aktuelle Seite: ARCHIV   
Jahr:
2019 | 2018 | 2017 | 2016 | 2015 | 2014 | 2013 | 2012 | 2011 | 2010 | 2009 | 2008 | 2007 | 2006 | 2005 | 2004 | 2003 | 2002 | 2001 |

Ausgabe Dezember 2012
Modus Licht. Von Sebastian Lützig


Die Freiheit des Menschen besteht darin, dass das, was er denkt, ihm in der Welt bestätigt wird. Der Mensch ist frei im Geiste. Die Welt ist dazu geschaffen, ihm seine geistigen Entscheidungen zur Manifestation zu bringen. Dieser Prozess unterliegt den Gesetzmäßigkeiten von Zeit und Raum und verwendet zur Vollbringung die Natur selbst und das vom Menschen geschaffene System. Denkt ein Mensch, die Welt sei schlecht, so wird er gemäß dieses Denkens zwingend in Situationen geraten, die ihm diese Tatsache bestätigen. Denkt er, die Welt ist gut, wird er in Situationen geraten, die ihm genau das bestätigen. Wer es schafft, die Welt neutral zu betrachten, der wird finden, dass es genug Möglichkeiten auf unserer Erde gibt, zum Horror aus Gewalt und Hass oder zum Paradies aus Liebe und Licht gebracht zu werden. Den Gesetzmäßigkeiten ist es egal, ob der Mensch um sie weiß oder nicht, ob er sie in der Schule kennengelernt hat oder niemals um sie wissen wird. Diese Gesetzmäßigkeiten setzen sich durch.
Die Welt selbst ist weder gut noch schlecht, sie folgt einfach dem menschlichen Denken. Der Mensch ist frei zu denken, er sei unfrei, und die Weltgesetzmäßigkeit muss ihn dann dahin führen, wo er Unfreiheit erleben kann. Der Freie kann dank seiner Freiheit die Unfreiheit wählen. In dieser Falle stecken die meisten Menschen unserer Zeit.

Das Wissen um die Freiheit
Wenn der Mensch sein Denken in Richtung Freiheit ändert, sich seiner Freiheit bewusst wird, sich ihr annähert, kommt er früher oder später in einen Seher-Modus, in einen Erlebnis-Modus, den ich den Modus Licht nenne. Dies ist ein Zustand, den jeder Mensch erreichen und in dem er dauerhaft verweilen kann. Dieser Zustand ist dem gleichzusetzen, was die alten Weisen den göttlichen Frieden nannten.
Jedem, der einmal verliebt war, ist dieser Zustand bekannt. Aufgrund der Seltenheit des Modus Licht im modernen Alltag mischt sich während des Verliebtseins häufig starke Euphorie hinzu. Die Euphorie entstammt nicht dem Modus Licht. Sie ist das Ergebnis einer temporären, sehr hohen Glücksgefühlhormonausschüttung und kann nicht dauerhaft sein. Sie ist der Ausdruck einer als besonders empfundenen Lebenssituation, etwa so wie ein Blitz eine besondere Energiekonstellation am Himmel ausdrückt.

Dauerhaftes Glücklichsein
Modus Licht ist der erste mir bekannte Zustand der ein Leben lang Gesundheit, Frieden, Glück und meisterhaft menschliche Fähigkeiten ermöglicht, wenn man dauerhaft in ihm verweilen kann. Dieser Modus ermöglicht im Zeitverlauf Wissensgewinnung über Weltgeschehen und dessen Ursachen, welche über herkömmliche Erkenntnis-Methoden nicht gefunden werden kann.
Da sich die meisten Menschen heute an sehr viele Worte oder bestimmte Erlebnisurbilder automatische, also unbewusste, umfangreiche, negative Gedanken(Gefühls)-folge-Programme geheftet haben, hängen sie so wieder eine Weile im Sumpf, im Teufelskreis der Angst und des Leidens fest. Dieser Kreis dreht sich schließlich solange, bis der Betroffene es schafft, sich selbst wieder auf liebende Gedanken zu bringen oder bis ein äußeres Weltenerlebnis wie z.B. der Schlaf, der Aufenthalt in der Natur oder ein guter Freund ihn zurück zu den positiven Gefühlen und Gedanken führt.

Satori oder Erleuchtung
Das kurzfristige Erleben des Modus Licht wird häufig als Satori bezeichnet. Er prägt sich tief ein und führt nicht selten dazu, dass man von nun an beständig versucht, diesen Zustand wieder zu erleben. Mir selbst erging es so. Es stellt sich eine große Sehnsucht ein.
Der Modus Licht ist meiner Meinung nach nicht die Erleuchtung, scheint aber ein Weg zu ihr zu sein. Ich spüre dann, wenn ich selbst im Modus Licht bin, dass ich noch nicht alles weiß, jedoch, wenn ich tief genug versinken könnte, lange genug liebend sein könnte, auf dem Grund, in der Tiefe, jenes Allwissen, die Erleuchtung finden würde. Der Modus Licht entsteht unter anderem durch erfolgreiche, positive Alltags-Meditation.

