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Ausgabe Juni 2012
Aphrodites Apfel; Auszug aus dem Buch von Susanne Hühn

Die Autorin Susanne Hühn ermutigt ihre Leserinnen in ihrem neuen Buch „Aphrodites Apfel“ konsequenter auf die Stimme ihres inneren Selbst zu hören und dieser zu vertrauen - selbstbewusst die eigene Wahrheit zu leben, anstatt sich äußeren Erwartungen oder

Das Jahr der Venus begann im Frühjahr 2011 und es wird Zeit für echten Frieden. Nicht für diesen Kuschelfrieden, der letztlich doch nur auf Co-Abhängigkeiten und Angst vor Auseinandersetzungen basiert. Nein, für echten Frieden, der Auseinandersetzungen und Unterschiedlichkeiten, Abgrenzungen und verschiedene Ansichten erlaubt. Frieden mit mir selbst, mit dem Weiblichen auch in all den anderen Formen und Ausprägungen, Frieden vor allem mit meinem Körper und mit dem, was ich bin und was ich nicht bin.

Der weibliche Weg
Wir können wohl nicht übersehen, dass wir Frauen miteinander verbunden sind, denn wir haben alle die gleiche Quelle, wenn wir das Urweibliche einmal als solche zugrunde legen. Was also einer Frau widerfährt, widerfährt allen. Deshalb brauche ich dich und du mich. Wie ich mit mir umgehe, hat Einfluss auf dich. Deine Art, dich zu lieben
oder eben nicht zu lieben, verändert auch mein Leben. Wir sind verschränkt, stehen in unmittelbarem Kontakt miteinander durch die weibliche göttliche Kraft. Aber ich möchte dir auch zeigen, wie du diese Verschränkung aufheben kannst, damit du frei wirst, zu wählen. Sie bleibt nämlich nicht einfach immer so bestehen und wirksam, sondern wird unentwegt erneuert. Und genau da kannst du eingreifen.

In Frieden kommen
Ich mache immer wieder die Erfahrung, dass bei all den tiefen, teilweise sehr schmerzhaften Prozessen auf dem spirituellen Weg ein Werkzeug ganz besonders gut funktioniert, ohne dass wir uns dafür noch tiefer in den Schmerz schicken müssten: Es ist die Kraft des In-Frieden-Kommens. Nein, das heißt nicht, dass du nun total erleuchtet alles über dich ergehen lässt. Ich kann selbst nicht genau ausdrücken, was es bedeutet, aber mein Gefühl ist: Es macht den Weg frei für Wunder. Oft genug können wir im Außen nichts ändern, zumindest nicht, wenn wir nicht alles, was wir uns aufgebaut haben, zerstören wollen. Kali (Sanskrit: „die Schwarze“), die Göttin der Zerstörung und damit der Transformation, durch die das Leben weiter fließen kann, hat nicht für jede Phase die richtigen Werkzeuge.
Es gibt ein Friedensritual von Collin Tipping, das ich für Seminare und Gruppen immer wieder neu schreibe. Ich habe es in einigen Büchern bereits vorgestellt (wie immer, sehr lieben Dank, Shantidevi!). Hier tue ich es wieder, weil es so unglaublich kraftvoll und einfach anzuwenden ist.

