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Ausgabe Dezember 2012
Der Vertrauenssprung. Wie wir den Gott in unserem Herzen wiederfinden. Von Maria Brunner


Wir alle wünschen uns ein Leben in Vertrauen. Ein Leben in einem sanften Gefühl des Getragen- und Geborgenseins. Und doch fällt es vielen von uns schwer, sich im wahren Vertrauen zu verwurzeln. Zu schwer scheinen die Enttäuschungen, Verletzungen und geplatzten Illusionen zu wiegen. Immer wieder lehrt uns das Leben: Vertrauen kann nicht draußen in der Welt gefunden werden. Wahres Vertrauen entsteht im eigenen Inneren. Vertrauen ist die Aufforderung “Traue dich! Traue dich aus deinem selbsterschaffenen Gefängnis des normalen Alltagsdenkens auszusteigen!”
Jeder von uns denkt bestimmte Gedanken auf eine bestimmte Art und Weise und zieht damit automatisch auch bestimmte Menschen und Umstände in sein Leben. Ist unser Denken voller Groll, voller Missgunst, voll von düsteren Bildern, so werden uns genau solche - dieser Denkart entsprechende - Personen und Geschehnisse immer wieder in unserem Leben begegnen. Als Folge davon werden wir verurteilen oder sogar verdammen und sagen: “Die Welt ist schlecht. Man kann niemandem vertrauen!” Das Misstrauen ist geboren.
Allein unser eigenes Denken ist oft die Ursache dafür, warum wir das glückliche Empfinden von Vertrauen noch nicht kennengelernt haben. Denn solange sich unsere eigenen Gedanken in Disharmonie befinden, in Chaos, solange wird das Vertrauen-können unerreichbar bleiben. Was ich denke, das gilt in meinem Leben! Denke ich unbewusst, andere seien meine Feinde, eine Bedrohung, dann werde ich mich wahrscheinlich vor ihrem Angriff fürchten, mich innerlich abkapseln und vielleicht sogar selbst angreifen, ganz nach dem Motto “Angriff ist die beste Verteidigung!”. Diese Art des Denkens ist die Ursache all unserer gesellschaftlichen und persönlichen Probleme. Dadurch entstehen Kriege, im kleinen wie im großen.
Das unbewusste, kollektive Denken der Menschheit ist heute überwiegend kritisch, analytisch, zerfleddernd und beurteilend. Kein Wunder, denn so zu denken wird uns allen von klein auf beigebracht. Die Folge davon ist, dass uns die Welt auf tief unbewusster Ebene als abweisend, hart und feindselig erscheint. Aus dieser “Fehlinterpretation” heraus entstehen tiefes Misstrauen und Abwehr. Anderen Menschen, uns selbst und sogar dem ganzen Leben gegenüber. Vertrauen wiederzuerlernen ist ein schrittweiser innerer Prozess. Und genau deshalb sind wir alle hier! Um vertrauen zu lernen! Wenn wir uns dafür entscheiden, können wir jetzt gleich damit beginnen.

Die Übergabe
Die totale Selbstverantwortung dem eigenen Denken gegenüber hinterlässt als Ergebnis nichts anderes als ein friedvolles, erfülltes Herz. Das ist der Nährboden für Vertrauen. Aber bevor dieses große Glück kommen kann, muss alles übergeben, weggegeben werden: alle alten Glaubensmuster, alle überholten Moralvorstellungen, alles angelernte Wissen aus zweiter Hand, alle Sorgen und alle Zweifel. Und genauso all das Klammern und Anhaften an Personen, Orte oder Dinge. Das alles bedeutet jedoch nicht, jetzt sofort den Job hinzuschmeißen, die Familie zu verlassen, sein Hab und Gut zu verschenken und sonstwohin zu gehen. Es bedeutet einzig und allein, seinen Geist aus jeder Abhängigkeit zu befreien. Dies ist ein wichtiger Schritt, denn solange ein Mensch gedanklich oder emotional an das gebunden ist, was sich unentwegt wandelt und verändert, solange wird er keine Grundlage für Vertrauen finden können.
Vertrauen kann man sich nicht verstandesmäßig “antrainieren”. Man kann es sich ebenso wenig “herbeiwünschen” wie darüber nachdenken. Man kann nicht darüber diskutieren und im Grunde nicht einmal darüber schreiben. Das einzige, was wir tun können, ist, Vertrauen bewusst zu praktizieren. Das tun wir, indem wir uns trauen, mutig zu werden und klare Entscheidungen zu treffen. Wir können uns dazu entscheiden, unsere Zukunft, unsere Heilung, unser Denken, ja unser ganzes Leben in die Hände Gottes zu befehlen. Wir können Gott sanft unser Herz übergeben und sagen: “Gott, nimm du die ganze Last, lenke du mein Leben und kümmere du dich um meine Zukunft. Du kümmerst dich darum, nicht ich!”
Mache auch du dir den Vertrauenssprung zur Gewohnheit. Immer und immer wieder. Denn wo bleiben all die Sorgen, all die Befürchtungen, all die Zweifel und all die Unsicherheit, wenn das Leben selbst dein Führer ist? In deiner völligen Übergabe - oder nenne es Hingabe - an den Gott in deinem Herzen wirst du Gewissheit finden. Du wirst wissen, dass nur Gutes sowohl von dir als auch zu dir kommen kann. Und du wirst wissen, dass alles einem höheren Zweck dient. Jede Erfahrung deines Lebens: jedes Ereignis, jede Situation und sogar jede Emotion darin. Sie alle stellen Lernhilfen für dich dar, Schritt für Schritt deiner eigenen Wahrheit bewusst zu werden.

Gott in uns
Traue dich! Vertraue dich der ewigen Lebensquelle in deinem Inneren an. Hör auf, ständig an deine Probleme und Sorgen zu denken und denke stattdessen ganz an Gott. Damit meine ich nicht den Gott im Himmel, sondern den Gott in dir. Ich meine die höchste Intelligenz, den Erschaffer und Erhalter allen Lebens. Auch deines Lebens! Was wir “Gott” nennen, ist die unsichtbare Lebensessenz, ohne Form, ohne Gestalt und doch unendlich, unwandelbar und grenzenlos. Aber wie “denkt” man an diesen Gott des Lebens? Wie kann man sich so etwas Abstrakten hingeben? Nun, der notwendige Hinweis dafür ist die Liebe. Denke einfach mit Liebe an Ihn - indem du mit Liebe an dich selbst denkst.


Die Autorin Maria Brunner arbeitete als Meditationslehrerin, Ayurveda-Masseurin und Ernährungsberaterin, bis sie durch eine plötzliche Gehirnblutung aus ihrem gewohnten Leben herausgerissen wurde. Durch die unvermittelte Konfrontation mit dem Tod entwickelte sich ein tiefes Trauma. Mithilfe der uns allen innewohnenden göttlichen Kraft fand sie einen individuellen Weg der Selbstheilung physischer wie psychischer Art und gibt ihre gewonnenen Erfahrungen heute erfolgreich in Seminaren und Kursen weiter.
Buchtipp
Maria Brunner: “Aus tiefster Dunkelheit ins göttliche Licht: Erfahrungsbericht einer schöpferischen Angst- und Traumabewältigung”, Grasmück Verlag, 128 Seiten, broschiert, 12,90 €


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