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Ausgabe Februar 2012
Sinn und Spaß an der Arbeit. Von Martina Violetta Jung



Gehören Sie auch zu den Menschen, die sich beruflich diese Fragen stellen: „Warum tue ich mir diese Arbeit überhaupt noch an?“ „Warum mache ich nicht etwas, das mir guttut?“ „Wer gibt mir endlich den Spaß an der Arbeit zurück?“ Daran schließt sich die noch schwierigere nächste Frage an: „Was würde ich am liebsten tun, wenn ich angenehm davon leben könnte?“ Lebenswichtige Weichen stellen sich hier.
Erfahren Sie Ihren heutigen Arbeitsalltag in etwa so? Zwingen Sie sich schon länger aus finanzieller Notwendigkeit zu einer Arbeit, die Ihnen keinen Spaß mehr macht, die Ihnen die Energie raubt oder deren Sinn Sie nicht mehr erkennen? Fehlt Ihnen die Perspektive, stockt Ihre Karriere oder ist sie sogar unerwartet zu einem Ende gekommen? Klemmt es, hakt es, tut es körperlich, geistig oder seelisch weh? Hat Arbeiten einen ernsten und leidvollen Beigeschmack erhalten? Verteidigen Sie eine erworbene Position, Verantwortungsbereiche, eine Hierarchiestufe oder einen erarbeiteten Status mit aller Hartnäckigkeit? Halten Sie nur irgendwie bis zur Rente durch? Zwingen Sie sich mit Disziplin, Ihre Arbeit zu erledigen? Opfern Sie sich auf? Machen Sie gute Miene zu einem bösen Spiel, in dem Sie sich ausgebeutet fühlen, aber aus dem es kein Entkommen zu geben scheint? Denken Sie tief in Ihrem Innersten „Ihr könnt mich alle mal“ und warten darauf, dass ein Wunder geschieht? Dann ergeht es Ihnen wie sehr vielen Menschen.

In der Dezember Ausgabe des Manager Magazin titelt ein Beitrag über eine Mitarbeiter Befragung bei SAP: „Burnout in Walldorf“. Mehr als die Hälfte der Mitarbeiter gibt an, die Grenze ihrer Belastbarkeit erreicht zu haben. Das deckt sich mit meinen Beobachtungen in vielen Unternehmen. Menschen haben sich beruflich in eine Rolle drängen oder gar in eine vorgefertigte Form hämmern lassen. Die Vorstellungen unserer Eltern, unsere Ausbildung und unser Umfeld haben uns dazu verleiten lassen. Ein sicherer Arbeitsplatz und ein ordentlicher Beruf, der ein festes Einkommen garantiert und all die Dinge beschert, die Ansehen, Status und Zugehörigkeit zu sichern scheinen. Auf der Strecke geblieben ist unser Wesen, das, was uns einzigartig macht. Deshalb ist auch für anhaltende Freude und Sinnerfüllung kein Platz in unserem Arbeitsleben mehr.
Es besteht kein Grund zu warten, bis Ihr Körper Sie zwingt inne zu halten und zu reflektieren, weil er physisch oder seelisch unter einer Arbeit in die Knie geht, die nicht zu Ihrem Wesen passt. Sie sind keine Maschine, die geölt und geschmiert immer etwas leisten, produktiv sein und Zahlen erwirtschaften kann. Es ist an der Zeit, die Herausforderung anzunehmen, Ihr eigenes berufliches Potential zu erkennen, es anzunehmen und freudvoll auszuleben. Dazu gilt es zu verstehen, wer Sie wirklich sind und wie die gesamte berufliche Wirklichkeit sich ineinander fügt.

Sie sind aufgrund Ihrer erblichen Anlagen, Talente und Fähigkeiten einzigartig.
Die Programmierungen Ihres Gehirns sind ebenso individuell wie Ihr Fingerabdruck. Darüber hinaus wissen wir heute, dass Sie als Mensch ein fühlendes Wesen sind, das denken kann. Ihre rechte Gehirnhälfte, Ihr Herz sowie Ihr Sonnegeflecht geben Ihnen über Ihre Gefühle, ganzheitliches Denken und Ihre Intuition Zugang zu einer umfassenderen Wirklichkeit. Einer Wirklichkeit, die Sie mit Ihren fünf Sinnen und den logisch-analytisch Fähigkeiten Ihrer linken Gehirnhälfte nicht zu ergründen oder gar zu beherrschen vermögen. Das gilt sowohl für Ihr Wesen als auch für die Welt, die Sie als „da draußen“ wahrnehmen. Die berufliche Welt da draußen, so wie Ihr Kopfkinoprogramm Sie Ihnen vorspielt, existiert nicht.

