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Ausgabe März 2012
Die Seele stärken, Hilfe bei emotionalen Problemen, Von Natascha von Ganski


Die enge Verbindung von Körper, Geist und Seele wird uns immer besonders deutlich im Umgang mit unserer Umwelt. Denn hier spüren wir besonders, wie intensive Eindrücke auf das psychisch-seelische Empfinden einwirkten und auf Dauer Spuren im Körper hinterlassen können.
Bei einigen machen sich diese Spuren in Form von Verdauungsproblemen bemerkbar, wenn beispielsweise ein einschneidendes Erlebnis zu Magen- oder Darmkrämpfen führt.
Andere wiederum reagieren mit Herz-Rhythmus-Störungen, wie etwa Herzstolpern. Kommen ein oder zwei weitere Aspekte hinzu, so kann sich hieraus in einigen Fällen ein Panikanfall entwickeln.
Ätherische Öle können mit ihrem intensiven Duft vom Geschehen ablenken, insbesondere dann, wenn mit dem Duft ein angenehmes Erlebnis verknüpft ist. Gelangen die Duftmoleküle von ätherischen Ölen in die Nase, wird ein Nervenimpuls an das limbische System weitergeleitet, also an die Hauptzentrale im Gehirn für Empfindungen.
Das limbische System steuert unsere Emotionen und speichert Erinnerungen. Besonders beliebt sind frischer Mandarinen- und Orangenduft oder erdige Walddüfte, wie Kiefer (Pinus sylvestris) oder Fichte (Abies sibirica). So ein Riechsalz passt in jede Tasche und kann überall mitgenommen werden. Bei den allerersten Anzeichen von Angst- oder Paniksymptomen kommt es dann zum Einsatz.
Die Mischung mit Mandarine und Orange riecht angenehm fruchtig und frisch. Hierfür 2 El grobes Meersalz in eine kleine Dose geben, je 5 Tropfen Mandarinenöl (Citrus reticulata) und Orangenöl (Citrus sinensis) darüber träufeln, gut durchschütteln und verschließen.
Zusätzlich ist ein Tee aus Herzgespann in Kombination mit Melissenblättern und Erdrauch empfehlenswert, wenn die Emotionen nicht zur Ruhe kommen wollen. Schon der Name Herzgespann zeigt auf, dass diese Pflanze die Kraft besitzt, ein “gespanntes” Herz zu entspannen.
Frauen ist ja die nervliche Sensibilität als “Hysterie” zu einem sprichwörtlichen Markenzeichen ihres Geschlechts zugesprochen worden, auch wenn dieses auf sehr diffusen Symptomen beruhende Krankheitsbild schon lange als überholt gilt.
Schuld, glaubte Hippokrates, der wichtigste Arzt des griechischen Altertums, sei ein Stau der Säfte in der Gebärmutter. Auch Galen, ein Arzt der Antike, machte das Ausbleiben der Menstruation für viele verschiedene Symptome verantwortlich, welche heute der Depression, Angst, Schizophrenie oder Psychosen zugeordnet werden.
Hildegard von Bingen erforschte im späten Mittelalter systematisch den Zusammenhang nervlicher Symptome mit speziellen “Frauenleiden”. Im 18. Jahrhundert glaubte man, die wechselhaften Launen der Frauen seien durch Blähungen (vapeurs), die bis ins Gehirn reichten, verursacht.
Berühmt wurde die “Hysterie” durch Sigmund Freud, der sich als Arzt für körperliche Symptome interessierte, für die man keine organische Erklärung fand – und daraus die Psychoanalyse entwickelte. Die Hormone als Mittler zwischen Nerven und Geschlechtsorganen waren noch nicht bekannt, erst recht nicht der Begriff “Stress”.
Erst in den letzten Jahren hat man begonnen die Zusammenhänge zwischen der Psyche, den Botenstoffen und dem Immunsystem durch die Erkenntnisse der modernen Psychoneuroimmunologie zunehmend zu verstehen.
Weil die psychosomatischen Symptome, in denen sich nervliche Belastungen äußern, nicht nur von den Hormonen, sondern auch stark von sozialen und kulturellen Faktoren beeinflusst werden, prägten immer auch Rollenverständnis und geschlechtsspezifische Belastungen die psychischen Krankheitsbilder der Frau.
Weil ihre Geschlechtshormone Frauen empfindlicher für nervliche Belastungen machen, leiden sie auch häufiger als Männer unter Autoimmunerkrankungen (Krankheiten, wie z. B. Rheuma, die auf einem überschießenden Immunsystem basieren, das dann körpereigenes Gewebe wie Fremdkörper bekämpft). Zusätzlich bewirken die Hormone ein emotionales Ungleichgewicht – gesteuert über die Rückkopplung der Hormone über Nerven und Botenstoffe an das limbische System, das Gefühlszentrum im Gehirn.
Natürlich hatten auch unsere Vorfahren mit Ängsten zu kämpfen. Psychosen oder Panikanfälle wurden mit Dämonen und bösen Geistern in Verbindung gebracht. Heilsame Pflanzen, mit dämonenaustreibender Wirkung, nannte man “Fuga daemonum” oder auch Jageteufel. Heute ist bewiesen, dass das als Jageteufel bezeichnete Kraut tatsächlich eine Stimmungsaufhellende Wirkung besitzt, denn es handelt sich hierbei um keine geringere Heilpflanzene als das bekannte Johanniskraut.
Die Alchemisten und Hermetiker haben in den Signaturen der Pflanzen und Metalle Eigenschaften erkannt, die nicht nur das seelische Befinden des Menschen stärken, wie etwa Gold, Kupfer oder Eisen, sondern ebenso dem Körper Widerstandskraft gegen böse Einflüsse vermittelt. So haben sie in ihren Elixieren das erhellende Gold mit Johanniskraut verarbeitet oder auch Pflanzen wie das Immergrün, die Eibe oder Wacholder mit speziellen Mineralien vermengt.
Der grüne Malachit enthält viel Kupfer und kann entweder als homöopatische Arznei oder in Kombination mit weiteren Pflanzen, wie beispielsweise Ackergauchheil, die Melancholie vertreiben.
Wem hingegen Frühlingsgefühle schlaflose Nächte bescheren und die Emotionen kaum noch in Zaum zu halten sind, der versuche es einmal mit einer spagyrischen Kava Kava Essenz, die in jeder Apotheke (zum Beispiel von Spagyros) zu bekommen ist. Kava Kava entspannt und vermittelt Lässigkeit – was will man mehr.


Teemischung für ein entspanntes Herz

Herzgespannkraut: 40 Gramm
Melissenblätter: 20 Gramm
Erdrauchkraut: 20 Gramm
1 bis 2 gehäufte TL der Teemischung mit 1 großen Tasse heißem (nicht mehr kochendem) Wasser übergießen,
10 bis 12 Minuten zugedeckt ziehen lassen und abseihen.
3 bis 6 Wochen morgens und abends 1 Tasse trinken.


Natascha von Ganski
ist Buchautorin von “Die neue Pflanzenheilkunde für Frauen” und arbeitet seit über 14 Jahren als Heilpraktikerin mit eigener Praxis. 2008 gründete sie alcimia, eine spezialisierte Schule für Heilpflanzenkunde und Traditionelle Abendländische Medizin in Berlin.


Buchtipp: Ingrid Gerhard, Natascha von Ganski, Die neue Pflanzenheilkunde für Frauen, 236 Seiten Euro 19,95, Verlag Zabert Sandmann


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