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Ausgabe Juli 2012
Jiddu Krishnamurti


Jiddu Krishnamurti wurde am l2. Mai l895 in Mandanapalle, Südindien geboren. Als er 14 Jahre alt war, begannen führende Persönlichkeiten der Theosophischen Gesellschaft Indien sich seiner besonders anzunehmen, weil sie glaubten, eine ungewöhnlich reine Aura bei ihm wahrzunehmen. Sie betrachteten ihn als den kommenden «Weltlehrer», den sie verkündet hatten. Krishnamurti erhielt eine sorgfältige Erziehung in Indien und in England
Schon mit 15 Jahren machte man ihn zum Oberhaupt des weltumspannenden theosophischen Ordens «Star of the East». Krishnamurti wurde weltweit bekannt als ein kraftvoller, kompromissloser, nicht kategorisierbarer Lehrer, dessen Reden und Schriften keine Verbindung zu bestimmten Religionen oder philosophischen Systemen hatten, und die weder östlich noch westlich waren.
Zum Entsetzen seiner theosophischen Umgebung löste Krishnamurti den Sternenorden, dem mehrere Tausend Mitglieder angehörten, am 3. August 1929 auf.
Für den Rest seines Lebens widersetzte er sich dem Guru-Status, den andere ihm aufdrängen wollten. Er bereiste weiterhin viele Teile der Welt und sprach überall sowohl vor großem Publikum als auch mit zahlreichen Einzelpersonen aus allen sozialen Schichten. Er wollte jedoch keine Autorität sein, er akzeptierte keine Anhänger und er sprach immer von Mensch zu Mensch.
Der Kern seiner Lehre war die Erkenntnis, dass die Gesellschaft nur grundlegend verändert werden kann, wenn das Bewusstsein des Einzelnen transformiert wird. Er lehrte, dass die Menschheit die Umwelt, in der sie lebt, selbst kreiert hat, und dass nur die Transformation der menschlichen Psyche die Gewalt und das Leiden, die seit Jahrtausenden in der Welt herrschen, beenden könne. Er betonte in seinen Reden immer wieder die Notwendigkeit der Selbsterkenntnis und das Verstehen der einengenden, trennenden Einflüsse der kulturellen, religiösen und nationalistischen Prägungen und Konditionierungen.
Krishnamurti reiste lebenslang unermüdlich, um überall auf der Welt Reden zu halten und die Schulen und Zentren zu besuchen, die er in den USA, Indien und England gegründet hatte. 25 Jahre lang, von 1961 bis 1985 lebte und sprach Krishnamurti jeden Sommer mehrere Wochen in Saanen im Berner Oberland. Er liebte die Berge und die wunderbare Landschaft. Die Saanen-Treffen finden auch heute noch in modifizierter Form in einem internationalen Rahmen statt.
Er starb 1986 im 91. Lebensjahr in Ojai, Kalifornien.
Seine Reden, Dialoge, Tagebücher und Briefe wurden in mehr als 60 Büchern gesammelt und in viele Sprachen übersetzt, so dass sich jedermann anhand dieser authentischen Quellen ein eigenes Bild über den Inhalt der Botschaft verschaffen kann, die Krishnamurti der Menschheit zu vermitteln versuchte.


Mehr über Leben und Werk von Krishnamurti: Pupul Jayakar, Krishnamurti. Ein Leben in Freiheit, Die autorisierte Biographie;
weitere Infos auf www.krishnamurti.ch


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