Jeder kann das
Modus Licht kann jeder erlernen. Ich persönlich glaube, dass dieser Zustand - man kann ihn auch einfach “dauerhaftes Glücklichsein” nennen - das nächste Ziel der menschlichen Entwicklung darstellt. Dabei geht es vorrangig darum, immer dann, wenn die hässlichen, die leidvollen, die aggressiven Gedanken oder Gefühle kommen, mit liebenden Gedanken und Gefühlen dagegen zu halten. Ich habe das immer als eine Art inneren Kampf erlebt. Dem krampfenden Bauchgefühl, das beim Schmerz, beim Leiden entsteht, den Aufstieg in den Körper zu verbieten, das Herzstechen mit einer liebenden, weichen Hülle zu umgeben. Die negativen Gedanken und Gefühle mit positiven Gedanken und Gefühlen zu überschütten, auch wenn mir selbige noch so falsch, noch so erfunden vorkamen. Wenn ich das nur lange genug durchhielt, kam er wieder, der Modus Licht.
Oft ist er mir verloren gegangen und er geht mir auch heute noch ab und an verloren. Das liegt daran, dass ich noch nicht alles liebe. Dann finde ich mich wieder im Strudel liebloser Gedanken, im Strudel der gehässigen, der feindlichen Gefühle, der Schuldsuche, der Verurteilung. Aber immer wenn ich das bemerke, kämpfe ich wieder, stehe ich wieder auf, führe wieder an, hin zu diesem inneren Krieg. Ich halte dagegen. Ich übe die Liebe, mich zu erfüllen. Und ich werde besser. Und das kann jeder.

Eine praktische Übung
Der Mensch ist von einem persönlichen Nebel, von seinem eigenen Gedanken- und Gefühlsdunst umgeben. Wohnt er in einer Gegend der Menschenansammlung, so haften, seinen Mustern entsprechend, auch Gedanken- und Gefühlsdunste an ihm, die nicht von ihm stammen. Es ist vollkommen korrekt, sich das wortwörtlich, also physisch vorzustellen. Der Mensch, wenn er sich physisch bewegt, ist durchgehend von diesem ihn umkreisenden Nebel umgeben. Dieser Nebel haftet an ihm und bestimmt sein Erleben der Welt. Er ist wie ein Kleid, wie ein physischer Körper anderer Art, entsprechend größer als der bekannte physischen Körper.
Solange der Mensch selbst sich nicht in den reinen Zustand des Liebens bringt, stirbt dieser Nebel nicht ab, verschwindet er nicht. Modus Licht erreicht der, der den gesamten negativen Gedanken- und Gefühlsdunst um sich auflöst. Ein unglaublich befreiendes Gefühl tritt plötzlich ein, denn nun ist auch der letzte hässliche Gedanke, sei er noch so unterbewusst, verschwunden. Dies kann man durch Meditation erreichen. Doch wenn man in Wut, Stress oder Depressionen gefangen ist, scheint Meditation fast unmöglich. In diesem Falle hilft, wie in jedem anderen Falle auch, die Natur. So wie sie eben verschmutzte Luft zu reinigen weiß, so reinigt sie auch von hässlichen Gedanken- und Gefühlsnebeln. Die besten heilenden Plätze, die ich bis jetzt ausfindig machen konnte, sind alte, schöne Mischwälder. Je länger man es schafft dort zu verweilen, bestenfalls ohne Mobiltelefon, ohne Bücher und ohne andere Menschen, um so schneller kommt man weg von dem komisch blinden Zustand des Leidens, der Angst. Denn die Natur zersetzt diesen hässlichen Zustand. Es braucht eine gewisse Zeit und auf einmal ist alles in dieses Licht getaucht und man weiß nichts anderes, als mit offenem Mund dazustehen und zu denken: “Oh mein Gott, es ist wirklich wahr. Das ist so wunderschön.” Dann ist man angekommen im Modus Licht.


Der Autor Sebastian Lützig lebt in Bornheim, ist freier Schriftsteller, hält Vorträge und Workshops und arbeitet im Zuge seiner Unternehmensberatung unter anderem als dauerhafter Glücklichkeitsbeauftragter für einen großen Demeter-Bauernhof. Er verschickt mehrmals pro Woche einen inspirierenden Newsletter mit praktischen Tips für ein glückliches Leben.


Weitere Informationen werden im Archiv nicht angezeigt.