anbrechenden Jahr selbst kümmern sollten, wenn er in Erfüllung gehen soll.


Buchtipp:
Vera Griebert-Schröder, Franziska Muri: Vom Zauber der Rauhnächte, Irisiana, München, 2012, 128 Seiten, 10 Euro


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