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Ausgabe November 2012
Um Hilfe bitten. Aus dem Buch von Lisa Freund


Im Sterben geben wir alles Materielle auf, unseren Besitz, Haus, Hof und Geld, aber dabei bleibt es nicht, es wird schlimmer. Wir verlieren unsere Gesundheit und am Ende sogar unseren Körper. Das ist am schwersten zu ertragen. Und dabei benötigen wir Unterstützung: von Menschen, die uns medizinisch betreuen, von Freundinnen und Freunden sowie seelischen Beistand. Letzteren können wir annehmen, wenn wir tief in unseren Herzen darum bitten, wenn wir Gott, die geistige Welt, den Buddha, unsere Ahnen usw. um Hilfe rufen. Der Hilferuf kann ankommen, wenn wir ihm eine Richtung geben, ihn an die richtige Adresse schicken. Das bündelt eine Energie, und dazu dient die Verankerung einer spirituellen Kraftquelle in unseren Herzen. Bereits jetzt damit zu beginnen ist sinnvoll, denn die Kraftquelle hilft uns im Leben wie im Sterben.
Bei der Bitte um die Erfüllung eines Bedürfnisses öffnen wir unser Herz, geben einem anderen Menschen die Möglichkeit, liebevoll zu helfen, und zugleich können wir in uns das Geschenk der Dankbarkeit erfahren. Vielleicht sind wir deshalb soziale Wesen. Kein Mensch ist dafür geschaffen, alles alleine zu tun. Wenn ich die Hilfe eines Menschen, um die ich bitte, annehmen kann, dankbar bin und mich darüber freue, kann ich auch mein Herz für die Hilfe Gottes oder des Buddha öffnen. Bitten und Danken machen demütig, öffnen uns für Hingabe. Es ist dann kein großer Schritt mehr zu sagen: »Ich lege mich in Gottes oder Buddhas Hand. Dein Wille geschehe.« Hingabe ist ein gutes Gegenmittel für Hilflosigkeit. Sie führt uns in die Natur unseres Geistes.

Aus: Lisa Freund, Geborgen im Grenzenlosen, mit freundlicher Erlaubnis des Verlags

Buchtipp
Lisa Freund, Geborgen im Grenzenlosen, Neue Wege im Umgang mit dem Sterben, 330 S., Broschur, incl. CD mit geführten Meditationen, O.W. Barth Verlag, ISBN 978-3-426-29212-9, München 2012


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