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Ausgabe März 2012
Zwei Herzen im Einklang, von Chuck Spezzano

Jeder sucht sie, die wahre, immer währende Liebe. Doch warum gelingt es den einen, sich dauerhaft zu verbinden, während andere ihr Leben lang immer wieder in dieselben Beziehungsfallen tappen? Das neue Buch des Beziehungstherapeuten und Bestsellerautors C

Es dreht sich immer alles um Beziehungen. Je mehr Beziehung es in unserem Leben gibt, desto größere Freude herrscht. Freude erzeugt nicht nur selbst ein wundersames glückliches Gefühl, sondern wirkt auch heilend, indem sie die Mauern unseres Egos dahinschwinden lässt und uns mehr Einheit, Beständigkeit, Fokus und Effektivität in allen Aspekten unseres Lebens verleiht.
Alles, was uns tiefere Beziehungen bringt, heilt uns und macht uns glücklicher. Je mehr wir uns miteinander in Liebe und Integration verbinden, desto vollständiger und ganzheitlicher werden wir. Je mehr wir Groll und Vorwürfe loslassen, die uns von anderen trennen, indem wir Vergebung üben, desto mehr Frieden, Freiheit und Fülle entstehen. Bewusstsein und Wahrnehmungskraft weiten sich aus in dem Maße, wie wir über die Begrenzungen der vielen Tausenden von Persönlichkeiten hinausgehen, die zusammen unser Ego bilden. Diese Ichkonzepte sind von uns selbst getrennt, von unserem Sein, unserem unbegrenzten Spirit ist.


Bonding
Bonding ist die Verbindung, die wir untereinander haben. Es bezeichnet unsere Beziehungsfähigkeit und unsere Verwandtschaft. Auf einer spirituellen Ebene sind wir alle ein Spirit und unser individueller Spirit ist ein Teil des All-Spirit. Sogar auf einer unbewussten Ebene existiert eine Verbindung unseres Geistes. Wir sind miteinander unaufl ösbar verbunden und beeinflussen uns gegenseitig sehr viel mehr, als wir wissen. Je deutlicher wir das erkennen, desto mehr Freude erfahren wir. Im Alltag zeigt Bonding, also die Verbundenheit zwischen Menschen, das Maß an echter Beziehung an, die wir untereinander eingehen. Das Maß unserer Beziehung bestimmt auch das Maß an Liebe und Erfolg in unserem Leben. Je mehr wir mit anderen Menschen partnerschaftlichen Umgang pflegen, desto besser ist das Leben in jeder Hinsicht.
Probleme – wir alle haben welche –, spiegeln einen Mangel an Verbundenheit auf unserer Seite wider. Ohne Bonding müssen wir mit Schwierigkeiten kämpfen und hart für das arbeiten, was Verbundenheit uns auf natürlichem und leichtem Wege bringen würde. Bonding beschert uns Glück, alles ist durch Bonding im Fluss und wir sind für Inspiration und innere Führung offen. Wenn wir uns jedoch für Egoziele entscheiden, dann lösen wir damit die Entstehung von Opfermustern und Schwierigkeiten aus.
Jedes Trauma, das wir je in unserem Leben durchlitten haben, geht auf eine irrtümliche Entscheidung zurück, als wir Verbundenheit aufgegeben und verloren haben, um stattdessen unser Ego aufzubauen.
Unser Ego hatte uns vielfältigste Belohnungen versprochen: dass wir uns verstecken können, dass wir in eine abgespaltene Unabhängigkeit gelangen, dass alles nach unserem Willen läuft, dass wir Vorwände gebrauchen, recht haben dürfen, Schuld auf andere abwälzen können, dass wir Rache üben, überlegen sind, uns im Wettbewerb durchsetzen, dass wir gewinnen und kontrollieren können. Das Ego macht große Versprechungen: dass wir frei wären, wenn wir uns abtrennen von anderen und in unser Ego investieren, also in das Prinzip von Getrenntheit. Es gibt uns jedoch nur unechte Unabhängigkeit, die dissoziiert ist, die abgespalten ist, und eine Form des Davonlaufens darstellt.
Die Rolle der Unabhängigkeit ist unauflösbar mit den Rollen der Aufopferung und der Bedürftigkeit verknüpft. Wir spielen vielleicht eine dieser Rollen und projizieren die anderen Teile auf unsere Partnerin bzw. auf unseren Partner oder auf unsere Familie. Sie stecken jedoch immer noch in uns drinnen und warten nur darauf, dass sie wieder »dran« sind.

