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Ausgabe Juni 2012
Musik, die das Leben feiert; über die Musiker Deva Premal, Miten und Manose

Heilkraft der Mantren

Deva Premal und Miten haben eine ganze Reihe gefeierter CDs herausgebracht. Ihre Musik transzendiert alle üblichen musikalischen Grenzen. Persönlichkeiten wie der Bestseller-Autor Eckhart Tolle bezeichnet ihre Musik als „reine Magie“ und Hollywood Ikone Cher nennt Deva’s Album ‚The Essence‘ „meine Lieblings-CD zum Yoga machen“.
Musikalisch kommen Deva Premal und Miten aus sehr verschiedenen Welten. Deva, eine gebürtige Deutsche mit klassischer Musikausbildung, wuchs in einer Umgebung auf, die mit östlicher Spiritualität erfüllt war, in der Mantras als Gute-Nacht-Lieder gesungen wurden. Ihre Mutter spielte Viola da Gamba und ihr Vater, ein Künstler, war auf einem spirituellen Weg, praktizierte Zen und Yoga. Er brachte sich selbst Sanskrit bei und Deva erzählt: „Als meine Mutter mit mir schwanger war, haben sie während der Schwangerschaft oft das Gayatri Mantra gesungen, um mich willkommen zu heißen.“
„Als ich aufwuchs, sangen wir regelmäßig zusammen das „Gayatri Mantra“ vor dem Schlafengehen. Ich wusste nicht wirklich, was wir da sangen und warum. Erst viel später habe ich diese kostbare Zeit schätzen gelernt.“
Mit 11 Jahren brachte sie ihre Suche zu dem erleuchteten Mystiker Osho, dessen Schüler sie wurde. Später reiste sie zu dessen Ashram in Indien, um Körperarbeit zu studieren – Massage, Shiatsu und Cranio-Sakrale Therapie.
In Osho’s Ashram war es auch, wo sie und Miten sich trafen. „Obwohl ich 20 war und Miten 42, waren unsere Herzen sofort miteinander verbunden“, sagt sie. „Ich wusste, dass er einer von Oshos Musikern war, aber das war alles – abgesehen davon, dass ich mich immer gut fühlte, wenn wir zusammen waren. Wir haben viel gelacht und so ist es immer noch. Er schreibt die besten Lieder und einige davon kannte ich von den Feiern im Ashram“.
Miten, in London geboren, verbrachte die Sechziger und Siebziger Jahre als Sänger und Liedermacher in der aufregenden Welt des Rock‘n Roll, nahm Platten mit den Kinks auf und tourte mit Fleetwood Mac, Ry Cooder, Lou Reed und anderen. Diese Zeit seines Lebens, obwohl spannend, ließ ihn unerfüllt: „Ich suchte etwas anderes in meinem Leben als die übliche Kost von Sex, Drogen und Rock’n Roll“.
Er entdeckte Osho, als ein Freund ihm ein Buch über Zen gab, ließ seine Karriere hinter sich und wurde ein Mitglied einer Gemeinschaft von Meditierenden. Hier entdeckte er eine neue Art des Musizierens: „Es war eine erstaunliche Offenbarung. Ich war nicht vorbereitet auf die Heilkraft der Musik in der Gegenwart Oshos. Das hat mir die Augen dafür geöffnet, was wirklich sakrale Musik ist – obwohl sie vom Stil her westlich war, war sie erhebend und von spiritueller Natur.“. Diese Musik, zusammen mit dem gemeinsamen Leben, tiefen Beziehungen und Osho’s Diskursen und Meditationen, heilte die Wunden, die ich im Allgemeinen und in Bezug auf die Musik hatte.“
1990, als er und Deva sich trafen, leitete er die abendliche „music group“ für tausende von Menschen, die an den Abendmeditationen im Ashram teilnahmen und lud schließlich Deva ein, mit zu musizieren. Später begannen sie zusammen Workshops und Konzerte in Europa zu geben. Deva und Miten wurden musikalische Gypsies und brachten die uralte Heilkraft der Mantras ins 21. Jahrhundert.
Die Gepflogenheit, Sanskrit Mantras zu singen ist seit langem ein Teil der indischen yogischen Tradition sowie des Tibetischen Buddhismus. Im Westen wurden, ebenso wie Yoga, auch Mantras in den letzten Jahren auf breiter Basis populär. Man hat sie hier angenommen als einen Weg, der Freude bringt, das Herz berührt und den Kopf beruhigt.Deva meint: „Wenn du Mantras singst, betrittst du einen Zustand von friedlicher, lebendiger und erholsamer Stille. Das ist der Grund, warum alle Religionen und Traditionen so viel Wert auf Singen in ihren Ritualen gelegt haben.“. Sie bemerkt auch, dass Mantras zu singen auf vielen Ebenen heilsam sein kann: „Die Sprache des Sanskrit basiert auf Energie – sie ist Klang-Medizin. Sie hat einen harmonisierenden und ausgleichenden Effekt auf die Energiezentren des Körpers, sowohl physisch als auch metaphysisch.“
Wie Deva sagt: „Die Stille ist da, weil sie in der Musik existiert. Sie muss nur aufgedeckt und anerkannt werden. Es ist so leicht, die Stille in der Musik zu übersehen und doch ist sie es, die uns heilt, wenn wir ihr erlauben, da zu sein. Das ist einer der Hauptgründe, warum Miten und ich singen – um in Stille zu baden. Sie ist, was uns nährt, sie ist, was uns am Reisen hält. Für mich gibt es nichts Kostbareres als mit den Zuhörern gesungen zu haben, selig und ekstatisch und dann die tiefe Stille zuzulassen, die das Mantra bringt...so tief, dass du mit geschlossenen Augen wirklich das Gefühl hast, dass da ‚niemand‘ anwesend ist...dass alle Persönlichkeiten sich in diesem winzigen, heiligen Moment aufgelöst haben.“


Hörtipp:Deva Premal, Password, CD
Mit ihrem neuen Album erschafft das Trio Deva Premal, Miten und Manose eine vielseitige Mischung aus östlichen und westlichen Einflüssen, getragen durch die außergewöhnliche Kraft alter Mantren. Die einzelnen Lieder - meist Eigenkompositionen des Trios - stellen Deva Premals strahlende Stimme sowie die unbeschreibliche Virtuosität Manose‘s auf der Bansuri-Flöte in den Vordergrund. Begleitet von Miten und RajRishi, der auch das Album The Essence produzierte, durchstreifen wir zauberhafte Klanglandschaften, die von einigen jungen Jazzmusikern Europas akzentuiert werden.

mehr Information unter www.devapremalmiten.com


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