Zu der Zeit, als meine berufliche Sinnsuche immer drängender in mein Leben trat, gab es keinen spirituellen Ratgeber, der zugleich praxisrelevant und lebensnah für den Arbeitsalltag einen gangbaren Weg vermittelte. Auf mich allein gestellt betrachtete ich meine Arbeit vor dem Licht neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse ebenso, wie vor dem Spiegel alter Weisheitslehren, die die Jahrtausende überdauern und Kulturen überschreiten. Diese beiden Welten haben mich zu einer ganzheitlichen Sicht der beruflichen Wirklichkeit geführt. Sie verschaffen mir Freude und Begeisterung bei dem, was ich tue und ein sinnerfülltes Arbeitsleben.
In meinem Buch „Ich kann so nicht mehr arbeiten! Freude und Sinn statt Seeleninfarkt“ teile ich das Wissen und die Weisheit. Und ich teile auch die Geschichten zahlreicher Karrieregebeutelter, die den Weg zu ihrem beruflichen Wesen gegangen sind und sich selbst wiedergefunden haben. Ich war viele Jahre selbst Frontfrau in der Wirtschaft, trug Verantwortung für das Wohl und Wehe zahlreicher Menschen.
Zurückschauend wünsche ich mir, damals schon verstanden zu haben, was ich heute weiß. Dann hätte ich dieses ganzheitliche Verständnis sowohl für mich selbst als auch zum Wohle aller anderen bereits leben können.

Wenn Sie in den Kontext Ihrer gesamten beruflichen Wirklichkeit eintauchen wollen, müssen Sie sich mit den sechs universellen Gesetzmäßigkeiten Bewusstsein, Energie, Synchronizität, Resonanz, zyklischer Wandel und Polarität vertraut machen. Sobald Sie sich in ihnen harmonisch mit Herz und Verstand bewegen, kommen Sie in Ihrem individuellen beruflichen Bewusstwerdungsprozess voran. Denn dann können Sie erstmals denjenigen, der Sie wirklich sind, mit dem kombinieren, was die Welt Ihnen beruflich wirklich anzubieten hat. Und zwar ganz praktisch, greif- und erlebbar.

Ein Beispiel gefällig? Am Rande des G20 Gipfels in Cannes trafen sich vergangenen November ganzheitlich agierende Jungunternehmer der G20 Staaten zu einem Austausch darüber, wie sie arbeiten und unsere Welt sinnvoll gestalten wollen.
Unternehmen und Arbeiten um des Profites und des persönlichen Reichtums willen, ist für sie kein Leitbild mehr. Ihre Zielsetzung ist es, mit ihrer beruflichen Einzigartigkeit die Probleme unserer Welt zu lösen. Sie leben ihr Wesen und soziale Verantwortung in hohem Maße. Einer von ihnen ist ein Therapeut und Jungunternehmer aus Hamburg. Er steht mit all seinem Wesen, seinen Fähigkeiten, seinem Weltverständnis und seinem täglichen Engagement für die Kombination einer neuzeitlichen Überzeugung im Gesundheitssektor: Gleichgesinnte Ärzte und Therapeuten verschiedenster Fachrichtungen schließen sich unternehmerisch in einer Hanse zusammen, um interdisziplinär mit ihrem medizinischen Wissen und ihrer Methodenkompetenz dem Menschen zu dienen. Dieser junge Unternehmer realisiert mit seiner täglichen Arbeit eine Gesundheitswirtschaft ganzheitlicher Art. Eine, die den Menschen in den Mittelpunkt stellt, die Zeit für ihn hat und sich so organisiert, dass seiner Genesung best möglich gedient ist.

Die beruflichen Inhalte, die er lebt und vorlegt, gab es vor ihm so noch nicht. Er hat sie sich geschaffen. Sie können das auch. Als einzigartiges Wesen bringen Sie genügend Ideenreichtum und Initiative mit, Ihre eigenen Potenziale zu realisieren und Ihre eigenen Herausforderungen im Kontext der gesamten Wirklichkeit zu lösen. Kehren Sie beruflich zu sich selbst zurück und halten Sie sich die Treue.
Der irische Weise John O‘Donohue formulierte es einmal so: „Wollen wir unser Gleichgewicht bewahren, müssen wir Inneres und Äußeres, Sichtbares und Unsichtbares, Bekanntes und Unbekanntes, Zeitliches und Ewiges, Altes und Neues zusammenhalten. Niemand kann uns diese Aufgabe abnehmen.“

Worauf warten Sie also noch?


Dr. Martina Violetta Jung ist Volljuristin und begann ihre Karriere als Wirtschaftsanwältin, sammelte Managementerfahrung in verantwortlichen Führungspositionen. Anlässlich beruflicher Tätigkeit in Asien vertiefte sie sich in das fernöstliche Wissen über den Menschen. Acht Jahre coachte die Reiki-Meisterin nach japanischer Tradition dann europaweit zu den Themen „Führung und Unternehmensintegrationen“. Als Expertin für ganzheitlich bewusstes Arbeiten widmet sie sich heute über die Plattform www.martinaviolettajung.de ihrer Vision einer Arbeitswelt im Wandel.

Buchtipp: Martina Violetta Jung, „Ich kann so nicht mehr arbeiten!“ - Freude und Sinn statt Seeleninfarkt; 288 Seiten, scorpio Verlag - siehe auch Lesen&Hören in diesem Heft.


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