„Beziehung führt uns zurück zur Ganzheit, die wir aus dem Blick verloren haben, die jedoch unsere fundamentale Realität darstellt.“ - Chuck Spezzano

Es handelt sich dabei nicht nur um einen Teufelskreis zwischen den Rollen der Unabhängigkeit und der Aufopferung. Ein Teufelskreis besitzt eine destruktive Dynamik zwischen zwei negativen Elementen, die sich gegenseitig auf zerstörerische Weise verstärken. Eine »Sturmflut« enthält drei negative Elemente. In diesem Fall wirken die Rollen von Unabhängigkeit, Aufopferung und Bedürftigkeit auf eine zerstörerische Weise zusammen und ziehen uns wie in einem Teufelskreis immer weiter nach unten, tiefer und tiefer.
Alle diese Rollen decken ein Opferereignis zu, bei dem wir uns für das Ego entschieden haben statt für eine neue Gabe und eine tiefere Verbundenheit. Unser Leben hätte so viel einfacher sein können, wenn wir einst den Mut gehabt hätten, in die richtige Richtung aufzubrechen, und auf den vermeintlichen Schutz und die angebliche Unterstützung durch unser Ego verzichtet hätten. Dann hätten wir ein stärkeres Bonding erlangt und größere Geschenke empfangen. Das hätte dazu beigetragen, dass wir alle Beteiligten befreit hätten, bevor sich die Situation entwickelte.
Jedes Problem, das wir heute mit unserem Partner oder mit unserer Partnerin haben, gibt uns die Chance, unsere fälschlich entwickelten Muster zu heilen, die sich zu bilden begannen, als wir uns auf die Seite des Egos gestellt haben, anstatt eine tiefere Verbundenheit zu wählen. Das Bonding, das wir wieder erneuern, ist dieselbe Verbundenheit, die uns immer schon offenstand und die nun einfach wiedererkannt und endlich angenommen wird. Auf einer spirituellen Ebene hat es Bonding immer gegeben. Je mehr Verbundenheit wir auf allen Ebenen aktivieren, desto mehr Schönheit und Fülle wird unser Leben aufweisen. Je mehr Bonding es gibt, desto mehr Ebenbürtigkeit existiert. Es löst die Konkurrenzmuster auf, die in Rollen stecken, sowohl in unserem Bewusstsein als auch in dem der anderen. Herrscht Ebenbürtigkeit, gibt es keinen Grund für Machtkämpfe, Wettbewerbsdenken oder Leblosigkeit in unseren Beziehungen. Dann besteht nur Gegenseitigkeit, die größeren Erfolg und größere Nähe mit sich bringt.