Frieden atmen
Stell dir bitte vor, du bist tatsächlich im Kreis der Frauen, du bist wie jede eine von uns, wir tragen alle ähnliche Schicksale und ähnliche Themen. Spürst du, wie sehr du dazugehörst, selbst wenn du dich abgeschnitten und allein auf der Welt fühlst? Lass dich Trost finden in der Gemeinschaft, und nein, du brauchst deshalb nicht die Themen der anderen zu tragen. Dennoch können wir sie gemeinsam erlösen.
So tritt ein in ein schamanisches Ritual, ich stelle es dir hier vor, du kannst es jederzeit für dich nutzen, es bringt dich aus dem Schmerz in den Frieden. Du brauchst nur daran zu denken – und ich weiß, wie schwer das ist und wie heftig die alten Strukturen wirken, wie sehr wir wieder kontrollieren, trennen, ins Opfer fallen wollen, in die Verzweiflung. Dennoch: Erhebe dich in den Frieden.
Wann immer du etwas hörst, siehst, erlebst oder fühlst, das dich in Schwierigkeiten bringt, das deinen Energielevel senkt und dir Kummer, Scham oder Schmerzen bereitet, erlaube dir, zu erkennen, wo und auf welche Weise du deine Gefühle im Körper erlebst. Was geschieht mit der Atmung? Verspannt sich der Nacken, der Rücken, der Bauch? Ballst du die Fäuste, drückst du deine Fingernägel in die Handflächen? Krallst du die Zehen, verzieht sich das Gesicht, verspannt sich der Kiefer? Jedes Gefühl hat einen körperlichen Ausdruck zur Folge, und sei es, dass einfach die Atmung flacher und mühsamer wird.
Nimm wahr, auf welche Weise dein Körper reagiert. Und dann, ohne zu analysieren, was woher kommt, atme Frieden in den entsprechenden Körperteil. Denke Frieden, stell dir Frieden wie eine Farbe vor, rufe eine weiße Taube oder die Engel des Friedens – welches Symbol auch immer dir nützlich erscheint, atme es in deinen Körper hinein, dahin, wo der Schmerz und der Kummer gerade wirken.
Mit dieser Übung nimmst du deine eigene Resonanz aus dem Thema heraus. Hmm, denkst du vielleicht, sollte ich mich nicht lieber bemühen, Abhilfe zu schaffen? Ja, natürlich, wenn du es kannst. Manchmal aber haben wir keinen Einfluss auf das, was geschieht, zum Beispiel, weil es bereits vergangen, aber die Erinnerung an den Schmerz noch stark wirksam ist. Wann immer du also an einen Schmerz erinnert wirst, egal, ob er dir persönlich zugestoßen ist oder ob du Zeuge warst – atme Frieden. Wann immer dir Scham die Kehle zuschnürt, atme Frieden. Wann immer Wut dafür sorgt, dass du deine Fäuste ballst, atme Frieden. Frieden zu atmen ist kein Ersatz dafür, in die Handlung zu kommen und zu ändern, was zu ändern ist. Es ist ein Werkzeug, eines von vielen.
Warum schreibe ich „Frieden“, nicht „Liebe“? Weil zumindest mir Frieden zu atmen leichter fällt als Liebe. Wenn ich „Liebe“ atmen will, dann erwarte ich von mir ein bestimmtes Gefühl im Herzen, das alles umfasst und mich in einen gesegneten Zustand bringt. Ich erwarte eine Handlung, eine innere Reaktion. Ich erwarte von mir, den Zustand der Liebe zu erzeugen, wenn ich „Liebe“ atmen will. Genau das kann ich aber nicht, wenn ich wütend, traurig, beschämt oder voller Schmerz bin. Atme ich dagegen „Frieden“, so weiß ich, dass ich diese Kraft nicht selbst erzeugen kann. Ich öffne mich dafür, dass sie in mich einfließt. Ich kann lediglich bereit werden, Frieden einströmen zu lassen, die Energie „Frieden“ selbst ist ein Geschenk des Himmels. Das ist natürlich sehr subjektiv. Atme, was du willst und was für dich funktioniert: Segen, Gnade, Licht - was immer dich in deine Mitte und ins Gleichgewicht bringt. Und dann werde bereit, in Frieden zu kommen. Schau dir den Schmerz an und entscheide dich dafür, mit diesem Schmerz in Frieden zu kommen, mit dieser Erfahrung Frieden zu schließen. Das Leben darf sich ändern, und es darf neue Lösungen geben. Es mag dir so erscheinen, als kapituliertest du vor der Erfahrung, und auf eine Weise stimmt das auch. Aber es ist eine gute Art von Kapitulation, eine, die dir neue Wege eröffnet.

Aus: Susanne Hühn, „Aphrodites Apfel“ mit freundlicher Erlaubnis des Verlages

Die Autorin Susanne Hühn ist ausgebildete Lebensberaterin und ganzheitliche Physiotherapeutin. Sie gibt Lebensberatung, Channelings sowie Meditationskurse für Erwachsene und Kinder. Seit mehr als 25 Jahren begleitet sie Menschen auf dem Weg zur Gesundung. Mit dem Schreiben begann sie vor 18 Jahren.

Buchtipp:
Susanne Hühn, Aphrodites Apfel - Seelennahrung für den weiblichen Weg - Spirituelles Übungs- und Erlebnisbuch,
Ansata Verlag, Pappband mit CD, 224 Seiten, € 17,99,


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