Bonding ist das Band, das uns in einem festen Wir-Gefühl, in einer glücklichen »Kohäsion« miteinander verbindet. Verbundenheit wiegt sehr leicht und sie bringt Freude mit sich. Bonding ist das Einzige, was uns über Fusion, Aufopferung, Fesselung, Schuldgefühle und Versagensmuster hinausführt, Dinge, die in unserer Kindheit ihren Anfang nahmen und die später von Opferrollen, Märtyrerrollen und falscher Unabhängigkeit zugedeckt wurden. Mit dem Verlust von Verbundenheit begannen Angst, Illusion, Bedürftigkeit, Missverständnisse und Widerstände. Diese wiederum verwandelten sich in Verletzungen, gebrochene Herzen und Rachegelüste, wenn wir im nächsten Stadium nicht die richtige Entscheidung getroffen und den Verlust von Verbundenheit transformiert haben.
Wenn Bonding nicht in jenem Stadium erlernt wird, das die Psychologie der Vision das »Stadium des gebrochenen Herzens« nennt, dann tauchen im nächsten Stadium Gefühle von Schuld, Minderwertigkeit und Aufopferung auf. Alle diese dunklen Emotionen erzeugen Stress. Sofern wir Verbundenheit verloren haben, haben wir auch verloren, wer wir dem Wesen nach sind. Wir haben unser Sein durch unser Tun zugedeckt. Wir haben das Wissen aus den Augen verloren, dass wir ein Kind Gottes sind und wirklich alles Gute verdienen. Infolgedessen müssen wir schwer für das arbeiten, dem wir uns auf eine verborgene Weise widersetzen.
Es ist einzig wichtig zu wissen, dass wir uns in Richtung Bonding, dass wir uns auf Verbundenheit zubewegen. Ohne Bonding erzielen wir Erfolge nur durch harte Arbeit. Dann verwenden wir den Lohn der schweren Mühen, um für den Stress zu bezahlen, den es gebraucht hatte, um durch harte Arbeit überhaupt zu diesem Erfolg zu gelangen. Also kommen wir nicht wirklich vorwärts.

Übung zum Bonding
- Sieh und spüre, wie das Licht in dir sich mit dem Licht im anderen Menschen verbindet. Wiederhole das immer wieder, wenn du an diese Person denkst. Bonding hilft euch beiden. Es ist eine Möglichkeit, einem anderen zu helfen, der krank ist oder in Problemen steckt. Bonding hilft, die Leistung eines anderen und zugleich deine eigene zu verbessern. Wenn man diese Übung oft genug und beständig ausführt, kann ein Gegner oder eine Schattengestalt in einen Freund verwandelt werden.

Auf diese Weise erfahren alle Beteiligten mehr Liebe und Erfolg. Wer sich nicht für Bonding, also für bewusste partnerschaftliche Verbundenheit, entscheidet, wird Probleme haben, Projektionen, Angst, Widerstand und Abwehr, Schuldgefühle und Leiden entwickeln, Bewertungen und Verurteilungen vornehmen. Entscheide dich für Bonding. Entscheide dich für ebenbürtige Partnerschaftlichkeit. Das ist die einzig richtige Richtung. Das ist, was uns zur Einheit zurückführt.

Betrachte dein Leben heute:

- In welcher Beziehung möchtest du die Liebe vermehren?
- Wem möchtest du helfen?
- Wer ist »der Böse« in deinem Leben?
- Diese Beziehungen zu heilen heißt, dich von den versteckten Schuldgefühlen zu befreien, unter denen sich deine Angst verbirgt und die ein höheres Maß an Liebe und Erfolg blockieren.
- Stelle dir vor und fühle, wie Licht und Liebe heute und jeden Tag zu all diesen Menschen fließt. Du kannst die Bonding-Übung durchführen, bis ihr zu einem einzigen Licht werdet.

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Buchtipp: Chuck Spezzano, Zwei Herzen im Einklang - Das Wunder erfüllter Partnerschaft erleben; ISBN 978-3-7787-9231-5, € 19,99 [D], Integral Verlag

Der Autor Chuck Spezzano ist Doktor der Psychologie, international geschätzter Berater, Seminarleiter und Autor. In über 30 Jahren intensiver Forschung und Seminararbeit entwickelte er gemeinsam mit seiner Frau Lency den Heilungsweg, Psychology of Vision, bei dem modernes psychologisches Know-how verbunden mit spirituellen Prinzipien wirkt.



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